Betreiber spricht über Kontrollen
Inferno in der Schweiz: Neue Details zu Todesopfern – jüngstes ist nur 14 Jahre alt
In der Schweiz sind in der Silvesternacht zahlreiche Menschen bei einem Brand in einem Skiort ums Leben gekommen. Die Ursache für die Tragödie wird immer klarer.
Update vom 4. Januar, 14.19 Uhr: Am kommenden Freitag (9. Januar) soll es einen nationalen Trauertag in der Schweiz für die Todesopfer der Silvesternacht geben, das teilte Bundespräsident Guy Parmelin in einem Interview mit dem Sonntagsblick mit. Der Trauertag soll gemeinsam mit den Schweizer Kirchen geplant werden. Papst Leo XIV. hat ebenfalls mitgeteilt, für die Verstorbenen und Angehörigen zu beten.
Am heutigen Sonntag hatte bereits ein Gedenkgottesdienst in Crans-Montana stattgefunden. Beim anschließenden Trauermarsch durch die Gemeinde gab es langen Applaus für die Rettungskräfte, die in der Silvesternacht im Einsatz gewesen waren.
Update vom 4. Januar, 13.03 Uhr: Die Tragödie der Silvesternacht bringt die Belegschaft der Krankenhäuser im Wallis auch emotional an ihre Grenzen. „Wir alle sind ständig den Tränen nahe“, sagt der Walliser Spitaldirektor Eric Bonvin in einem Interview mit der Sonntagszeitung. Schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen zeichnen die meisten Opfer. „Sie haben eine sehr lange Heilungsphase vor sich und werden oft ein Leben lang durch Narben gezeichnet sein“, sagt Bonvin. Mittlerweile würden nicht mehr viele neue Patienten hinzukommen, aber Bonvin erwartet, dass ein Großteil in etwa einem Monat zur Nachbehandlung wieder im Krankenhaus erscheinen wird.
Update vom 4. Januar, 11.01 Uhr: Nun wurden 16 weitere Todesopfer aus Crans-Montana identifiziert. Wie die Kantonspolizei mitteilt, handelt es sich um vier Schweizerinnen, davon eine im Alter von 18 Jahren, zwei im Alter von 15 Jahren und eine im Alter von 14 Jahren, sowie um sechs Schweizer im Alter von 31 Jahren, 20 Jahren, 18 Jahren, 17 Jahren und zweimal 16 Jahren. Weiter handelt es sich um zwei Italiener im Alter von 16 Jahren, einen italienisch-emiratischen Staatsangehörigen im Alter von 16 Jahren, einen Rumänen im Alter von 18 Jahren, einen Franzosen im Alter von 39 Jahren und einen Türken im Alter von 18 Jahren.
Damit wurden nun insgesamt 24 der 40 beim Unglück in der Silvesternacht Verstorbenen identifiziert. Aktuell arbeiten die Schweizer Behörden nicht nur daran, die Identitäten der Todesopfer zu klären, auch Verletzte konnten wegen schwerer Verbrennungen teils noch nicht identifiziert werden.
Update vom 4. Januar, 9.26 Uhr: Die Ermittlungen der Schweizer Behörden konzentrieren sich derzeit offenbar auf die Brandschutzvorkehrungen in der Bar „Le Constellation“ sowie diesbezügliche Kontrollen. Ein Ersthelfer aus Crans-Montana bringt nun allerdings auch Vorwürfe gegen die Feuerwehr aus dem Skiort auf – Menschen seien beim Brand hinter einer verschlossenen Tür gefangen gewesen.
Update vom 4. Januar, 6.17 Uhr: Waren die Brandschutzkontrollen in Crans-Montana zu nachlässig? Diesem Vorwurf muss sich die Skigemeinde seit der Tragödie stellen. Dass die Behörden nicht sagen können, wann die letzten Kontrollen in der Bar „Le Constellation“ stattgefunden hatten, hilft da aktuell nicht.
Im Schweizer Radiosender RTS wehrt sich Gemeindepräsident Nicolas Féraud nun aber. Er sagt: „Bei der Kontrolle von Bars gab es bei der Gemeinde Crans-Montana keine lasche Haltung.“ Rückendeckung bekommt er durch eine Aussage des Betreibers, der der Zeitung 24heures bereits zuvor berichtet hatte: „Wir wurden in zehn Jahren dreimal kontrolliert.“ Ob die Kontrollen ausreichend waren, sollen jetzt die Ermittlungen zeigen.
Update vom 3. Januar, 20.30 Uhr: Nach der tödlichen Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana ermittelt die Justiz gegen die Betreiber der Bar „Le Constellation“, in der das Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen war. Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.
40 Menschen kamen in der Silvesternacht ums Leben, 119 weitere wurden verletzt. Bis Samstag wurden die ersten vier Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Auch einige Verletzte waren noch nicht identifiziert. Viele Opfer erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen. Ihre Gesichter seien vollständig verbunden, wie der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso schilderte. „Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen.“
Im Zentrum des Skiorts versammelten sich am Samstag immer wieder Menschen nahe des Unglücksorts und legten Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. Der Schock über die „unermessliche Tragödie“ sitze tief, sagte der Schweizer Justizminister Beat Jans bei einem Besuch am Unglücksort. Die Justiz werde alles tun, um die Verantwortung für die Katastrophe zu klären.
Update vom 3. Januar, 15.45 Uhr: Gegen die Betreiber der abgebrannten Bar in Crans-Montana in der Schweiz ist eine Strafuntersuchung eröffnet worden. „Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen“, teilte die Polizei mit.
