Kometensuche leicht gemacht

Heller Komet im April über Deutschland zu sehen –„Nicht bis Monatsende warten“

12P/Pons Brooks ist periodischer Komet mit einer Umlaufzeit von 71 Jahren.
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12P/Pons Brooks ist periodischer Komet mit einer Umlaufzeit von 71 Jahren. Er erfüllt die klassische Definition eines Kometen vom Halley-Typ.

Der Komet 12P/Pons Brooks fliegt über Deutschland. Am 21. April 2024 ist er am hellsten. So lange sollten Sie aber nicht warten, wenn Sie ihn sehen wollen.

Hamm - Sachen, die durch den Himmel fliegen und die man beobachten kann? Lieben die Menschen! Da passt es doch, dass aktuell ein neues Phänomen über unseren Köpfen zu entdecken ist. Der Komet mit dem sperrigen Namen 12P/Pons-Brooks – benannt nach seinen Entdeckern Jean-Louis Pons und William Robert Brooks – konnte bereits im März 2024 am Himmel über Deutschland beobachtet werden. Im April erreicht er seine größte Helligkeit. Doch Sie sollten nicht zu lange warten, wenn Sie noch einen Blick auf ihn erhaschen möchten.

Heller Komet im April über Deutschland zu sehen –„Nicht bis Monatsende warten“

Tatsächlich handelt es sich bei 12P/Pons-Brooks nicht um einen Ersttäter. Etwa alle 71 Jahre lässt er sich wieder blicken. Solange beträgt nämlich die Umlaufzeit des Himmelskörpers. Zum ersten Mal gesichtet wurde der Komet im Jahr 1812. Und daraufhin viele weitere Male. Vielleicht gehören Sie ja bald auch zu den Menschen, die einen Blick auf ihn werfen konnten.

„Für Amateur-Astronomen ist das ein tolles Phänomen“, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Institutsleiterin des Zeiss Planetariums in Bochum (NRW). „Es ist der hellste Komet seit zwei Jahren.“ Allerdings dämpft die Expertin die Erwartungshaltung all jener, die denken, sie müssten aktuell nur abends mal den Kopf heben und würden ein faszinierendes Schauspiel erleben. „Für die allgemeine Öffentlichkeit ist es eher schwierig, ihn zu entdecken“, sagt Hüttemeister.

Denn der Komet ist generell sehr weit weg von der Erde. Dadurch wirkt er sehr klein. Wahrnehmbar ist er eher als diffuser Lichtpunkt. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass man den Kometen von der Stadt aus mit bloßem Auge erkennen kann“, ist sich Prof. Dr. Susanne Hüttemeister sicher, auch wenn es in Ausnahmefällen schon zu solchen Beobachtungen kam. Etwas Besonderes ist P12/Pons-Brooks aber dennoch. Denn es benötigt nicht viel, um den Himmelskörper ausfindig zu machen.

Mit bloßem Auge kaum zu erkennen: Komet P12/Pons-Brooks ist etwas Besonderes

Schon ein einfaches Fernrohr könnte ausreichen, um bei guten Bedingungen erfolgreich zu sein. Laut der Expertin bieten sich vor allem die Abendstunden bei klarem Himmel an, um die Entdeckung zu machen. Während das schon im März möglich war, könnte der April sogar noch eine etwas bessere Möglichkeit für eine Sichtung bieten. Denn am 21. April ist der Komet so hell wie nie.

„Wer einen Blick auf den Kometen erhaschen möchte, sollte aber nicht bis zum Monatsende warten“, empfiehlt Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg. „Vor allem in Norddeutschland macht es Sinn, in der ersten Aprilhälfte nach ihm Ausschau zu halten. Dann ist er zwar noch nicht am hellsten, aber am 8. April ist Neumond und kein helles Mondlicht stört unsere Beobachtung.“ Ein weiterer Punkt sei, dass Komet 12P/Pons-Brooks in der ersten Aprilhälfte noch relativ hoch im Westen zu finden ist und er erst gegen 22.30 Uhr unter den Horizont sinkt.

Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternenfreunde e.V. gibt auf der Homepage des Vereins eine leicht zu folgende Anleitung, wie und wann der Komet zu sehen ist. „Ich empfehle, zunächst die beiden Sterne Alpha Andromedae und Alpha Arietis mithilfe einer drehbaren Sternkarte oder einer App zu identifizieren“, schreibt der Hobby-Astronom. Denn: Genau zwischen diesen beiden Sternen bewegt sich der Komet. So können sich Interessierte Himmelserkunder orientieren und haben einen Anhaltspunkt, wo genau zu suchen ist. Bereits ein kleines Fernglas sei ausreichend, um Pons-Brooks zu finden.

„Ein tolles Phänomen“: So können Sie den Kometen am besten am Himmel finden

„Man sollte mit der Beobachtung beginnen, wenn die Dämmerung weit fortgeschritten ist, aber der Himmel noch nicht ganz dunkel“, beschreibt Pilz weiter in seiner Anleitung. Ideal sei in etwa der Bereich zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr. Im Laufe des Monats würde der Komet noch heller werden, da er sich der Sonne weiter nähert. Das heißt allerdings auch, dass er bereits untergegangen ist, wenn völlige Dunkelheit herrscht. „Da er aber hell und kompakt ist, kann man ihn dennoch sehen“, schließt Pilz seine kleine Anleitung für Hobby-Astronomen.

Besonderes Glück haben übrigens die Amerikaner. Denn in Nordamerika kommt es am 8. April zu einer großen Sonnenfinsternis. Und während dieser ist der Komet ebenfalls zu erkennen. Der Erde am nächsten ist P12/Pons-Brooks im Juni 2024. Da haben die Bewohner der Nordhalbkugel allerdings nichts von. Denn der helle Komet ist dann nur noch von der Südhalbkugel aus zu entdecken.

Am Himmel gibt es noch weitere spannende Entdeckungen zu machen. So haben die Menschen in Deutschland 2024 gute Chancen, in den Genuss von Polarlichtern zu kommen. Anfang März machte eine kuriose Meldung die Runde. Es wurde auf Weltall-Schrott hingewiesen, der hätte herabstürzen können.

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