T Coronae Borealis
Historische Sternexplosion ist über Deutschland zu sehen
2024 kommt es im Weltall vermutlich zu einer Nova, die wir von der Erde aus beobachten können. Aber wie macht sich die Sternexplosion bemerkbar? Ein Experte klärt auf.
Hamm - Für gewöhnlich ist eine Explosion etwas, das wir abseits von Filmen und Stunt-Shows nicht beobachten wollen. Anders sieht es aus, wenn sich die Explosion nicht auf der Erde, sondern weit weit entfernt im Weltall ereignet. Regelmäßig kommt es zu solchen spektakulären Vorkommnissen, die sich mitunter sogar von der Erde aus beobachten lassen. Im Jahr 2024 könnten wir erneut Zeuge einer sogenannten Nova werden.
Historische Sternexplosion: Nova ist 2024 über Deutschland zu sehen
„Bisher tut sich noch nichts“, erläutert Prof. Dr. Susanne Hüttemeister im Gespräch mit wa.de den aktuellen Stand. „T Coronae Borealis steht aber unter Beobachtung.“ Das auf Deutsch „Nördliche Krone“ genannte Sternensystem ist nämlich bald wieder an der Reihe: Etwa alle 80 Jahre kommt es dort zu einer Nova. Die letzte Sternexplosion wurde dort im Jahr 1946 beobachtet.
Die meisten Experten sind sich sicher, dass es bereits im Laufe des Jahres 2024 soweit sein wird. „Leider kann man nicht vorhersagen, wann genau es zu der Nova kommen wird“, erklärt die Leiterin des Planetariums Bochum. Hüttemeister hofft auf einen Termin im Sommer oder frühen Herbst. Denn dann könne man, wenn die Wetterverhältnisse stimmen und der Himmel klar ist, die Nova gut am Himmel sehen.
„Die Nova ist mit bloßem Auge sichtbar“, erläutert Susanne Hüttemeister. Allerdings sollte man keine Explosion im eigentlichen Sinne oder eine Feuerwalze am Nachthimmel erwarten. Vielmehr macht sich das Ereignis als mittelheller Stern, der für einige Wochen am Himmel steht, bemerkbar.
Nova über Deutschland 2024 zu sehen: So hell ist die Sternexplosion
„Es wird ungefähr so hell wie der Polarstern sein“, sagt die Expertin. Damit wäre die Nova gut zu erkennen, aber es gäbe Sterne, die heller scheinen. Heißt: Wer nicht weiß, dass es die Nova gibt und die Sternbilder am Nachthimmel nicht so gut kennt, dass kleine Veränderungen direkt ins Auge fallen, wird nicht von selbst auf das Ereignis aufmerksam werden. Wer allerdings gezielt Ausschau danach hält, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Nova entdecken können. Zumal es zu Beginn der Nova ein großes mediales Echo geben wird.
Was ist eine Nova?
Unter einer Nova versteht man ein astronomisches Ereignis. Dabei wird ein Stern innerhalb kurzer Zeit viel heller, um daraufhin über einen Zeitraum von Wochen oder gar Monaten zu seiner ursprünglichen Helligkeit zurückzukehren. In den meisten Fällen findet ein solches Ereignis in einem sogenannten Doppelsternsystem statt. Das sind zwei Sterne, die nah beieinander stehen.
Einer der beiden Sterne ist ein Weißer Zwerg. Der andere, größere Stern gibt Materie an den Weißen Zwerg ab. Sobald eine bestimmte Menge Materie von dem Stern zum Weißen Zwerg gewandert ist, verbrennt das Material in einer thermonuklearen Explosion. Dieses Ereignis lässt sich für gewöhnlich sogar von der Erde aus beobachten. Es wirkt dann so, als würde für einige Zeit ein neuer Stern am Himmel erscheinen.
Übrigens: Eine Nova ist ein anderes Ereignis als eine Supernova. Während der Weiße Zwerg bei einer Supernova zerstört wird, übersteht er eine Nova. So kommt es dazu, dass sich eine Nova in regelmäßigen Abständen wiederholt.
Die Nova wurde im Laufe der Weltgeschichte schon häufiger beobachtet. Die wohl älteste Erwähnung lässt sich in den Aufzeichnungen eines deutschen Mönches im Mittelalter finden. Im Jahr 1217 beschreibt der Mönch ein „wunderbares Zeichen“ im entsprechenden Sternenbild. Im Jahr 1787 gab es Beobachtungen des englischen Astronomen Francis Wollaston.
Ein weiteres astronomisches Ereignis: Der Komet 12P/Pons Brooks fliegt über Deutschland hinweg. Mit etwas Glück kann auch er am Himmel gesehen werden. Außerdem haben wir 2024 in Deutschland gute Chancen, Polarlichter zu beobachten.
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