Teure Ferien

„Ferienverlängerung“: Familien droht hohes Bußgeld wegen Schule schwänzen

Ferien verlängern und Schule schwänzen: Wer versucht, dadurch Zeit und Geld zu sparen, hat die Rechnung ohne den Staat gemacht. Die Folge: hohe Bußgelder.

Hamm - Es sind Sommerferien in Nordrhein-Westfalen. Damit steht eine der schönsten Zeit im Jahr für Familien. Aber auch eine sehr teure Zeit für Urlaub. Kurz vor oder nach den Ferien wird es günstiger, vor allem die Flüge. Und auch der Stau ist nicht mehr kilometerlang. Doch die Ferien unerlaubt zu verlängern, macht es nicht besser. Denn wer beim Schulschwänzen erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen.

Ferien verlängern? Hohe Strafen für Schulschwänzer

Nur einen Tag länger im Urlaub bleiben, damit der Rückflug günstiger ist? Das kann richtig nach hinten losgehen. Allein im vergangenen Jahr wurden in NRW 2000 Bußgeld-Verfahren eingeleitet – gegen Schulschwänzen vor und nach den Ferien. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa) ergeben. Auch in diesem Jahr sollen Schulen schon zahlreiche Fälle gemeldet haben.

Wer die Ferien seiner Kinder auf eigene Faust verlängert, muss bezahlen. Fehlt ein Schüler unentschuldigt, liegt das Bußgeld zwischen 300 und 1000 Euro. Das trifft auch auf andere Anlässe zu, die zum Schwänzen verleiten. Selbst genehmigter Sonderurlaub und Wiederholungsfälle fallen teurer aus. Bei anderen Verstößen (nach 22 Uhr) drohen Bußgelder bis 50.000 Euro.

Eine Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf erklärt: „Wenn die Ferien unerlaubt verlängert werden und Schülerinnen und Schüler unentschuldigt den Unterricht oder sonstige verbindliche Schulveranstaltungen versäumen, muss jeder sorgeberechtigte Elternteil für jedes einzelne schulpflichtige Kind mit einem Bußgeld rechnen“. Wenn die Schulen Zweifel hegen, dürfen sie von den Eltern oder volljährigen Schülern außerdem ein Attest verlangen.

Viele Schulschwänzer: Das sind die Zahlen für NRW

Vor den Ferien, nach den Ferien oder aus anderen Gründen. Viele Schüler und Eltern gönnen sich ein paar Tage Extra-Urlaub im Jahr – und das unerlaubt. Das sind die Ergebnisse der Umfrage einiger Mittelbehörden für 2023:

  • Bezirksregierung Münster: 1618 Bußgeld-Verfahren, davon 206 Ferien-bedingt
  • Bezirksregierung Köln: 627 Bußgeld-Verfahren
  • Bezirksregierung Arnsberg: 1626 Bußgeld-Verfahren, davon 269 Ferien-bedingt
  • Bezirksregierung Detmold: 850 Bußgeld-Verfahren

Zahlen von Grundschulen, Hauptschulen und einigen Förderschulen sind nicht enthalten. Dabei sind es immer mehr Grundschüler, die regelmäßig nicht im Unterricht erscheinen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Zoonar.com/Kasper Ravlo

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