Wetter-Prognose
Arktischer Wintereinbruch? Irre März-Prognose schlägt Wellen
Ein arktischer Wintereinbruch bis minus 15 Grad? Diese irre Prognose für Mitte März schlägt derzeit hohe Wellen. Was hat es damit auf sich? Ein Meteorologe ordnet ein.
Hamm - Brrr, diese Prognose lässt Deutschland zittern! Laut eines Medienberichts hat das europäische Wettermodell angeblich einen heftigen Wintereinbruch berechnet. Die Rede ist von Tiefstwerten bis -15 Grad und Dauerfrost. Ist ein Märzwinter 2024 also doch noch nicht vom Tisch? Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net ordnet die irre Prognose ein – und kann beruhigen.
Eigentlich standen zuletzt alle Zeichen auf Frühling. Nach einem rekordwarmen Februar erreichten am ersten März-Wochenende die Temperaturen etwa in Nordrhein-Westfalen Höchstwerte um die 18 Grad. Die Prognose für den März-Anfang war eindeutig – und zum Teil sogar ungewöhnlich: mild, sonnig und weitestgehend trocken. Ein Märzwinter stand zunächst nicht zur Debatte.
Arktischer Wintereinbruch? Irre März-Prognose schlägt Wellen
Eine Prognose für die dritte Märzwoche sorgt jetzt für Gänsehaut. The Weather Channel berichtet von einer Berechnung des europäischen Wettermodells am 3. März, der zufolge arktische Luftmassen eisige Temperaturen nach Deutschland bringen werden. In dem Bericht wird zwar auf die Unsicherheiten in den aktuellen Vorhersagen verwiesen, allerdings ist auch die Rede von „Potenzial für einen harten Wintereinbruch“.
Die irre März-Prognose schlug schnell Wellen im Internet und überraschte auch den Meteorologen Dominik Jung. Der kann beruhigen und sagt ganz klar: „Die Schlagzeile ist wirklich sehr absurd.“ Kein einziges Wettermodell habe jemals für die nächsten Wochen einen arktischen Wintereinbruch in Deutschland vorhergesagt. Jung spricht sogar von „frei erfundenem Quatsch“.
Möglicherweise handelt es sich um eine Fehlinterpretation der Berechnungen. „Es war in den Wettermodellen mal drin, dass in der Höhe etwas kältere Luft zu uns kommt. Die haben wir auch jetzt über unseren Köpfen, deshalb ist es nicht mehr ganz so warm wie am Sonntag“, erklärt der Diplom-Meteorologe auf Nachfrage von wa.de.
„Nichts mit Wintereinbruch“: Wetter-Experte spricht Klartext zu irrer Prognose
„Fakt ist einfach: Es geht mild weiter. Nichts mit Wintereinbruch“, macht Jung deutlich. Zu erwarten sei in der nächsten Zeit eher ruhiges Wetter mit Temperaturen um die 7 bis 15 Grad. Nachts sei durchaus mal Boden- oder auch leichter Luftfrost möglich, „was völlig normal ist für Anfang März“.
„Es gibt momentan überhaupt keine Anzeichen für Schneefall bis runter in Deutschland“, so der Meteorologe weiter.
Rubriklistenbild: © Reiner Mroß