Stellungnahme veröffentlicht
Betreiber nach Brand-Tragödie in Crans-Montana erstmals mit öffentlicher Stellungnahme
Feuer-Tragödie in der Schweiz: Betreiber-Ehepaar äußert sich erstmals öffentlich, während die Justiz wegen fahrlässiger Tötung gegen sie vorgeht.
Crans-Montana – Fünf Tage nach dem verheerenden Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, bei dem 40 Menschen starben und 116 weitere verletzt wurden, haben sich die Betreiber Jessica und Jacques Moretti erstmals öffentlich geäußert, wie blick.ch berichtet. In einer Stellungnahme, die über ihre Anwälte verbreitet wurde, bringen sie ihre Betroffenheit zum Ausdruck.
„Keine Worte können die Tragödie, die sich in jener Nacht im Constellation ereignete, angemessen beschreiben“, heißt es in der Erklärung des Ehepaars. „Dieser Ort der Feier verwandelte sich plötzlich in einen Ort des Grauens und der Angst.“ Die Betreiber betonen: „Wir sind am Boden zerstört und von Trauer überwältigt. Unsere Gedanken sind unaufhörlich bei den Angehörigen der Opfer, den Opfern, die so brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen wurden, und bei all jenen, die um ihr Leben kämpfen.“
Bar wird zur Todesfalle – Betreiber äußern sich in Stellungnahme
In ihrer Stellungnahme würdigen die Morettis die Arbeit der Rettungskräfte: „Keine Worte können wirklich ausdrücken, was Polizei, Rettungskräfte und medizinisches Personal mit Mut, der an Heldentum grenzt, durchgemacht haben und weiterhin durchmachen.“ Gleichzeitig versichern sie ihre vollständige Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden: „Seien Sie versichert, dass wir uneingeschränkt kooperieren und keinerlei dieser Angelegenheit ausweichen werden.“
Das Feuer war in der Silvesternacht durch funkensprühende Partyfontänen ausgelöst worden, die brennbare Schaumstoffpaneele an der Decke entzündeten. Die Bar war durch einen Umbau zu einer regelrechten Todesfalle geworden – ein versteckter Notausgang und die problematische Deckenverkleidung verschärften die Situation dramatisch.
Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert 40 Todesopfer – Bilder vom Unglücksort




Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung nach Bar-Brand in Crans-Montana
Gegen das Betreiberpaar wurde bereits ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Herbeiführung einer Feuersbrunst eingeleitet. Jessica Moretti selbst befand sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar und erlitt dabei eine Brandwunde am Arm, konnte das Krankenhaus jedoch bereits wieder verlassen. Aufgrund der laufenden Ermittlungen und „aus Respekt vor der Zeit der Trauer und des Gedenkens“ wollen sich die Morettis vorerst nur in diesem Kontext äußern.
Der Gemeinderat von Crans-Montana hat nach dem verheerenden Brand in einer örtlichen Bar Versäumnisse zugegeben, wie tagesschau.de berichtet. Die Behörden führten über Jahre hinweg keine Inspektionen in dem Lokal durch. Zudem war bereits vor diesem Zeitraum die Deckenisolierung offenbar nicht Gegenstand der Überprüfungen.
Das Lokal „Le Constellation“ im Schweizer Wintersportort Crans-Montana blieb von 2020 bis 2025 ohne behördliche Überwachung. Dies bestätigte die Gemeindeverwaltung von Crans-Montana. In diesem Zeitraum fanden weder Brandschutz- noch Sicherheitsinspektionen statt. Gemeinderatspräsident Nicolas Féraud äußerte: „Wir bedauern dies zutiefst.“ Die Ursache für das Ausbleiben der Kontrollen bleibt ungeklärt. Auch andere Barbetreiber erheben schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde.
Bei einer Pressekonferenz bekannte sich der Gemeinderat von Crans-Montana zu den unterlassenen Kontrollen nach dem Brandunfall in der Bar. Selbst bei den Inspektionen vor 2020 stand das Isoliermaterial an der Decke nach Angaben des Gemeinderats nicht im Fokus. Nach Ansicht der Ermittler könnte der Schaumstoff zur raschen Brandausbreitung beigetragen haben. Vermutlich entzündete er sich durch funkensprühende Partyfeuerwerke.
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