Update vom 3. Januar, 14 Uhr: Crans-Montanas Bürgermeister Nicolas Féraud bestätigte gegenüber dem Portal 20 Minuten, dass die Gemeinde für Kontrollen zuständig gewesen sei. „Zur Frage der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen hätte ich schon eine Antwort. Ich darf Ihnen diese aber nicht geben“, sagte Féraud demnach. Sämtliche Unterlagen lägen bei der Staatsanwaltschaft.
Augenzeugenberichte offenbaren unterdessen erschreckende Details. Ein Stammgast der betroffenen Bar „Le Constellation“ schilderte etwa, dass der Notausgang „immer versperrt“ gewesen sei.
Update vom 3. Januar, 11:20 Uhr: Weitere Todesopfer konnten identifiziert werden. Das berichtet das Schweizer Portal Blick unter Berufung auf die Walliser Kantonspolizei. Dabei handelt es sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie um zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Schon am Freitag war ein 16-jähriges Golftalent als erstes Todesopfer identifiziert worden.
Update vom 3. Januar, 9:50 Uhr: Die Tragödie wirft Fragen zum Brandschutz in der Schweizer Gemeinde auf. Ein Barbetreiber aus Crans-Montana packt gegenüber Focus Online aus und erhebt schwere Vorwürfe gegen die örtlichen Behörden. Der Gastronom, der seit zehn Jahren eine Bar in Crans-Montana betreibe, berichtet von schlampigen Kontrollen. „Ich wurde in zehn Jahren genau zweimal kontrolliert. Nach der Eröffnung kam jemand von der Gemeinde und sagte, was ich umbauen soll. Dann kam er noch mal, um die Umbauten zu kontrollieren. Das war‘s.“
Noch brisanter ist seine Aussage zu den Konsequenzen bei Verstößen. Die Gemeindevertreter hätten ihm gesagt: „Wenn ich dagegen verstoße, gibt es keine Strafen. Aber wenn etwas passiert, muss ich allein die Konsequenzen tragen.“
Die Aussagen werfen ein schlechtes Licht auf die Sicherheitskontrollen in dem Nobel-Skiort. Der Insider berichtet weiter, dass nicht alles in seinem Gebäude den Brandschutzbestimmungen entspreche, die Gemeinde sich aber wenig dafür interessiere. Bezüglich der Feuerkatastrophe in der Bar „Le Constellation“ fragen sich Einheimische derzeit vor allem, wo die Feuerlöscher gewesen seien und ob überhaupt welche vorhanden gewesen seien.
Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert 40 Todesopfer – Bilder vom Unglücksort




Auch Experten bestätigen diese Kritik. Thomas Mandler, Brandschutzberater und ehemaliger Feuerwehrmann, erklärt gegenüber dem Portal 20 Minuten: „Der Brandschutz wird in der Schweiz nicht konsequent umgesetzt.“ Es sei fast schon der Normalfall, dass vieles schiefgehe, da Behörden oft auf die Eigenverantwortung der Besitzer vertrauten, statt zwingende Kontrollen durchzuführen.
Der Bürgermeister von Crans-Montana, Nicolas Féraud, gerät zunehmend unter Druck. Auf einer Pressekonferenz wich er konkreten Fragen aus und reagierte laut Berichten aggressiv auf Nachfragen von Journalisten.
Update vom 3. Januar, 6:55 Uhr: Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat insgesamt 119 Personen verletzt. 71 davon mit Schweizer Staatsangehörigkeit. Mehrere Opfer und Vermisste stammen aus der Region Lausanne, vor allem aus den Genfersee-Gemeinden Lutry und Pully, wie der Westschweizer Rundfunk RTS berichtet. In den betroffenen Ortschaften herrscht tiefe Betroffenheit. Die Verunglückten waren entweder in den Gemeinden am Genfersee beheimatet oder besuchten dort Bildungseinrichtungen.
Besonders bewegend ist die Anteilnahme von Menschen, die selbst durch eine ähnliche Tragödie gegangen sind. Die Hinterbliebenen der Brandopfer vom März 2025 aus dem nordmazedonischen Kocani haben den Schweizer Familien ihr Beileid ausgesprochen. „Mit gebrochenem Herzen haben wir von der Tragödie in der Schweiz erfahren. Unsere Gedanken, Gebete und unser tiefstes Mitgefühl sind bei den Familien der Opfer, bei den Verletzten und bei allen, die diesen unvorstellbaren Schmerz ertragen“, erklärten sie laut einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa vom Freitag.
Die nordmazedonischen Angehörigen äußerten sich über die Facebook-Seite ihrer Vereinigung „16. März“, die nach dem Datum der Kocani-Tragödie benannt ist. Sie fühlten sich den Schweizer Betroffenen besonders verbunden: „Wir sind von ganzem Herzen bei Ihnen, nicht als bloße Beobachter, sondern als Menschen, die dieselbe Wunde tragen.“
Am 16. März des Vorjahres kamen beim Brand der Diskothek in der Kleinstadt Kocani 63 Menschen ums Leben.
