Gefahr beim Campen
Verhalten bei Gewitter auf dem Campingplatz – welchen Ort Sie dringend verlassen sollten
Im Auto und in Gebäuden ist man bei Gewitter sicher. Wie kann man handeln, wenn man beim Camping in freier Natur von Blitz und Donner überrascht wird?
Hamm - Campingplätze sind beliebte Reiseziele von deutschen Urlaubern. Sie versprechen oft Idylle, Entspannung und die Nähe zur Natur. Diese Naturnähe kann jedoch in manchen Situationen zum Problem werden. Zieht beispielsweise ein Gewitter auf, können sich Urlauber in ihre Campingwagen zurückziehen. Zelte hingegen bieten keinen Schutz bei schlechtem Wetter. Was bei Blitz und Donner zu tun ist, fasst wa.de zusammen.
Verhalten bei Gewitter auf dem Campingplatz – diese Regeln sollten Sie beachten
Wer mit einem Wohnmobil unterwegs ist, ist vor Blitzeinschlägen gut geschützt. Ähnlich wie ein Auto ist ein Camping-Mobil mit Metall-Karosserie ein sogenannter Faradayscher Käfig. Trifft ein Blitz auf einen solchen Käfig, verteilt sich die elektrische Ladung auf die Oberfläche, der Innenraum bleibt sicher.
Im Campingwagen ist man also grundsätzlich sicher, aber dabei ist trotzdem „wichtig, wo man steht. Unter einem Baum ist es natürlich schlecht, weil der Blitz dort einschlagen könnte und der Baum dann auf Campingwagen stürzt“, erklärt Thomas Reimann vom Campingportal pincamp.de im Gespräch mit wa.de. Zudem sollte man während eines Unwetters im Wohnmobil weder duschen noch Geschirr spülen und Leitungen wie Stromkabel außen am Wagen abziehen.
Zelte hingegen sind kein sicherer Ort bei Gewittern. Bei einem Blitzeinschlag bilden sich um die Zeltstangen herum im Erdreich Spannungstrichter mit Gefahr der Schrittspannung, erklärt das Fach-Portal. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) rät, das Zelt umgehend zu verlassen und einen sicheren Ort aufzusuchen. Wer sein Auto unweit des Zelts geparkt hat, sollte darin das Gewitter abwarten. Befindet man sich während des Unwetters außerhalb der Reichweite von sicheren Gebäuden oder Fahrzeugen, sind einige Hinweise zu beachten, um das Risiko eines Blitzeinschlags zu mindern:
- Erhöhungen wie Hügel und freies Gelände meiden
- Abstand zu Bäumen, Ufern, Holzmasten, Weidezäunen und Metallgittern halten, gleiches gilt für Stellplätze von Fahrzeugen und Zelten
- Bodenmulden, den Fuß eines Felsvorsprunges oder das Innere eines Waldes mit gleichmäßig hohem Baumbestand aufsuchen
- mit geschlossenen Beinen und eingezogenem Kopf hinhocken
- keine Personen oder Tiere berühren
- nicht in Gruppen nahe beieinander stehen
- keine metallischen Gegenstände berühren
Diese Punkte zählen übrigens auch zu den generellen Verhaltenstipps bei Gewittern. Ist es allerdings schon zu spät und Camper können das Zelt nicht mehr verlassen, sollten sie die Zeltwand und das Zeltgestänge nicht berühren. Die Experten empfehlen zudem, eine Kauerstellung in der Zeltmitte einzunehmen, möglichst auf einer trockenen Luftmatratze oder einer Campingliege. Außerdem kann es helfen, Stromkabel, die in das Zelt führen, zu entfernen. Ebenso können Plastikteller und Gummikapseln an den Gestängefüßen zur besseren Erdung entfernt werden.
In einem konkreten Fall in Soest wurde im Mai 2024 ein Zeltlager von einem Blitzeinschlag getroffen. Dabei gab es Verletzte.
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