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Mogelpackung des Monats: Verbraucherzentrale entlarvt Aldi Nord
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine versteckte Preiserhöhung bei Aldi Nord aufgedeckt. Ein Produkt ist doppelt so teuer wie bislang.
Hamburg - Die Inflationsrate in Deutschland betrug im August im Vergleich zum Vorjahresmonat 1,9 Prozent. Wirtschaftsexperten prognostizieren für den September den niedrigsten Stand seit dreieinhalb Jahren, wie eine kürzlich durchgeführte Reuters-Umfrage ergab. Trotzdem können einzelne Produkte teurer werden. Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) hat die Preise in Supermärkten genau im Blick und hat bei Aldi Nord eine versteckte Preiserhöhung entdeckt. Das Produkt wurde umgehend zur „Mogelpackung des Monats“ gekürt.
Verbraucherzentrale entlarvt Aldi Nord mit Mogelpackung des Monats
Anstatt die Preise ihrer Produkte direkt zu erhöhen, wenden einige Unternehmen eine alternative Strategie an: Sie verringern den Inhalt. Dieses Vorgehen wird von Experten als Shrinkflation bezeichnet, da das Produkt dadurch effektiv teurer wird – oft ohne, dass die Verbraucher es bemerken.
Laut der Verbraucherzentrale Hamburg hat Aldi Nord nun einen neuen Negativrekord aufgestellt, der selbst die erfahrenen Verbraucherschützer überraschte: Das Produkt Biscotto Waffelblättchen ist um 100 Prozent teurer geworden, so ein Bericht der vzhh vom Donnerstag (26. September). Die Verbraucherzentrale führt seit fast zwei Jahrzehnten eine Liste von Mogelpackungen.
In dieser gesamten Zeit war eine solche drastische Erhöhung „ganz selten gegeben – wenn überhaupt bei Markenprodukten, aber noch nie bei einem Produkt eines Discounters“, laut der Verbraucherschützer. „Eine Preiserhöhung in dieser Größenordnung ist auch für uns eine Seltenheit – vor allem, wenn sie von einem Discounter kommt, der sich gerne als Preisführer präsentiert und Tiefstpreise verspricht.“
Verbraucherschützer akzeptieren Aldi Nords Begründung für versteckte Preiserhöhung nicht
Auf eine Anfrage der Verbraucherzentrale erklärte Aldi Nord, dass der Preis des Produktes aufgrund „der sehr stark gestiegenen Rohstoffpreise für Kakao“ angepasst wurde und wies darauf hin, dass die Biscotto Waffelblättchen „zu 82 Prozent aus Schokolade“ bestehen. Die Verbraucherschützer sehen das kritisch. „Aus unserer Sicht ist eine 100-Prozent-Preiserhöhung nicht mit höheren Rohstoffkosten zu begründen. Denn in den letzten Monaten zeigte die Tendenz bei den Preisen für Kakao wieder deutlich nach unten.“ Kurz zuvor hatte Aldi den Preis seiner eigenen Schokoladenmarke Moser Roth gesenkt.
Shrinkflation ist nicht der einzige Trick, den Unternehmen anwenden, um die Preise heimlich zu erhöhen. Eine weitere Methode ist die sogenannte Skimpflation: Hierbei sinkt die Qualität der Produkte. Laut der Verbraucherzentrale Hamburg ersetzen Unternehmen dabei hochwertige Zutaten wie passierte Tomaten, Sahne, Rapsöl oder Marzipan durch günstigere Alternativen, Wasser, Füllstoffe oder Aromen. Auch irreführende Angebote können eine Strategie sein, um die Gewinnspannen zu erhöhen. Der Europäische Gerichtshofs hat dieser Praxis in einem Urteil gegen Aldi Süd einen Riegel vorgeschoben.
Aldi revolutioniert das Design seiner Filialen und setzt künftig auf Holz. Eine nachhaltige Alternative, die nicht nur die CO₂-Bilanz verbessern soll.
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