Update vom 2. Januar, 21:01 Uhr: „Es ist nicht einfach“, sagt Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud im Interview mit dem Schweizer Medium Blick. „Das Wichtigste sind die Familien, die Kinder und Angehörige verloren haben. Diese leiden“, so Pilloud weiter, die betont, dass zwei Aspekte nun in den Fokus der Ermittlungen rücken. Zum einen habe die Identifikation der Opfer aktuell Priorität. Auch das Thema Brandschutz stehe weiter im Fokus der Ermittlungen. „Wir untersuchen, ob alle Bewilligungen da gewesen sind, ob zu viele Personen oder zu wenig da gewesen sind – all solche Fragen. Doch es braucht ein bisschen Zeit, um Antworten zu finden.“
Derweil wird in der Schweiz um Blutspenden gebeten. Die Blutspendedienste der Region würden „die Lagerbestände der Blutprodukte aufmerksam“ beobachten, heißt es auf der Seite zur Blutspende in der Schweiz. Die Lage sei aktuell auf normalem Niveau, die Versorgung der Spitäler sei sichergestellt. „Nach den Feiertagen ist es dennoch wichtig, dass auch in den kommenden Tagen und Wochen ausreichend Blut an Lager vorhanden ist“, heißt es auf der Website, weshalb darum gebeten wird, weitere Termine auszumachen.
Bilder und Videos zeigen Momente kurz vor der Feuer-Tragödie in Crans-Montana
Update vom 2. Januar, 20:25 Uhr: Immer mehr Videos und Bilder des Unglücks in der Schweiz tauchen in den sozialen Netzwerken auf. Darauf auch zu sehen: eine Kellnerin, die auf den Schultern einer anderen Person sitzt, Champagnerflaschen mit Wunderkerzen haltend. Ob dies den Brand auslöste, ist noch immer nicht final geklärt. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass es sich bei den Wunderkerzen um die mutmaßliche Ursache handelt.
Andere Videos zeigen den Deckenbrand und Versuche, das Feuer zu löschen, während im Hintergrund noch Leute feiern und sich der Gefahr nicht bewusst zu sein scheinen. Das Universitätsspital Zürich (USZ) gab derweil bekannt, dass die Identität von vier der insgesamt 16 Patienten vor Ort immer noch nicht geklärt werden konnte.
Nach Inferno in der Schweiz: Bar-Betreiber bricht sein Schweigen
Update, vom 2. Januar, 18:14 Uhr: Nun hat sich auch der Betreiber des „Le Constellation“ zum verheerenden Brand in seinem Lokal geäußert. „Wir können weder schlafen, noch essen, es geht uns allen sehr schlecht“, gab er im Gespräch mit dem Schweizer Medium 20 Minuten an. Man kooperiere mit den Behörden und tue „alles in unserer Macht stehende“, um die Ursache für die Tragödie zu klären.
Gemeinsam mit seiner Frau führt er das Lokal. Diese befand sich demnach beim Drama vor Ort, erlitt eine Brandwunde, hat das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen. Beide sollen das Lokal 2015 übernommen haben. In der Tribune de Geneve gab der Betreiber an, der Betrieb sei in den vergangenen zehn Jahren dreimal kontrolliert worden, alles sei dabei vorschriftsmäßig abgelaufen. Die Staatsanwaltschaft gab zudem an, man habe die Eigentümer als Auskunftspersonen befragt, es gelte die Unschuldsvermutung.
Update vom 2. Januar, 18:12 Uhr: Ein Überlebender bekräftigte mit seiner Aussage gegenüber der Zeitung Blick die im Raum stehende Brandursache: „Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen.“ Die Kerzen hätten die Decke berührt, die plötzlich Feuer gefangen habe.
Update vom 2. Januar, 17:55 Uhr: Wie das Außenministerium in Athen der Agentur Anma mitteilte, werde auch eine Jugendliche aus Griechenland vermisst. Laut Staatssender Ert handele es sich um eine 15-Jährige mit Wohnsitz in der Schweiz. Sie wollte den Jahreswechsel mit drei Freundinnen im Nachtclub feiern – diese werden ebenfalls vermisst. Die Familie habe seit dem Bekanntwerden des Unglücks keinen Kontakt mehr.
Schwerverletzte aus der Schweiz auch in Deutschland aufgenommen: Die ersten 48 Stunden sind entscheidend
Update vom 2. Januar, 17 Uhr: Drei schwerverletzte Opfer der verheerenden Silvesterparty-Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana werden im Unfallkrankenhaus Berlin behandelt. Die Ankunft der Patienten sei bereits geplant, teilte Kliniksprecher Hans-Christian Bustorf der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Berliner Schwerbrandverletztenzentrum gilt als eines der größten und modernsten Verbrennungszentren Europas.
Insgesamt liegen 40 Hilfeersuchen für die Behandlung von Brandopfern in deutschen Kliniken vor. Einige der Verletzten befinden sich bereits in medizinischer Versorgung in Stuttgart, Tübingen und Ludwigshafen. Die Vorbereitung für den Transport erfolgt derzeit noch in den erstaufnehmenden Kliniken. „In der Zwischenzeit muss zum einen die Oberfläche erst einmal gereinigt werden und dann steril verbunden werden“, erklärte Leila Harhaus-Wähner, Direktorin der Klinik für Schwerbrandverletzte und Plastische Chirurgie am Berliner Unfallkrankenhaus, gegenüber Welt TV.
