Überblick an Neujahr
Silvesternacht: Pyro-Tote in Deutschland, historische Kirche in Amsterdam stürzt nach Flammen-Nacht ein
In Bielefeld sind zwei 18-Jährige wegen selbstgebauter Pyrotechnik gestorben. In einigen Städten gab es Angriffe auf Einsatzkräfte. Die Bilanz im News-Ticker.
Update vom 1. Januar, 16:18 Uhr: In Bayern ist in der Neujahrsnacht ein Polizist bei einer Streifenfahrt auf einer Bundesstraße tödlich verunglückt, wie die Polizei Bayreuth mitteilt. Das mit ihm und einem weiteren Beamten besetzte Einsatzfahrzeug geriet am frühen Morgen bei Selbitz in Oberfranken aus zunächst noch unklarer Gründen auf die Gegenfahrbahn und stieß mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Der 25-jährige Polizeibeamte starb noch an der Unfallstelle, sein Kollege musste schwer verletzt aus dem Auto befreit werden.
Update vom 1. Januar, 15:07 Uhr: In der Silvesternacht forderten mehrere Brände in Deutschland Todesopfer. Wie das Stuttgarter Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, kamen drei Menschen bei Feuern in Baden-Württemberg ums Leben – in Bonndorf, Lenzkirch sowie in Giengen an der Brenz. In Bayern starb eine 88 Jahre alte Frau durch einen Wohnungsbrand in Würzburg. Die hessischen Einsatzkräfte rückten überwiegend zu Bränden kleineren Ausmaßes aus.
Kurz nach Mitternacht ereignete sich im Landkreis Vechta ein tödlicher Verkehrsunfall. Nach Polizeiangaben verließ ein fünfjähriger Junge in Lohne den Gehweg und lief auf die Fahrbahn. Der Wagen eines 47-jährigen Autofahrers erfasste das Kind. Der Junge verstarb kurze Zeit später in einer Klinik.
Update vom 1. Januar, 12:48 Uhr: In der Silvesternacht hatten Ärzte und Pfleger alle Hände voll zu tun. So auch in Stuttgart. Im Klinikum wurden schwere Kopfverletzungen und weggesprengte Finger gemeldet. Ab Mitternacht habe man fast dreimal so viele Patienten versorgen müssen wie an einer normalen Wochenend-Nacht, sagte der leitende Oberarzt Florian Dengler der dpa. Dieses Jahr sei es verglichen mit anderen Silvesterschichten „eher heftig“ gewesen.
In Mannheim hat eine Gruppe von rund 20 Jugendlichen unter anderem drei Straßenbahnen mit Steinen und Böllern beworfen. Dabei seien mehrere Scheiben und eine Eingangstür zu Bruch gegangen, ein Fahrerhaus sei komplett entglast worden, teilte die Polizei mit. Auch bei einem Aufenthaltsraum des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und einem Jugendhaus seien mehrere Scheiben eingeworfen worden. Eine Person konnte festgenommen werden.
Aus Bremen, Hannover, Kiel und weiteren Städten meldeten Polizei und Feuerwehr vereinzelt Angriffe auf Einsatzkräfte. Auch in der Hauptstadt sei gezielt mit Raketen und anderen Feuerwerkskörpern auf Einsatzfahrzeuge geschossen worden, sagte Vize-Landeschef der Polizeigewerkschaft Berlin, Frank Teichert. „Diese Chaoten haben uns angegriffen, sie fordern gezielt den Staat heraus“, sagte Teichert. Auch in kleineren Städten kam es zu Attacken. Im schleswig-holsteinischen Barmstedt bewarf ein 15-Jähriger zwei Polizisten mit einem illegalen Böller. Ein Beamter ist nun dienstunfähig.
