Förderprogramm

Private Ladestation für E-Autos: Förderprogramm wurde bereits gestoppt

Bis zu 10.200 Euro gibt es beim neuen Förderprogramm für das Laden von Elektroautos mit Solarstrom. Der Ansturm war riesig. Die Mittel sind schon vergeben.

Update vom 27. September, 8.24 Uhr: Am Dienstag startete das neue staatliche Förderprogramm für E-Autos. Mit bis zu 10.200 Euro fördert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) private Ladestationen, die mit Solarstrom betrieben werden. Rund 33.000 Anträge wurden seit dem Start bewilligt. In der Nacht folgte dann der Stopp des Förderprogramms. Die Mittel – für die Förderung stehen in diesem Jahr 300 Millionen Euro bereit – sind bereits vergeben. Die hohe Nachfrage hatte zeitweise zur Überlastung des KfW-Kundenportals geführt. Sobald weitere Haushaltsmittel zur Verfügung stünden, wolle die KfW in ihrem Newsletter darüber informieren.

[Erstmeldung] Hamm - Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Immer mehr E-Autos werden in Deutschland zugelassen, die chinesische Marke BYD drängt sogar mit neuen Standorten in Nordrhein-Westfalen auf den Markt. Die öffentliche Lade-Infrastruktur wächst jedoch nicht so schnell – auf eine Ladesäule kommen statistisch gesehen ganze 23 Autos. Deshalb fördert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nun private Ladestationen, die mit Solarstrom betrieben werden. Es gibt bis zu 10.200 Euro. Allerdings ist das Geld an strenge Bedingungen geknüpft. Viele sind von der Förderung ausgeschlossen.

Private Ladestation für E-Autos: Wer bis zu 10.200 Euro Zuschuss der KfW erhalten kann

Die Idee ist einfach: Die Bundesregierung will das Autofahren mit selbstproduziertem, grünem Strom vorantreiben. Das tut sie über die KfW. Seit dem 26. September können Privatpersonen einen Antrag auf Geld aus dem „Förderprogramm 442“ stellen. Die Resonanz zum Start war derart groß, dass das Kundenportal „Meine KfW“, über das die Anträge gestellt werden können, schlapp machte.

Der Ansturm mag auch damit zusammenhängen, dass das Fördergeld nicht endlos fließt. Sind die eingeplanten 500 Millionen Euro weg, gibt es keinen Zuschuss mehr. Wer zu spät ist, schaut in die Röhre.

Aber wofür genau gibt es das Geld und an welche Bedingungen ist ein erfolgreicher Antrag gekoppelt? Konkret gefördert wird eine komplette Anlage (mit Betonung auf „komplett“), die Solarstrom erzeugen, speichern und ein Elektroauto laden kann – also alle Komponenten von der Photovoltaikanlage (Solarzellen, Wechselrichter) über den stationären Stromspeicher (Akku) bis zur Lademöglichkeit (Wallbox) sowie die Installation im Gesamtpaket. Einzelne Komponenten werden hingegen nicht gefördert.

KfW-Förderung für private Ladestationen an strenge Voraussetzungen gebunden

Um eine Förderung zu erhalten, müssen nach Angaben der KfW folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie besitzen ein selbst als Erstwohnsitz genutztes Wohnhaus in Deutschland – Wohnungseigentümer können die Fördermittel nicht beantragen.
  • Sie schaffen Ladestation (mindestens 11 Kilowatt Leistung), Photo­voltaik­anlage (mind. 5 Kilowattpeak Spitzenleistung) und Solar­strom­speicher (mind. 5 Kilowattstunden nutzbare Speicherkapazität) fabrikneu an.
  • Sie haben bis zum Zeit­punkt des Antrags noch keine dieser Komponenten bestellt.
  • Sie besitzen ein Elektro­auto (kein Hybridfahrzeug), das auf Sie oder eine in Ihrem Haus­halt lebende Person zugelassen ist oder Sie haben zum Zeit­punkt des Antrags ein Elektro­auto verbindlich bestellt. Falls Sie das Elektro­auto privat leasen, muss der Leasing­vertrag eine Laufzeit von mindestens 12 Monaten aufweisen. Ein Firmen- bzw. Dienstwagen entspricht nicht den Förder­voraussetzungen.
  • Ihr Wohngebäude besteht schon und Sie wohnen schon darin.
Wallbox für E-Auto an einem Wohnhaus: Bis zu 10.200 Euro beträgt die staatliche Förderung für Ladestationen mit selbstproduziertem Strom.

Die Höchst-Fördersumme von 10.200 Euro kann laut Bundesverkehrsministerium nur erhalten, wer den Akku seines Fahrzeugs auch zum Entladen freigibt. Der Akku kann so als kleiner Teil einer Reserve dienen, aus dem im Bedarfsfall auch Strom zurück ins Netz fließen kann oder im eigenen Haus benutzt wird. Ohne ein solches „bidirektionales Gesamtsystem“ beträgt der maximale Zuschuss 9600 Euro.

KfW-Förderung bis 10.200 Euro nur für Gesamtpaket am eigenen Haus

Die Förderung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Ladestation: 600 Euro pauschal (oder 1200 Euro bei bidirektionaler Ladefähigkeit)
  • Photovoltaikanlage: 600 Euro pro Kilowattpeak Spitzenleistung, maximal 6000 Euro
  • Solarstromspeicher: 600 Euro pro Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität, maximal 3000 Euro

Wer sich ein Auto kaufen möchte, um damit zum Arbeitsplatz zu fahren, kann eine finanzielle Förderung erhalten. Es müssen allerdings Voraussetzungen erfüllt werden.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

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