Die Medizinerin betont die Bedeutung der ersten 48 Stunden nach dem Unfall. In dieser kritischen Phase müsse verbrannte Haut abgetragen und später transplantiert werden. Besonders wichtig sei die Stabilisierung der Organfunktionen. Die Komplexität der Verletzungen gehe weit über die sichtbaren Hautschäden hinaus. „Bei den Verbrennungsverletzungen ist ganz typisch, dass eben nicht nur die Oberfläche verbrannt ist, also die Haut verloren gegangen ist, sondern es sich ganz schnell auch um eine systemische Erkrankung handelt, bei der eben alle anderen Organsysteme auch in Mitleidenschaft gezogen werden“, so die Ärztin. Besonders die Lunge sei durch eingeatmete Giftstoffe oft betroffen.
Die Behandlung der Patienten wird sich voraussichtlich über Monate erstrecken. Für die notwendigen Hauttransplantationen sind mehrere Operationen erforderlich. Nach Einschätzung der Expertin müssen die Betroffenen zunächst mehrere Wochen auf der Intensivstation verbringen, gefolgt von weiteren Wochen auf Normalstationen. Im Anschluss steht ein Reha-Aufenthalt bevor.
Update vom 2. Januar, 16.34 Uhr: Damit ist die Pressekonferenz in Crans-Montana beendet. Das Wichtigste in Kürze: Aktuell zählen die Behörden 40 Todesopfer und 119 Verletzte. Die Brandursache ist noch nicht abschließend geklärt, es laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung. Festnahmen gab es bislang keine. Mehrere Personen wurden vernommen, darunter das Besitzerpaar. Die Behörden vermuten, das Feuer wurde durch Wunderkerzen auf Champagnerflaschen ausgelöst, die die Decke des Lokals in Brand gesetzt hatten.
Update vom 2. Januar, 16.11 Uhr: Wann zuletzt Kontrollen durchgeführt wurden, wisse er nicht, sagt Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer. Meldungen über Mängel habe es aber nicht gegeben und er gehe davon aus, dass Kontrollen stattgefunden haben. Außerdem betont Ganzer, das Lokal habe mehr als einen Notausgang – anderslautende Beschreibungen hatte es zum Beispiel vom italienischen Botschafter gegeben.
Was die Frage betrifft, wie viele Menschen zum Zeitpunkt des Unglücks in der Bar gewesen waren, werde sich nie exakt sagen lassen, erklärt Staatsanwältin Pilloud.
Update vom 2. Januar, 16.05 Uhr: Wurden in der Bar „Le Constellation“ alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten? Bestand der in Flammen geratene Schaumstoff an der Decke aus einem genehmigten Material? Das lasse sich aktuell nicht mit Gewissheit sagen, antwortet Staatsanwältin Pilloud. Es sei jetzt wichtig, aus Rücksicht auf die Familien von Spekulationen abzusehen. Aber natürlich gehe es bei den Ermittlungen auch um den Schaumstoff an der Decke.
Update vom 2. Januar, 15.54 Uhr: Die Krankenhäuser im Wallis funktionieren, sagt Generaldirektor Eric Bonvin. Die Lage sei aber natürlich sehr fordernd. Opfer mit schweren Verletzungen würden mittlerweile von darauf spezialisierten Kräften versorgt. Die Versorgung von Verbrennungen könne sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Update vom 2. Januar, 15.47 Uhr: Das kleine Crans-Montana war in der Silvesternacht anfangs überfordert gewesen, berichtete Freddy-Michel Roten von den Walliser Rettungsorganisationen. Es habe zunächst mehr Opfer als verfügbare Mittel gegeben, deshalb musste eine sogenannte Triage der Patienten eingesetzt werden, manche wurden in ein künstliches Koma versetzt. Zwischenzeitlich erhält der Skiort große Unterstützung, auch von auf Verbrennungen spezialisierte Teams sind vor Ort. Hilfe kommt unter anderem aus Italien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg und Deutschland.
Update vom 2. Januar, 15.43 Uhr: Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer spricht von einem „nie dagewesenen Ereignis“ im Kanton Wallis. Die Familien würden nun besondere Unterstützung erhalten.
Update vom 2. Januar, 15.33 Uhr: Mehrere Videos seien gesichtet und mehrere Personen befragt worden, berichtet Staatsanwältin Beatrice Pilloud. Die Innenausstattung der Bar sowie bauliche Voraussetzungen und die Kapazität müssten genau geklärt werden. Besonders liegt das Augenmerk unter anderem auf den Materialien der Einrichtung sowie der Personenzahl.
Außerdem bestätigt Pilloud eine Theorie, die bereits zuvor die Runde gemacht hatte. Sie sagt: „Wir gehen davon aus, dass das Feuer von Wunderkerzen ausging, die an Champagnerflaschen montiert waren. Durch sie ist die Decke in Brand geraten.“
Update vom 2. Januar, 15.27 Uhr: Die Identifizierung der 40 Todesopfer habe oberste Priorität, betont auch Polizeikommandant Frédéric Gisler. Bei den Verletzten handele es sich größtenteils um Menschen aus der Schweiz und Frankreich, darunter seien aber auch Personen aus Italien, Serbien, Bosnien, Belgien, Luxemburg, Polen und Portugal.
Update vom 2. Januar, 15.25 Uhr: Reynard spricht von nach wie vor 40 Todesopfern, zahlreiche Verletzte kämpfen allerdings noch ums Überleben. In den Krankenhäusern regiere die Stille.
