Mehr Empfänger

Wegen Ukraine-Krieg: Anstieg bei Grundsicherung im Alte und Erwerbsminderung

Immer mehr Menschen in Deutschland beziehen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Das hängt mit dem russischen Krieg in der Ukraine zusammen.

Hamm – Altersarmut ist ein Thema in Deutschland. Die Rente reicht bei vielen Menschen manchmal nicht zum Leben, oft müssen Rentner sparen. Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung soll dem entgegenwirken. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat dort einen Anstieg festgestellt. Grund dafür ist aber nicht nur die wirtschaftliche Situation in Deutschland – sondern vor allem auch der russische Angriff auf die gesamte Ukraine.

Grundsicherung im Alter und bei voller Erwerbsminderung

Grundsicherung im Alter und bei voller Erwerbsminderung können bedürftige Menschen bekommen, die entweder die Regelaltersgrenze – das ist der Zeitpunkt, an dem sie die reguläre Altersrente beziehen können – erreicht haben oder dauerhaft voll erwerbsgemindert und mindestens 18 Jahre alt sind. Entscheidend ist außerdem, dass die Empfänger in Deutschland wohnen müssen. „Als einfache Faustregel gilt: Wenn Ihr gesamtes Einkommen unter 924 Euro liegt, sollten Sie prüfen lassen, ob Sie Anspruch auf Grundsicherung haben“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung.

Im Dezember 2023 haben nun über 1,2 Millionen Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) bezogen. Das waren laut Destatis rund 22.000 bzw. 1,9 Prozent mehr als im Dezember 2022. Die Zahlen setzten sich demnach wie folgt zusammen:

  • Knapp 690.000 beziehungsweise 56,9 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung erhielten im Dezember 2023 Grundsicherung im Alter. Das heißt, sie hatten die Altersgrenze nach dem (SGB XII) erreicht oder überschritten. Dies entspricht einem Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
  • Rund 520.000 beziehungsweise 43,1 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung waren im Alter ab 18 Jahren bis unter die Altersgrenze. Sie erhielten laut Destatis die Leistung aufgrund einer dauerhaft vollen Erwerbsminderung. Ihre Zahl ging gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent zurück.  
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg.

Anstieg von leistungsberechtigten Geflüchteten aus der Ukraine

„Die Gesamtentwicklung geht weiterhin auf einen Anstieg von leistungsberechtigten Geflüchteten aus der Ukraine zurück“, erklärt das Statistische Bundesamt. Ihre Zahl ist von 73.060 im Dezember 2022 auf 86.775 im Dezember 2023 und damit um 18,8 Prozent gestiegen. „Seit 1. Juni 2022 haben Geflüchtete aus der Ukraine unter den üblichen Voraussetzungen Anspruch auf Leistungen nach dem (SGB XII) anstatt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)“, heißt es.

Dass so viele Menschen aus der Ukraine derzeit in Deutschland leben, hat einen traurigen und ernsten Hintergrund. Seit Jahren überzieht Putins Russland das europäische Nachbarland mit Gewalt und Tod, seit dem 24. Februar 2022 wird die gesamte Ukraine angegriffen und befindet sich im Krieg. Zahlreiche Gräueltaten der russischen Angreifer bzw. Besatzer – vielen ist noch das Massaker von Butscha in Erinnerung – führten dazu, dass Ukrainer fliehen mussten und nun in Deutschland eine zweite Heimat gefunden haben.

Rubriklistenbild: © Efrem Lukatsky/AP/dpa

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