Naturphänomen
Polarlichter über Deutschland 2024: Sonnenhöhepunkt verspricht spektakuläre Sicht
Polarlichter kennen viele als Urlaubshighlight der Skandinavien-Reise. 2024 haben wir jedoch auch in Deutschland gute Chancen, das Lichtspektakel am Himmel zu sehen.
Hamm – Grüne und rote Lichter tanzen als lange, gewundene Streifen am Nachthimmel – das Naturphänomen, für das viele bis nach Norwegen oder in die Arktis fahren, kann in diesem Jahr auch in Deutschland beobachtet werden. In 2024 sind die Voraussetzungen für Polarlichter besonders gut.
Polarlichter in Deutschland: Voraussetzungen 2024 besonders gut
Der Grund: Die Sonne erreicht in diesem Jahr ihren Höhepunkt an Aktivität. „Alle 11 Jahre ändert sich das Magnetfeld der Sonne. Dann ist die Sonne stärker und die Chance höher, dass man Polarlichter auch in Deutschland sehen kann“, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Institutsleiterin des Zeiss Planetariums in Bochum.
Normalerweise sind Polarlichter in nördlichen oder weit südlichen Regionen wie Skandinavien oder der Antarktis zu sehen. Manchmal schaffen es die Lichtschleier aber auch bis an den deutschen Nachthimmel. „Häufig sind sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, aber mit der Kamera lassen sie sich einfangen“, so die Expertin.
Polarlicht-Sichtungen in Deutschland: So funktionierts
Im vergangenen Jahr gab es mehrere Polarlicht-Sichtungen in Deutschland. So hielten Fotografen das rötliche Leuchten unter anderem in Schleswig-Holstein, Bayern und NRW. „Die Polarlichter sehen hier anders aus, als in der Arktis. In der Arktis sind sie grün, hier rot. Das liegt daran, dass man in der Arktis genau darunter steht. Sie sind unten grün und oben rot. Deshalb heißen sie hier auch Aurora - nach der Göttin der Morgenröte“, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister.
Wer Polarlichter sehen möchte, kann sich vorher im Internet informieren. „Es gibt verschiedenen Internetseiten, die die Sonnenaktivität festhalten. Da gibt es dann häufig einen Polarlichtalarm. Wenn es einen Strahlungsausbruch gegeben hat, dauert es zwei Tage, so lange brauchen die Teilchen, um von der Sonne die 150 Millionen Kilometer bis zur Erde zurückzulegen“, erklärt die Expertin.
So entstehen Polarlichter
Polarlichter entstehen durch Eruptionen auf der Sonne. Dabei werden Sonnenteilchen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Erde geschleudert. Dieser sogenannte koronale Massenauswurf braucht etwa zwei Tage, bis er in der Erdatmosphäre ankommt. Dir Teilchen sind elektrisch geladen, treffen sie auf das Magnetfeld der Erde entstehen die typischen leuchtenden Lichtfäden am Himmel.
Am besten zu sehen sind Polarlichter an dunklen Orten, am besten außerhalb von Städten. Blickrichtung ist dabei immer Norden. „Und dann muss man natürlich auch ein bisschen Glück haben“, sagt Hüttemeister. Denn auch das Wetter spielt eine Rolle. „Die Polarlichter entstehen 80 Kilometer hoch in der Atmosphäre, da stört jedes bisschen Wolken.“
Sollte es in diesem Jahr nichts werden mit den Polarlichtern, dann werde es im kommenden Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit so weit sein.
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