Update vom 2. Januar, 15.21 Uhr: „Die Regierung des Wallis denkt an die Angehörigen und Familien, es sind schwere Stunden“, sagt Regionalpräsident Mathias Reynard. Es werde alles getan, die Opfer möglichst schnell zu identifizieren. Er bedankt sich für die Solidarität und Zusammenarbeit mit Krankenhäusern außerhalb des Kantons und im Ausland. Patienten wurden und werden teils in andere Länder verlegt.
Update vom 2. Januar, 15.17 Uhr: Jetzt beginnt die insgesamt dritte Pressekonferenz zum Brandunglück in Crans-Montana. Die Walliser Behörden berichten über aktuellen Stand der Ermittlungen. Höchstwahrscheinlich werden allerdings wenig neue Erkenntnisse zu erwarten sein, im Hintergrund ist eine Präsentation mit dem Titel „Incendie d‘origine indéterminée Crans-Montana“ überschrieben. Zu deutsch: „Feuer unbestimmter Ursache in Crans-Montana“.
Update vom 2. Januar, 13.51 Uhr: „Eine Tragödie, ein dramatisches Bild, hier ist alles zerstört“, sagt Italiens Außenminister Antonio Tajani dem Corriere nach einer Besichtigung der abgebrannten Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana. „Als Vater und Großvater fühle ich mit den Familien. Ich war nur im Foyer der Bar, aber man spürt die Katastrophe, die sich dort ereignet hat“, fügte er – laut Artikel mit Tränen in den Augen – hinzu. Im Nachtclub liegen noch immer persönliche Gegenstände, Schuhe und Fetzen von Kleidung.
Update vom 2. Januar, 13.45 Uhr: Eines der Opfer aus Crans-Montana wurde zwischenzeitlich identifiziert. Es handelt sich laut übereinstimmenden Medienberichten um das italienische Golf-Talent Emanuele Galeppini, der Sportler war nur 16 Jahre alt. „Der italienische Golfverband trauert um Emanuele Galeppini, einen jungen Sportler, der Leidenschaft und authentische Werte mitbrachte“, schreibt der italienische Golfverband auf X.
Aktuell ist die Zahl der Todesopfer in der Schweiz noch nicht abschließend geklärt, die Identifizierung der Leichen gestaltet sich schwierig, viele Angehörige befinden sich im Ungewissen.
Update vom 2. Januar, 12.02 Uhr: Bei den Besitzern der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana handelt es sich um ein französisches Ehepaar, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Das bestätigt jetzt auch ein Freund des Paares, der außerdem versichert, die beiden seien am Leben.
In der Silvesternacht habe er ein Video aus der Bar erhalten und sofort versucht, seine Freunde zu erreichen, schildert er der Agentur. „Gegen 5 Uhr morgens antwortete mir die Ehefrau und sie sagte mir, dass es eine Katastrophe gegeben habe.“
Ein ehemaliger Stammgast des „Le Constellation“ erhebt derweil schwere Vorwürfe. „Ich bin überrascht, dass es so lange ging, bis etwas passierte“, sagt er dem Schweizer Blick, die Sicherheitsvorkehrungen seine sehr lasch gewesen. „Menschen rauchten im Inneren, du konntest tun, was du willst. Es kam mir vor, als würden die Betreiber immer wieder ein Auge zudrücken.“
Aktuell kursierte die Theorie, Champagnerflaschen mit Wunderkerzen könnte die Decke des Lokals in Brand gesetzt haben. Offiziell ist die Unglücksursache noch nicht geklärt. Neben dem „Le Constellation“ betreibt das französische Ehepaar zwei weitere Lokale: Ein auf Hamburger spezialisiertes Bar-Restaurant in Crans-Montana und eine „korsische Herberge“ im Nachbardorf Lens.
Update vom 2. Januar, 11.49 Uhr: Die Zahl der Todesopfer in der Schweiz könnte sich nach der Brandkatastrophe noch deutlich erhöhen. Zwischen 80 und 100 Verletzte befinden sich in kritischem Zustand, sagt der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer dem französischen Radiosender RTL. Opfer mit Verbrennungen dritten Grades hätte ein erhöhtes Risiko in den Stunden und Tagen nach dem Unfall zu versterben. Ganzer spricht schon jetzt von einer „schrecklichen Bilanz“.
Update vom 2. Januar, 11.02 Uhr: Eines der Brandopfer aus Crans-Montana wird in Deutschland behandelt. Der Patient wurde im Marienhospital in Stuttgart eingewiesen, bestätigte eine Kliniksprecherin.
Update vom 2. Januar, 9.23 Uhr: Was ist die Ursache für die Brandkatastrophe in der Schweiz? Detaillierte Angaben will der Walliser Regierungspräsident Mathias Reynard dazu in einem Interview mit dem Radiosender RTS am Freitagmorgen nicht machen. Er verrät jedoch, die ersten Hinweise hätten sich bestätigt – er spricht vor allem über die Theorie, der Brand habe sich sehr rasch ausgebreitet.
Die Situation in den Krankenhäusern sei angesichts der vielen Toten und Verletzten „äußerst angespannt“. Kolleginnen und Kollegen, die eigentlich freigehabt hätten, seien zur Unterstützung in die Spitäler gekommen.
Update vom 2. Januar, 6:36 Uhr: Nach dem Feuer-Inferno im Schweizer Skigebiet hat die Identifizierung der Brandopfer am Freitag (2. Januar) begonnen – ein schwieriges Unterfangen, wie die Behörden mitteilen. Die Leichen weisen derart starke Verbrennungen auf, dass die Feststellung sämtlicher Namen mehrere Tage in Anspruch nehmen dürfte. Bei der Katastrophe kamen mindestens 40 Menschen ums Leben. Rund 115 Personen wurden verletzt. Ein Großteil von ihnen erlitt schwere Brandwunden. In der Nacht schwebten noch mehrere Verletzte in Lebensgefahr.
