Verhandlungen
Warnstreik im Tarifstreit? Neue Hoffnung für Kunden der Bahn
Kommt es im Tarifstreit zwischen Deutscher Bahn und Gewerkschaft EVG zum neuen Warnstreik? Es gibt neue Hoffnung für Pendler und Reisende.
Update vom 5. Juni: Ein Hoffnungsschimmer für alle Reisenden: Im aktuellen Tarifkonflikt bei der Bahn gibt es wieder etwas Bewegung - und damit die große Wahrscheinlichkeit, dass zumindest in den nächsten sieben Tagen kein Warnstreik alle Reisepläne durchkreuzt. Vertreter von Deutscher Bahn und der Gewerkschaft EVG wollen ab dem 12. Juni erneut über eine Tariflösung verhandeln, wie beide Seiten am Montagabend mitteilten.
| Gewerkschaft | Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft |
| Abkürzung | EVG |
| Gründung | 2010, Fulda |
[Erstmeldung vom 31. Mai] Hamm - Die Signale stehen auf Rot: Eine weitere Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft EVG ist in der Nacht zu Mittwoch (31. Mai) ohne Einigung zu Ende gegangen. Die Fronten sind sogar derart verhärtet, dass der Konflikt zu eskalieren droht. Die Wahrscheinlichkeit für einen umfassenden Warnstreik im Bahnverkehr sind stark gestiegen.
Bahn-Tarifstreit vor Eskalation: Jetzt droht ein neuer Warnstreik
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnte am späten Dienstagabend das jüngste Angebot der Bahn als „sozial ungerecht“ ab, zeigte sich aber bereit für weitere Verhandlungen. „So lange wir am Verhandlungstisch sitzen, wird nicht gestreikt“, sagte EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch.
Doch die Bahn will kein neues Angebot vorlegen, für sie sind Verhandlungen erst einmal vom Tisch. „Das ist im Moment sinnlos, weil die EVG sich keinen Millimeter bewegt“, sagte Personalvorstand Martin Seiler. Vielmehr müsse die EVG jetzt signalisieren, dass sie sich von ihrer Ursprungsforderung in Richtung Kompromiss bewege. „Mein Handy ist an, ich bin ansprechbar. Sobald ein entsprechendes Signal kommt, bin ich auch bereit, wieder zu sprechen“, sagte Seiler.
Und wenn nicht? Dann könnten Millionen Pendler und Bahnreisende in Deutschland die Leidtragenden sein. Die EVG ist nicht zimperlich, wie sie Mitte des Monats bewiesen hat. Sie hatte für den 14. bis 16. Mai zu einem bundesweiten, 50 Stunden dauernden Warnstreik aufgerufen, der erst im letzten Moment durch einen Vergleich Bahn und Gewerkschaft abgewendet wurde. „Wir könnten die Bahn wochenlang lahmlegen“, hatte EVG-Verhandlungsführerin Cosima Ingenschay schon Ende April gedroht.
Warnstreik bei der Bahn? EVG legte schon zweimal den Zugverkehr lahm
Seit Ende Februar verhandelt die EVG mit der Deutschen Bahn und 50 weiteren Eisenbahn-Unternehmen über einen neuen Tarifvertrag für insgesamt rund 230.000 Beschäftigte, davon 180.000 bei der DB. Seither gab es zwei Warnstreiks. Im April hatte die EVG bundesweit zu einem achtstündigen Streik aufgerufen und den Bahnverkehr lahmgelegt. Bereits Ende März hatte die EVG im Schulterschluss mit Verdi einen Tag lang große Teile des Verkehrs bestreikt.
Das neueste Angebot der DB sieht für die Beschäftigten stufenweise ein Plus von zwölf Prozent bei den unteren Lohngruppen vor. Insgesamt zehn Prozent mehr sollen die mittleren Gruppen bekommen und acht Prozent die oberen. Die erste Erhöhung soll demnach noch in diesem Jahr kommen. Hinzu kommt eine ebenfalls stufenweise Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 2850 Euro, die steuer- und abgabenfrei ab Juli in zwei Schritten gezahlt werden soll. Die Laufzeit soll zwei Jahre betragen.
Die Gewerkschaft fordert hingegen einen Festbetrag von mindestens 650 Euro im Monat mehr oder zwölf Prozent bei den oberen Lohngruppen. Die Laufzeit soll nach ihren Vorstellungen ein Jahr betragen. Einmalzahlungen lehnte die EVG bislang strikt ab.
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