Es ist ein Glücksspiel
Polarlichter über Deutschland: In der Nacht besteht die Chance, sie zu sehen
Es wird ein Glücksspiel sein, die Chancen sind aber da: In der Nacht zu Sonntag, 12. November, könnten über Deutschland wieder Polarlichter zu sehen sein.
Hamm - Nach einem Sonnensturm könnten in der Nacht zu Sonntag, 12. November, über Deutschland Polarlichter zu sehen sein. In diesem Jahr ist es bereits häufiger vorgekommen, dass das Spektakel auch hierzulande beobachtet werden konnte. Doch es ist jedes Mal ein Glücksspiel – auch in der kommenden Nacht. In einigen Regionen sind die Chancen definitiv höher als in anderen.
Polarlichter über Deutschland: In der Nacht besteht die Chance, sie zu sehen
Polarlichter sind etwas ganz Besonderes. Die Leuchterscheinung am Himmel möchte wohl jeder einmal in seinem Leben gesehen haben – am besten in den Polarregionen, wo sich die Lichter am intensivsten zeigen. Doch man muss nicht zwingend nach Alaska, Finnland oder Island reisen, um Polarlichter sehen zu können. Auch hierzulande tritt das Phänomen gelegentlich auf.
Polarlichter
Ursache für Polarlichter sind Sonneneruptionen, bei denen es zu einem sogenannten koronalen Masseauswurf Richtung Erde kommt, der aus Elektronen, Protonen und Atomkernen besteht. Weil Bestandteile des Plasmas elektrisch geladen sind, wirken sie im Wechsel mit dem Erdmagnetfeld und stauchen es quasi zusammen. Durch magnetische Kurzschlüsse im Schweif des Erdmagnetfeldes werden Teilchenströme in die Polarregionen erzeugt, die die Luftteilchen zum Leuchten anregen, was als grün oder rot leuchtendes Polarlicht sichtbar wird.
So könnte es nach einem Sonnensturm in der Nacht zum 12. November auch über Deutschland wieder so weit sein. Doch wer die Polarlichter beobachten will, muss ein wenig Glück haben, wie Carolin Liefke von der Vereinigung der Sternfreunde im hessischen Heppenheim der Deutschen Presse-Agentur erklärt. Die Chancen, die Erscheinungen am Himmel über Deutschland zu sehen, seien mäßig. „Es wird vermutlich nicht spektakulär“, sagte sie.
Polarlichter über Deutschland: Wetter spielt in einigen Regionen mit
Die größte Wahrscheinlichkeit bestehe in Schleswig-Holstein und darüber hinaus in Skandinavien, sagt Liefke. In den weiter südlich gelegenen Teilen von Deutschland würden die Chancen, Polarlichter zu sehen, etwa bei 30 bis 40 Prozent liegen. „Überraschungen sind aber immer drin“, fügte sie hinzu. Die beste Uhrzeit, um die Augen in Richtung Norden offenzuhalten, sei gegen Mitternacht. Wichtig werde sein, wie viel Sonnenteilchen nach der jüngsten Eruption zur Erde gelangen.
Auch das Wetter in der Nacht muss mitspielen. Die besten Chancen auf größere Wolkenlücken bestehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vermutlich südwestlich einer Linie von Nordrhein-Westfalen bis Bayern. Im Norden und Osten werde es hingegen voraussichtlich bewölkt sein. Am Alpenrand seien Schauer zu erwarten, Auflockerungen könne es in der zweiten Nachthälfte geben, sagte der DWD-Meteorologe Nico Bauer.
Polarlichter beobachtet man idealerweise fernab von künstlichen Lichtquellen: „Man sollte sich nicht unter die nächste Straßenlaterne stellen, sondern möglichst weit weg von der Stadt“, riet Liefke für den Fall, dass Polarlichter zu sehen sind. Zudem brauche es einen klaren Blick Richtung Nordhorizont. (mit dpa-Material)
Im März faszinierten Polarlichter die Menschen in NRW. Im Kreis Soest konnten zwei Fotografen das Naturschauspiel einfangen.
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