„Leben wird sich für immer verändern“: Zahlreiche Verletzte in der Silvesternacht
Update vom 1. Januar, 10:03 Uhr: In der Silvesternacht ereigneten sich bundesweit zahlreiche schwere Zwischenfälle. Allein im Unfallkrankenhaus Berlin behandelten die Ärzte bis zum Donnerstagmorgen über 30 Verletzte. Laut Kliniksprecherin Angela Kijewski mussten mehreren Patienten Finger oder Handteile amputiert werden. Zudem erlitten Betroffene Verbrennungen sowie Verletzungen im Gesicht und an den Augen. Besonders erschütternd: Acht der Verletzten sind zwischen 14 und 17 Jahre alt. „Ihr Leben wird sich durch diese Verletzungen für immer verändern“, sagte Kijewski.
Die Stuttgarter Feuerwehr rückte in der Silvesternacht zu zahlreichen Bränden aus. Feuerwehrsprecher Daniel Anand erklärte, vor allem die große Anzahl kleiner, zeitgleich auftretender Brände habe die Einsatzkräfte vor Herausforderungen gestellt. Die Polizei zog dennoch ein positives Fazit: Die Bürger hätten das Feuerwerksverbot innerhalb des City-Rings weitgehend respektiert.
Auch in der Erfurter Altstadt brannte ein historisches Gebäude am Domplatz. Das Feuer griff auch auf zwei benachbarte Häuser über. Laut der Feuerwehr löste vermutlich eine Silvesterrakete den Brand aus. Die Polizei konnte hingegen noch keine Informationen zur Brandursache geben. Verletzt wurde niemand.
Silvesternacht: Historische Kirche brennt in Amsterdam
Update vom 1. Januar, 7:52 Uhr: Auch in Amsterdam war die Silvesternacht explosiv – es war der letzte Jahreswechsel in den Niederlanden, zu dem Feuerwerk erlaubt ist. Unter anderem kam es zu einem Brand im Turm der Vondelkirche im Zentrum von Amsterdam. Der Turm stürzte ein. Die Löscharbeiten dauern an, wie die Bild berichtet.
Explosion in Schweizer Skiort: Feuer in Bar möglicherweise durch Pyrotechnik ausgelöst
Update vom 1. Januar, 7:48 Uhr: In der Nacht auf Donnerstag kam es in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana zu einer „Explosion unbekannter Ursache“, wie ein Sprecher der Kantonspolizei der Nachrichtenagentur AFP erklärte. Informationen zur Anzahl der Toten und Verletzten gibt es aktuell noch nicht. Laut dem Blick könnte die Ursache bei einem Konzert genutzte Pyrotechnik sein.
Update vom 1. Januar 2026, 6:34 Uhr: Während der Großteil der Deutschen feiert, bedeutet Silvester für Polizei, Feuerwehr und Sanitäter vor allem eines – Arbeit. Auch dieses Jahr kam es in der Nacht zum Jahreswechsel wieder zu zahlreichen Einsätzen. In Berlin wurden rund 400 Personen zeitweise festgenommen, wie die Polizei informierte. 24 Einsatzkräfte wurden im Laufe der Silvesternacht verletzt. Nachdem im Vorjahr große Schäden durch Kugelbomben entstanden waren, hatte die Polizei diesmal bereits im Vorfeld bei Kontrollen eine große Zahl illegaler Pyrotechnik sichergestellt.
In Bielefeld kam es zu zwei tragischen Todesfällen. Zwei 18-Jährige starben an von selbstgebauten Feuerwerkskörpern verursachten Verletzungen. In Heilbronn musste indes die Feuerwehr ausrücken, nachdem Feuerwerkskörper in das Klassenzimmer einer Schule geworfen worden waren, wodurch es zu einem Brand kam. Nach den bislang unbekannten Tätern fahndet die Polizei nun.