Update vom 2. Januar, 6:13 Uhr: Zur Ursache des verheerenden Brandes während der Silvesterfeier in Crans-Montana in der Schweiz liegen noch keine bestätigten Informationen vor. Allerdings kursiert eine Theorie, weshalb zahlreiche Menschen ums Leben kamen und nicht entkommen konnten. Der Staatsrat des Kantons Wallis erwähnte in einer Mitteilung einen „Flashover“ in der Bar – ohne jedoch eine Quelle für diese Annahme zu nennen. Es handelt sich dabei um ein Brandphänomen, das mit einer Art Feuerwalze verglichen werden kann.
In der Mitteilung des Staatsrats hieß es demnach: „In der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar 2026 kam es in der Bar ‚Le Constellation‘ in Crans-Montana infolge eines Brandes zu einem Flashover, der eine oder mehrere Explosionen zur Folge hatte und zahlreiche Tote und Verletzte forderte.“ Die zuständige Staatsanwältin Beatrice Pilloud äußerte sich später zurückhaltender: Der komplette Raum habe Feuer gefangen, was zu einer Explosion geführt habe.
Die Brandschutzexpertin Sandra Barz beschrieb das Phänomen „Flashover“ im ARD-Brennpunkt als „kleines Brandereignis“, bei dem zunächst Hitze an die Umgebung abgegeben werde. Anschließend staue sich die Wärme unter der Decke. Dieser Hitzestau intensiviere sich zunehmend. Sämtliche brennbaren Materialien im betroffenen Raum würden irgendwann chemisch zersetzt und bildeten spezifische Gase. „Und bei dem richtigen Mischungsverhältnis und bei einer immer höher werdenden Temperatur ist das eine Durchzündung, eine Feuerwalze, die komplett alles gleichzeitig in Brand nimmt, ohne dass es durch eine Flamme berührt wird.“
Update vom 1. Januar, 22:17 Uhr: Das französische Außenministerium gab neue Zahlen bekannt. Demnach seien mindestens sechs Staatsangehörige verletzt worden und acht Französinnen oder Franzosen „noch nicht lokalisiert“.
Update vom 1. Januar, 21:42 Uhr: Nahe dem Unglücksort in der Schweiz haben sich laut SRF inzwischen mehrere Hundert Menschen versammelt, um den Opfern zu gedenken. Sie legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Auch Friedrich Merz veröffentlichte ein Kondolenztelegramm, in dem er sein „tiefstes Mitgefühl“ ausdrückte. Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte derweil auf der Social Plattform X an, dass Frankreich Verletzte des Brandunglücks in der Schweiz in seinen Krankenhäusern aufnimmt. Das französische Gesundheitsministerium organisiere die Verlegung von Schwerverletzten.
Auch immer mehr Augenzeugen melden sich zu Wort. Überlebende berichten bei SRF von einem plötzlich ausgebrochenen Großfeuer und dichter Rauchentwicklung, die vielen die Flucht erschwerte. Viele Menschen seien eingeschlossen gewesen, hätten Angst vor dem Ersticken gehabt. „Es war ein Chaos“, berichtete ein Mann, der für seine Flucht ein Fenster eingeschlagen hatte. Ein anderer Mann schilderte drastisch, wie ihn Bilder verfolgen von Todesopfern und gescheiterten Wiederbelebungsversuchen.
Update vom 1. Januar, 20:18 Uhr: Bei dem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht hat es nach ersten Erkenntnissen rund 40 Tote und 115 Verletzte gegeben. Weil die hohe Zahl der Verletzten die Krankenhäuser im Kanton Wallis überlastete, wurden einige der Opfer in andere Kliniken eingeliefert.
Nach Angaben des italienischen Außenministers Antonio Tajani wurden zwischen zwölf und 15 Italiener bei dem Feuer verletzt und in Krankenhäuser eingeliefert. Etwa 16 Italiener würden vermisst. Das französische Außenministerium gab an, es gebe mindestens zwei verletzte Franzosen.
Update vom 1. Januar, 19:27 Uhr: Nach der Silvester-Tragödie in der Schweiz gibt es nach Angaben des Auswärtigen Amtes wohl keine deutschen Staatsangehörigen unter den Verletzten oder Toten. „Zu diesem Zeitpunkt hat das Auswärtige Amt keine Kenntnis von betroffenen Deutschen“, teilte die Pressestelle auf Anfrage von Merkur.de von Ippen.Media mit. Weiter hieß es von der deutschen Vertretung in der Schweiz: „Unsere Botschaft steht mit den Schweizer Behörden in engem Kontakt“.
Brand-Katstrophe in der Schweiz: Ursache unklar – Es stehen Theorien im Raum
Update vom 1. Januar, 18:07 Uhr: In der Schweiz herrscht Entsetzen: Eine Brandkatastrophe in Crans-Montana forderte in der Silvesternacht rund 40 Tote. Die Ermittler gehen von einer Explosion aus, die von einem zuvor ausgebrochenen Feuer ausgelöst wurde. „Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat“, sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud.
