Mehrere Sonnenstürme
„Ungewöhnliches Ereignis“: Chance auf Polarlichter über Deutschland sehr groß
Die Chance, in Deutschland Polarlichter zu sehen, ist vom 11. auf den 12. Mai besonders groß. Auch in NRW. Der Grund sind fünf Sonnenstürme, die auf die Erde zusteuern.
Hamm - Polarlichter-Alarm in Deutschland! Das Weltraumwetter-Vorhersagezentrum (SWPC) der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA rechnet vom 10. bis zum 12. Mai mit gleich fünf Sonnenstürmen, die zur Erde gerichtet sind. „Das ist ein ungewöhnliches Ereignis“, heißt es in der Prognose. Erreicht ein Sonnensturm die Erde, tanzen Polarlichter am Himmel. Deshalb ist die Chance, das Wetterphänomen am Wochenende auch in Deutschland sehen zu können, besonders groß.
„Ungewöhnliches Ereignis“: Chance auf Polarlichter über Deutschland sehr groß
Vorweg: Eine Garantie auf Polarlichter in Deutschland gibt es trotz der Vielzahl an Sonnenstürmen selbstverständlich nicht. Doch die Wahrscheinlichkeit, auch in unseren Breiten welche am Himmel entdecken zu können, war in der Nacht vom 10. auf den 11. höher als sonst und wird in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai ebenfalls höher als sonst sein. In Soest haben unsere Kollegen beispielsweise imposante Bilder von Polarlichtern geschossen. Auch ein Fotograf aus Hamm hat Polarlichter mit der Kamera einfangen können. Dabei gilt wie immer: Je nördlicher der Beobachter ist, desto größer ist die Chance, Polarlichter am Himmel zu entdecken. Darauf sollten Interessierte achten:
- Vorab sollte man sich im Internet informieren, wann die Polarlichter-Aktivität besonders hoch ist. Es gibt mehrere Websites, die Vorhersagen auf Grundlage des SWPC treffen.
- Polarlichter sind am besten an dunklen Orten zu sehen, also außerhalb von Städten.
- Die Blickrichtung ist dabei immer Norden.
- Der Zeitpunkt der Beobachtung sollte so weit wie möglich von Sonnenaufgang und -untergang entfernt sein.
- Das Wetter muss stimmen. Polarlichter entstehen 80 Kilometer hoch in der Atmosphäre, jede Wolke stört die Sicht auf das Himmelsphänomen.
Dass die Menschen in Deutschland generell im Jahr 2024 gute Chancen haben, Polarlichter am Himmel zu sehen, hat einen Grund. Die Sonne erreicht nämlich in diesem Jahr ihren Höhepunkt an Aktivität. „Alle elf ahre ändert sich das Magnetfeld der Sonne. Dann ist die Sonne stärker und die Chance höher, dass man Polarlichter auch in Deutschland sehen kann“, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Institutsleiterin des Zeiss Planetariums in Bochum (NRW), im Gespräch mit wa.de.
„Häufig sind Polarlichter mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen“
„Häufig sind Polarlichter mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, aber mit der Kamera lassen sie sich einfangen“, erklärt die Expertin. So gab es bereits 2023 hierzulande mehrere imposante Fotos des Himmelsspektakels – sogar in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Bayern, also verhältnismäßig weit weg von Skandinavien, wo die Polarlichter dauernd zu sehen sind.
Dabei sehen die Polarlichter in Deutschland aber anders aus als etwa in der Arktis oder in Skandinavien. „In der Arktis sind sie grün, hier rot. Das liegt daran, dass man in der Arktis genau darunter steht. Sie sind unten grün und oben rot. Deshalb heißen sie hier auch Aurora – nach der Göttin der Morgenröte“, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister.
So entstehen Polarlichter
Polarlichter entstehen durch Eruptionen auf der Sonne. Dabei werden Sonnenteilchen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Erde geschleudert – das nennt man auch „Sonnensturm“. Dieser sogenannte koronale Massenauswurf braucht etwa zwei Tage, bis er in der Erdatmosphäre ankommt. Dir Teilchen sind elektrisch geladen, treffen sie auf das Magnetfeld der Erde entstehen die typischen leuchtenden Lichtfäden am Himmel.
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