„Im Interesse der Kunden“
Streik bei der Bahn abgewendet – dennoch sind Einschränkungen möglich
Die Deutsche Bahn (DB) hat den 50-Stunden-Streik der EVG abgewendet. Nach dem Eilantrag einigte sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft auf einen Vergleich.
Update vom 13. Mai, 15.53 Uhr: Es wird doch keinen 50-stündigen Streik bei der Deutschen Bahn geben. Infolge eines Eilantrags des Unternehmens kam es zu einem Vergleich zwischen der Deutschen Bahn und der EVG. Darin verpflichtet sich die Gewerkschaft, den geplanten Streik abzusagen.
Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft stimmten vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main einem Vergleich zu, wie die Bahn mitteilte. Wenn auch nach „zähem Ringen“, wie das ZDF schildert. Dennoch ist der Warnstreik damit abgewendet worden. Allerdings ist ein Streik in der kommenden Wochen damit nicht ausgeschlossen, denn die Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nach wie vor nicht erfüllt.
„Dies ist ein guter Tag für die Kunden und für die Verhandlungen“, wird ein Sprecher der Bahn vom ZDF zitiert. Das Unternehmen stünde für weitere Verhandlungen zur Verfügung.
Der Warnstreik hätte zu einem 50 Stunden langen Stillstand des Fernverkehrs geführt. Auch im Regional- und Güterverkehr hätte wohl kaum ein Zug fahren können. Trotz des gerichtlichen Vergleichs warnte die Bahn jedoch vor Einschränkungen im Zugangebot in den kommenden Tagen. „Die DB steht vor der großen Herausforderung, rund 50.000 Zugfahrten sowie die dazugehörigen Schicht- und Einsatzpläne wieder neu zu planen“, hieß es. Über das genaue Fahrplanangebot will die DB ab Sonntagmittag informieren.
„Unverhältnismäßig“: Bahn will 50-Stunden-Warnstreik per Gerichtsentscheid stoppen
[Erstmeldung] Hamm - Am Sonntagabend (14. Mai) um 22 Uhr beginnt der 50-stündige Warnstreik bei der Bahn. Oder doch nicht? Die Deutsche Bahn (DB) will den Mega-Streik noch auf juristischem Wege verhindern. Der Konzern teilte am Samstagmorgen mit, dass er einen entsprechenden Eilantrag beim Arbeitsgericht in Frankfurt am Main eingereicht habe.
„Unverhältnismäßig“: Bahn will 50-Stunden-Warnstreik per Gerichtsentscheid stoppen
„Dieser Schritt ist im Interesse der Kund:innen jetzt geboten“, heißt es in einer Mitteilung. Der Warnstreik sei „unverhältnismäßig“ und schade Kunden und „unbeteiligte Dritte“. Die DB betont, man habe 10 Prozent Lohnerhöhung angeboten, die zentrale Vorbedingung der EVG erfüllt und sich mehrmals auf die EVG zubewegt.
Der Antrag sei eingegangen, bestätigte das Gericht der Deutschen Presse-Agentur. Die Verhandlung sollte am Samstagmittag beginnen.
Warnstreik ab Sonntagabend: Deutsche Bahn stellt Fernverkehr komplett ein
Die EVG hat ab Sonntag, 22 Uhr, zum dritten Warnstreik bei der Bahn in diesem Jahr aufgerufen und wird damit erneut den Verkehr auf der Schiene lahmlegen. Die Deutsche Bahn entschied kurz nach der Ankündigung, dass sie für den Zeitraum des Ausstands den Fernverkehr komplett einstellen wird. Auch im Regional- und Güterverkehr wird bis Dienstagabend, 24 Uhr, voraussichtlich kaum ein Zug fahren.
Der 50-stündige Ausstand ist nach Worten des Streikforschers Alexander Gallas der längste Warnstreik bei der Bahn seit ihrer Reform 1994. In anderen Branchen seien Warnstreiks von ein bis zwei Tagen aber durchaus üblich, sagt Gallas, Wissenschaftler an der Universität Kassel. „50 Stunden sind ein kurzer und klar umrissener Zeitraum. Aber die Auswirkungen sind für die Bevölkerung sehr spürbar. Darum wirkt das lang.“ Gallas hält den Warnstreik im Vergleich mit anderen Branchen für verhältnismäßig.
Umfrage: Jeder vierte Bürger hat „überhaupt kein Verständnis“ für den Streik
Allerdings hat jeder vierte Bürger in Deutschland einer Umfrage zufolge „überhaupt kein Verständnis“ für die Arbeitsniederlegung. Volles Verständnis für den Arbeitskampf zeigten in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur dagegen 19 Prozent der Befragten. Zudem sagten 26 Prozent, dass sie „eher Verständnis“ für die Aktion im laufenden Tarifkonflikt hätten, ebenfalls 26 Prozent haben „eher kein Verständnis“. 5 Prozent der Befragten machten keine Angabe.
Die EVG verhandelt mit den 50 Bahn-Unternehmen über neue Tarifverträge für 230.000 Beschäftigte, 180.000 davon arbeiten bei der Deutschen Bahn. Die EVG fordert von der Branche 650 Euro mehr pro Monat oder 12 Prozent für die oberen Einkommen bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Die Bahn hat unter anderem steuer- und abgabenfreie Einmalzahlungen sowie stufenweise Erhöhungen von 10 Prozent bei den unteren und mittleren sowie 8 Prozent bei den oberen Einkommensgruppen in Aussicht gestellt. Uneinig ist man sich über einen Mindestlohn, der bei der Bahn bei rund 2000 Beschäftigten bislang nur über Zulagen gezahlt wird. - mit dpa-Material
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