Es seien Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet. Zu Mutmaßungen, dass in Champagner-Flaschen gesteckte Kerzen oder Böller den Brand ausgelöst haben könnten, wollte Pilloud nichts sagen. „Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen.“
Feuer-Drama in der Schweiz: Identifikation der Opfer wird dauern
Update vom 1. Januar, 17:36 Uhr: In Sitten im Kanton Wallis haben sich die Behörden am frühen Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz zum Feuer-Drama in Crans Montana geäußert. „Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in unserem Land jemals gab“, sagte Bundespräsident Guy Parmelin. Er lobte die Rettungskräfte für ihre Arbeit am Unglücksort. Sie hätten schwierige Bilder gesehen, fügte Parmelin hinzu. Man sei es Opfern und deren Angehörigen schuldig, eine gründliche Untersuchung des Infernos vorzunehmen.
„Es hätte eine Feier sein sollen, stattdessen wurde der Abend ein Drama“, meinte der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Man sei dabei, die Todesopfer zu identifizieren, was sich aufgrund der Verletzungen der Toten schwierig gestalte. „Es ist ein ganz furchtbarer Moment für die Angehörigen“, fügte Reynard hinzu.
Der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, nannte eine konkrete Zahl. Es habe ungefähr 40 Todesopfer gegeben. Zudem seien etwa 115 Menschen verletzt worden, die meisten von ihnen schwer, so der Polizeichef.
Update vom 1. Januar, 16:16 Uhr: Nach dem Feuer-Drama bei einer Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana bleibt die Unglücksursache weiter unklar. Die Feier zum Jahreswechsel hatte sich für Hunderte Menschen innerhalb weniger Minuten in ein Inferno verwandelt.
„Es herrschte absolute Panik, alle schrien“, berichteten die Französinnen Emma und Albane im Sender BFMTV, über die dramatischen Momente nach dem Ausbruch des Feuers, das Dutzende Menschen tötete. „Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute rauskamen.“ Bei dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ sind nach Angaben der Polizei zudem rund 100 Menschen größtenteils schwer verletzt worden.
Laut dpa gehören vor allem junge Leute im Alter von 16 bis 26 Jahren zu den am schwersten Verletzten. Per Hubschrauber seien 22 Verletzte in dieser Altersspanne in das Universitätsklinikum nach Lausanne geflogen worden, sagte Klinikdirektorin Claire Charmet der Schweizer Zeitung 24 Heures. Es handele sich um die Überlebenden mit den schlimmsten Brandverletzungen. Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern. Acht Patienten hätten wiederbelebt werden müssen. „Wir verlegen sie gerade aus der Notaufnahme in die Intensiv- und Spezialstation“, erklärte sie.
Tote bei Silvester-Party: Feuer-Inferno in Schweizer Skiresort – Augenzeuginnen äußern Verdacht zur Ursache
Die französischen Augenzeuginnen sagten, das Feuer sei durch Kerzen in Champagnerflaschen verursacht worden. Eine davon sei zu nah an die Decke gekommen, die dann Feuer gefangen habe. Der Brand habe sich innerhalb von Sekunden ausgebreitet. Der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, spekulierte über einen Feuerwerkskörper. Offizielle Angaben zur Brandursache gab es bislang noch nicht, man ermittle derzeit „In alle möglichen Richtungen“, sagte Daniel Imboden, Sprecher der Kantonspolizei.
Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. „Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht.
Update vom 1. Januar, 14:52 Uhr: Die Kliniken im Schweizer Kanton Wallis stoßen nach dem Brand in Crans-Montana an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Notaufnahme im wichtigsten Krankenhaus war voll, Verletzte wurden in verschiedene Krankenhäuser der Schweiz gebracht. Mehr als ein Dutzend Brandopfer kamen laut der Nachrichtenagentur Keystone-ATS in die Universitätsklinik Zürich, die auf Brandverletzungen spezialisiert ist. Bis zum Mittag konnte noch keines der Todesopfer identifiziert werden. Bei der Katastrophe starben Dutzende Menschen, 100 weitere erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Das französische Außenministerium bestätigte, dass sich unter den Verletzten zwei französische Staatsbürger befinden.
Wie die Walliser Behörden in einer Mitteilung bekannt gaben, soll es in der Bar „Le Constellation“ zu einem sogenannten „Flashover“ gekommen sein. Das bedeutet: Es sei schlagartig zu einem Vollbrand gekommen. Infolgedessen sei zu einer oder mehrerer Explosionen gekommen.
Update vom 1. Januar, 13:56 Uhr: Nach der verheerenden Brand-Tragödie in der Bar in Crans-Montana sind nun neue Details bekannt geworden. Ein Anschlag steht definitiv nicht im Raum – das haben die Ermittler nach ersten Untersuchungen und Zeugenbefragungen eindeutig festgestellt. Die lauten Knalle, die Anwohner gehört hatten, entstanden erst, nachdem das Feuer bereits ausgebrochen war. Beim Brand kam es dann zu einer Verpuffung, erklärte Sicherheitsstaatsrat Stéphane Ganzer. Was genau den Brand ausgelöst hat, konnte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud allerdings noch nicht sagen. „Wie immer wird in alle möglichen Richtungen ermittelt“, sagte Daniel Imboden, Sprecher der Kantonspolizei.
Die schwer verletzten Menschen wurden mit Hubschraubern in Krankenhäuser geflogen - sowohl nach Sitten als auch ins 100 Kilometer entfernte Genf. Wegen der vielen Opfer kamen sogar Helfer aus Italien dazu: Die Bergwacht aus dem Aostatal sprang ein. Mittlerweile sind auch drei Ambulanzjets im Einsatz. Sie bringen besonders schwere Fälle in andere Schweizer Krankenhäuser oder Spezialkliniken. Ein Patient soll nach Stuttgart geflogen werden.
