Region um Israel

Auswärtiges Amt weitet Reisewarnung aus„Weiterhin formell im Kriegszustand“

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für Israel erneuert. Grund ist eine erneute Eskalation in Nahost. Das Mittelmeer-Land befinde sich „weiterhin formell im Kriegszustand“.

Hamm – Wer sich mit der politischen Weltlage derzeit ein wenig befasst, für den dürfte diese Meldung wenig überraschend sein. „Vor Reisen nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete wird gewarnt“, erklärt das Auswärtige Amt. Grund ist der immer weiter eskalierende, respektive Krieg im Nahen Osten. Neue Entwicklungen haben dazu geführt, dass erneut Deutsche dazu aufgefordert werden mussten, das Land zu verlassen.

Reisewarnung für Mittelmeer-Land: „Israel befindet sich weiterhin formell im Kriegszustand“

„Deutsche Staatsangehörige, die sich derzeit im Gazastreifen oder im Westjordanland aufhalten, sollten – sofern möglich - ausreisen“, teilt das Auswärtige Amt mit. Es besteht eine konkrete Gefahr für Leib und Leben in dem Mittelmeer-Land. „Israel befindet sich weiterhin formell im Kriegszustand“, heißt es. Längst gleicht die gesamte Region einem Flächenbrand. Hunderttausende Menschen wurden vertrieben und befinden sich auf der Flucht, zahlreiche Zivilisten verloren bereits ihr Leben.

Nachdem es bereits am 1. Oktober zu einem iranischen Raketenangriff auf das gesamte israelische Staatsgebiet gekommen war, folgte nun der Vergeltungsschlag Israels. „Infolgedessen kam es am 26. Oktober 2024 zu einer militärischen Gegenreaktion seitens Israel gegen die Islamische Republik Iran“, erklärt das Auswärtige Amt. Die kriegerischen Handlungen begrenzen sich längst nicht mehr auf den Gazastreifen oder den Libanon, für den es Wochen zuvor ebenfalls schon eine Reisewarnung gegeben hat. „Die gesamtregionale Sicherheitslage ist somit weiterhin angespannt“, heißt es.

Die beiden Angreifer wurden erschossen. Nach einem Anschlag in Tel Aviv gab es mehrere Tote Anfang Oktober.

Besonders der nördliche Teil Israels sei dabei durch Raketenangriffe seitens der Hisbollah aus dem Libanon gefährdet. Das Auswärtige Amt erklärt dazu: „Die Angriffe treffen im Schwerpunkt den nördlichen Teil Israels. Es werden aber auch Ziele unterhalb der Linie Haifa-Nazareth angegriffen. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hisbollah ihre Angriffe auch auf ganz Israel ausweitet.“

Auswärtiges Amt warnt auch für terroristischen Angriffen

Doch nicht nur diese Raketenangriffe bergen eine tödliche Gefahr. Diese gehe auch weiterhin von einzelnen terroristischen Anschlägen aus. „Am 27. Oktober 2024 wurden bei einem Rammanschlag in Ramat HaSharon, einem Vorort von Tel Aviv in unmittelbarer Nähe zu einer Militärbasis, mehrere Personen verletzt“, teilt das Auswärtige Amt mit. Am 1. Oktober 2024 sei es außerdem zu einem Attentat im südlichen Stadtteil von Tel Aviv, Jaffa, gekommen. „Die beiden Attentäter schossen an einer Tramhaltestelle auf Zivilisten. Dabei wurden sieben Personen getötet. Zahlreiche weitere wurden verletzt“, heißt es.

Selbstreden sind auch die Menschen im angrenzenden Gazastreifen in Gefahr. Auch hier sollten Deutsche ausreisen, sofern möglich, und das betroffene Gebiet meiden. „Die Militäroperation im Gazastreifen, die infolge des Angriffes der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 begann, dauert weiterhin an“, erklärt das Auswärtige Amt. Weiter heißt es: „Mit Beschuss durch Raketen aus Gaza ist weiterhin zu rechnen. Zudem wird der Süden Israels immer wieder aus jemenitischem Gebiet beschossen.‘“ Die Lage bliebe somit „hoch volatil“. Ortschaften im Umfeld des Gazastreifens sowie entlang der Grenze zum Libanon seien daher auch durch die israelische Armee „evakuiert“ worden.

Reisewarnung für Israel: Lage in der gesamten Region extrem angespannt

Wie ernst und angespannt die Situation im gesamten Land ist, zeigt sich zunehmend auch im Westjordanland. Dort kommt es regelmäßig zu Militäreinsätzen mit in der Folge massiven gewalttätigen Ausschreitungen mit Todesopfern und zahlreichen Verletzten. „Es muss vermehrt mit der Einrichtung sogenannter ‚fliegender‘ Checkpoints gerechnet werden. Angriffe israelischer Siedler auf ausländische Besucher und Aktivisten haben, insbesondere in der Nähe von Nablus und Hebron, deutlich zugenommen“, erklärt das Auswärtige Amt.

Die Warnung fällt daher auch deutlich aus: „Die derzeitigen Spannungen in der Region bergen die Gefahr einer erheblichen weiteren Eskalation. Die Sicherheitslage, insbesondere an Feiertagen, kann sich schnell und ohne Vorwarnung weiter verschärfen.“

Einen Reise- und Sicherheitshinweis gibt es derweil auch für Kuba. Dort sollen Urlauber aber nicht wegen einer kriegerischen Auseinandersetzung Vorsicht walten lassen, sondern wegen des Stromausfalls, der die beliebte Urlaubsinsel lahmgelegt hat.

Rubriklistenbild: © Ilia Yefimovich/dpa

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