Räum- und Streupflicht

Streusalz-Alternative im Winter – von einem kuriosen Hausmittel sollte man die Finger lassen

Gurkenwasser wird oft als Streusalz-Ersatz ins Spiel gebracht. ber das vermeintliche Hausmittel ist keine Alternative, um seiner Räum- und Streupflicht nachzukommen.

Hamm – Im Winter betrifft die Räum- und Streupflicht einen Großteil der Bürger. Bis zu einer bestimmten Uhrzeit müssen die Straßen und Gehwege von Schnee und Eis befreit werden. Vielen stellt sich da schnell die Frage: Womit stelle ich das am besten an? Streusalz ist in vielen Kommunen verboten, weil es der Umwelt schadet und auch für Hunde oder Katzen zur Gefahr werden kann. Es gibt Alternativen. Nur von einem kuriosen Hausmittel sollte man die Finger lassen.

Streusalz-Alternative für den Winter – von einem kuriosen Hausmittel sollte man die Finger lassen

„Das Salz bleibt nicht auf der Straße, wo es für Verkehrssicherheit sorgt, sondern gelangt durch den Verkehr und das Schmelzwasser in die benachbarte Umgebung“, erklärt der Bund Naturschutz in Bayern. Nicht nur Korrosionsschäden an Fahrzeugen aller Art und Brücken würden häufig auf das Konto von Streusalz gehen. „Schuhe und Kleidung werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Das Salz schädigt außerdem Bäume am Straßenrand oder im Garten“, erklären die Naturschützer.

Der Griff zum Streugut ist auch gar nicht immer unbedingt erforderlich. „Bei Schneefall reicht es meist aus, Gehwege gründlich und rechtzeitig mit Schippe oder Besen zu räumen“, meint der Umweltschutzverband. Sollten die betroffenen Flächen doch noch etwas glatt sein, etwa weil der Schnee schon ziemlich festgetreten und vereist war, würden sich diverse Alternativen zum Streusalz anbieten:

  • Sand
  • Kies
  • Sägespäne
  • Streumittel mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“

Auch das Umweltbundesamt rät zu einem schnellen Griff zu Schneeschippe und Besen, um den Einsatz von Streugut möglichst gering zu halten. Es sieht darin zwei Vorteile: „Zum einen erfüllen Sie damit Ihre gesetzliche Räumungspflicht, die meist eine Räumung bis spätestens 7 Uhr werktags vorsieht. Zum anderen machen Sie damit in den meisten Fällen den zusätzlichen Einsatz von Streumitteln überflüssig.“ Und einen weiteren umweltfreundlichen Tipp hat das Umweltbundesamt ebenfalls parat: „Fegen Sie nach der Schneeschmelze den ausgestreuten Splitt zusammen und verwenden Sie ihn beim nächsten Schneefall wieder.“

Gurkenwasser ist keine Streusalz-Alternative für den privaten Gebrauch

Immer wieder wird in diesem Zusammenhang auch die Verwendung von Gurkenwasser als Streusalz-Alternative in den Raum geworfen. Von diesem kuriosen Hausmittel sollten Sie allerdings besser die Finger lassen. „Die Bayerische Staatsbauverwaltung will nachhaltiger handeln und geht seit ein paar Jahren mit gutem Beispiel voran: Straßenmeistereien und Unternehmen nutzen Salzwasser aus der Gurkenproduktion der Firma Develey für den Winterdienst“, berichtet zwar Öko-Test. Von Gurkenwasser, wie es in den Gläsern bei den Verbrauchern landet, kann aber keinesfalls die Rede sein. Vielmehr handelt es sich um salzhaltiges Abwasser, dass ansonsten über eine Kläranlage entsorgt werden würde.  

Gurkenwasser soll als Streusalz-Alternative dienen. Der Begriff ist aber irreführend.

„Es handelt sich bei dem Streusalz-Ersatz um salzhaltiges Abwasser, nicht um das essigsaure Wasser aus Gurkengläsern. Große Mengen Essigsäure wären für die Umwelt ebenfalls problematisch“, stellt das Fachmagazin Utopia klar. Besser also, man greift auf die gängigen Streusalz-Alternativen im Winter zurück – die Umwelt wird es Ihnen danken.

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