„Es zeichnete sich ab, dass es auch eine Vielzahl an jungen Patientinnen und Patienten darunter hat“, sagte der Leiter für Helikoptereinsätze der Rega in Zürich, Philipp Simmen, dem SRF. Nach Angaben des französischen Außenministeriums sind zwei französische Staatsangehörige unter den Verletzten. Viele Opfer werden noch identifiziert.
Augenzeugen berichten nach Unglück in der Schweiz von dramatischen Szenen
Update vom 1. Januar, 11:56 Uhr: Inzwischen werden erste Augenzeugenberichte aus der Silvesternacht in der Schweiz bekannt. Ein Urlauber aus New York sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen und in der Dunkelheit geschrien hätten. Videos in den sozialen Medien zeigten, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen.
Ein Tourist aus London sagte zu Blick, es habe viel Feuerwerk in dem Skiort Crans-Montana gegeben. „Dann gab es irgendwann eine sehr laute Explosion. Danach habe ich mehrere Krankenwagen gehört.“ In der Bar sollen sich viele junge Menschen aufgehalten haben, berichtete 24heures. Ein Augenzeuge sagte der Tageszeitung, dass Feuerwerkskörper an Champagnerflaschen den Brand ausgelöst haben. Daraufhin sei Panik ausgebrochen. Offiziell bestätigt wurde das bislang nicht.
Nach Explosion in der Schweiz: Staatsrat ruft besondere Lage aus
Update vom 1. Januar, 10:42 Uhr: Infolge der Explosion im Schweizer Skiort Crans-Montana hat der Walliser Staatsrat die besondere Lage ausgerufen. So sollen in den kommenden Tagen „alle nötigen Mittel“ mobilisiert werden, um die „Folgen dieses tragischen Ereignisses“ zu bewältigen, heißt es in einer Mitteilung. Die Lage gilt seit Donnerstag (1. Januar) um 9 Uhr. Dutzende Menschen sollen bei der Tragödie ums Leben gekommen sein. Genauere Angaben zur Anzahl und Identität der Opfer machten die Behörden auf der Pressekonferenz nicht. Es seien aber auch Ausländer unter den Toten.
Update vom 1. Januar, 10:33 Uhr: Die Behörden in der Schweiz geben neue Informationen zur Tragödie im Skiresort Crans-Montana bekannt. Wie Nicole Bonvin Clivaz, Vize-Gemeindepräsidentin von Crans-Montana, auf einer Pressekonferenz mitteilte, gehen die Ermittler derzeit nicht von einem vorsätzlichen Vorfall, sondern einem Unglück aus. Bei dem Brand seien nach Polizeiangaben mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Laut dem Kommandanten der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisle, seien 100 Menschen zum Großteil schwer verletzt worden.
Update vom 1. Januar, 10:09 Uhr: Noch ist vieles unklar nach dem Unglück in der Schweiz. Nach Explosionen in einer Bar im Luxus-Skiort Crans-Montana soll ein Brand ausgebrochen sein. Über dem Unglücksort wurde ein Überflugverbot verhängt. Laut Augenzeugen in Genf sollen am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber gelandet sein.
Die Anzeichen verdichten sich, dass die Katastrophe im Untergeschoss der Bar eine hohe Anzahl an Opfern gefordert hat. Ein Arzt der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega hatte über das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS ein Appell an die Bevölkerung gerichtet, auf riskante Aktivitäten zu verzichten, um die Einsatzkräfte nicht mit weiteren Notfällen zu belasten. Der lokale Radiosender RhoneFM berichtete laut der Schweizer Tageszeitung Blick am Morgen von möglicherweise dutzenden Todesopfern.
Update vom 1. Januar, 8:34 Uhr: Die Polizei machte zunächst keine Angaben über die Zahl der Opfer nach der Explosion in der Schweiz. Es gibt mehrere Tote und Verletzte. Menschen seien in der Silvester-Nacht im noblen Skiort Crans-Montana mit schweren Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Rettungsarzt dem Westschweizer Sender RTS. Am Morgen sei die Lage unter Kontrolle gewesen.
Erstmeldung: Crans-Montana – In der Schweiz kam es in der Neujahrsnacht zu einer Tragödie. Im Luxus-Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis sind nach Polizeiangaben mehrere Menschen bei einer Explosion ums Leben gekommen. Wie Polizeisprecher Gaëtan Lathon der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, wurde weitere Menschen verletzt. Genaue Zahlen bezifferte er vorerst nicht.
Lathon spach von einer „Explosion unbekannter Ursache“. Zum Zeitpunkt der Explosion gegen 1:30 Uhr sollen sich mehr als hundert Menschen in der Bar aufgehalten haben. Das berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr sowie mehrere Hubschrauber waren vor Ort.
In der Silvester-Nacht: Tote bei Explosion in der Schweiz
Wie Blick berichtete, könnte Pyrotechnik eine Rolle gespielt haben. Offiziell bestätigt wurde diese Information bisher her. Im Laufe des Vormittags soll es eine Pressekonferenz mit weiteren Details geben. Auch in Deutschland waren Einsatzkräfte zu Silvester im Dauereinsatz. (Quellen: Keystone-SDA, AFP, dpa)
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