Die Feuerwehr in Stuttgart meldete in ihrer Bilanz der Silvesternacht im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangene Einsatzzahlen. Laut der Pressemeldung der Feuerwehr kam es Stand 6 Uhr in Stuttgart zu keinen Übergriffen auf Einsatzkräfte der Feuerwehr. In Hamburg lag das Einsatzaufkommen im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Update vom 31. Dezember, 14:15 Uhr: In der Nacht zu Dienstag ereignete sich in einem Bochumer Mehrfamilienhaus eine Explosion. Zeitgleich erlitt eine 70-jährige Bewohnerin einer benachbarten Wohnung einen medizinischen Notfall, der eine Reanimation erforderlich machte. Die Frau verstarb trotz umgehender medizinischer Versorgung später in einem Krankenhaus
.Ob zwischen der Explosion und dem Tod der Seniorin ein ursächlicher Zusammenhang besteht, wird derzeit von der Polizei untersucht. Das gesamte Wohngebäude musste geräumt werden und bleibt bis zu einer baustatischen Überprüfung durch das Technische Hilfswerk unbewohnbar. Drei Bewohner erhielten eine Notunterkunft über das städtische Sozialamt. Die Untersuchungen zur Ursache der Explosion sind noch nicht abgeschlossen.
Die 48-jährige Mieterin der betroffenen Wohnung und ein 46-jähriger Besucher blieben körperlich unversehrt, wurden jedoch vorläufig von der Polizei in Gewahrsam genommen. Nach Ermittlerangaben wird der Verdacht der illegalen Produktion von Feuerwerkskörpern geprüft. Die Analytische Task-Force der Dortmunder Feuerwehr sicherte bei der Durchsuchung verschiedene Substanzen, die sich zur Herstellung pyrotechnischer Erzeugnisse eignen, so berichtet bild.de.
Update vom 31. Dezember, 13.30 Uhr: Schon vor Silvester verletzte sich eine 16-Jährige in Leipzig beim Versuch einen illegalen Böller zu zünden schwer. Die Jugendliche sprengte sich den kleinen Finger und Teile des Ringfingers weg, berichtet die Polizei. Das Unglück ereignete sich demnach am Dienstagnachmittag (30. Dezember). Nachdem das „nicht zugelassene pyrotechnische Erzeugnis“ beim ersten Versuch nicht in die Luft ging, habe die 16-Jährige einen zweiten Versuch unternommen.
22-Jähriger zündet Feuerwerk vom Balkon – Fassade brennt
Update vom 31. Dezember, 12:15 Uhr: Durch einen Feuerwerkskörper geriet am Dienstag (30. Dezember) in Reutlingen (Baden-Württemberg) eine Hausfassade in Brand. Ein 22-Jähriger hatte auf dem Balkon den Feuerwerkskörper kurz vor 22 Uhr entzündet. Die Polizei schätzt den Schaden auf 15.000 Euro.
Silvester 2026 in Deutschland – 4.300 Einsatzkräfte der Polizei sorgen in Berlin für Sicherheit
Das essen die Deutschen besonders gerne an Silvester




Erstmeldung vom 31. Dezember 2025
München – Zum Jahreswechsel 2025/2026 bereiten sich Polizei, Feuerwehr und Notärzte vor. Traditionell jedoch werden um Mitternacht überwiegend Millionen Menschen in Deutschland friedlich feiern. Feuerwerke in vielen Städten den Himmel erleuchten. Vergangenes Jahr überschatteten Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr in Berlin, München und Hamburg die ausgelassene Partystimmung. Durch Pyrotechnik gab es fünf Todesopfer und Schwerverletzte.
Allein in Berlin sollen 4.300 Polizisten für Sicherheit sorgen, das sind 3.300 mehr als in normalen Nächten. Die Feuerwehr bietet 1.600 Einsatzkräfte auf, dreimal so viel wie sonst. In Nordrhein-Westfalen sollen 7.600 Polizisten im Einsatz sein – 200 mehr als im Vorjahr. Politiker und Verbände riefen zu einem friedlichen Jahreswechsel auf. Silvester sei „kein Freibrief für Gewalt und Zerstörungswut“, warnte zum Beispiel NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag. Der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Einsätze zu Silvester seien „sehr gefährlich und teilweise unvorhersehbar“. (Quelle: dpa, Polizei, afp)
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