Unwetter

Blitzeinschlag bei Zeltlager in Soest – „Kribbeln in Armen und Beinen“

Blitzeinschlag bei Feuerwehr-Zeltlager - 38 Personen kommen ins Krankenhaus
+
Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Betreuer wurden vom Rettungsdienst untersucht.

Das Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Soest wurde am Sonntag von einem Blitz getroffen. 38 Personen kamen ins Krankenhaus.

Soest - Das Jugendfeuerwehr-Pfingstzeltlager in Soest wurde am Sonntagmittag vom Blitz getroffen. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Betreuer standen in unmittelbarer Nähe zu dem „wilden Hausrüttler“, der um 13.46 Uhr auf dem Zeltlager-Gelände einschlug. 38 Personen kamen zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus.

Am Pfingstsonntag zog ein kurzes, aber heftiges Gewitter über den Kreis Soest hinweg und traf auch das Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren, das an diesem Wochenende in Soest-Ruploh auf dem Gelände der alten Raketenstation stattfindet. Es kam zu einem Blitzeinschlag, der für einige Personen stark zu spüren war. Nachdem es zunächst die Information gegeben hatte, dass niemand verletzt worden sei, gab es am Ende 38 Personen, die zur Untersuchung in verschiedene Krankenhäuser kamen. Das Zeltlager wurde unterbrochen.

Großeinsatz in Soest: Blitzeinschlag in Jugendfeuerwehr-Zeltlager

Nachdem der Blitz auf dem Gelände eingeschlagen war, hätten zunächst einige ein Kribbeln in den Beinen gemeldet, berichtet Kai Weets, Sprecher der Feuerwehr Soest. Daraufhin sei der Rettungsdienst alarmiert worden. Nachdem sich immer mehr Menschen an der Unfallhilfsstelle gemeldet hatten, wurde das Aufgebot mit dem Alarmstichwort „Massenanfall von Verletzten, Stufe 2“ stark vergrößert. Großeinsatz für Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus dem Kreis Soest.

Nach einem Blitzeinschlag im Jugendfeuerwehr-Zeltlager sind Feuerwehr, Rettungsdienst und Hilfsorganisationen im Großeinsatz.

Auf dem Gelände sollen sich zum Zeitpunkt des Blitzeinschlages 700 Kinder, Jugendliche und Betreuer sowie eine große Zahl von Besuchern aufgehalten haben. Laut Angaben von Kreisbrandmeister Thomas Wienecke wurden 62 Personen vor Ort vom Rettungsdienst untersucht. 38 von ihnen kamen in Krankenhäuser im gesamten Kreis Soest und Kreis Unna.

Großeinsatz nach Blitzeinschlag bei Zeltlager – „Kribbeln in Armen und Beinen“

Wienecke erklärt: „Mit allen Betroffenen wurde gesprochen, es fühlen sich alle sehr gut aufgehoben. Letztlich müssen 38 Personen ins Krankenhaus. Bei ihnen muss einfach auf Nummer sicher gegangen werden. Gerade die Personen, die sich in der Nähe befanden, hab den Blitzeinschlag stark gespürt. Sie klagten in der Folge über Kribbeln in Armen und Beinen. Neun Personen bedürfen einer intensivieren Abklärung.“

Grundsätzlich gilt - auch im Alltag: Wer einen Stromschlag bekommt, sollte einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, auch wenn es ihm vermeintlich gut geht. Denn unter anderem Herzrhythmusstörungen können trotz eines vermeintlichen Wohlbefindens auch verzögert auftreten.

Hinweis über die Warn-App Nina: Bei Beschwerden Arzt aufsuchen!

Daher schickte die Kreisleitstelle über die Warn-App Nina einen Hinweis: Alle Personen, die sich zum Zeitpunkt des Gewitters auf dem Gelände befunden haben und im Nachhinein Beschwerden verspüren, sollten sich selbstständig in ärztliche Behandlung geben sollen. Bei Rückfragen können sich Eltern oder Betroffene unter der Nummer 0175/4026565 melden.

Die Kinder und Jugendlichen sind nach dem Unwetter in zwei leeren Geflügelställen vor weiterem Starkregen oder möglichem Gewitter geschützt worden. Um die Logistik nicht zu gefährden, wurden die Eltern gebeten, sich nicht auf den Weg zum Zeltlager zu machen. Um 18 Uhr begann „die strukturierte Abreise der Jugendlichen in die jeweilige Stadt oder Gemeinde“. Dafür waren zahlreiche Mannschaftswagen aller Feuerwehren aus dem Kreis Soest sowie zwei Linienbusse zur alten Raketenstation gekommen. „Die weiteren Informationen erhalten die Eltern über die jeweiligen Jugendwarte“, hieß es von der Feuerwehr. Das Zeltlager soll am Montagmorgen weitergehen.

Blitzeinschlag in Soest – Wetter-Warnung gilt weiter

Laut dem Wetterdienst „Kachelmannwetter“ muss es sich bei dem Blitz, der um 13.46 Uhr auf dem Zeltlager-Gelände eingeschlagen war, um einen „wilden Hausrüttler“ mit einer Stärke von 119 Kiloampere gehandelt haben. Bei einem „wilden Hausrüttler“ handelt es sich um die höchste Stufe, in die Blitze eingeordnet werden.

Für den Kreis Soest hatte es am Sonntag zahlreiche Wetter-Warnungen gegeben. Die Unwetterwarnung vor „schwerem Gewitter und heftigem Starkregen und Hagel“ war für den Kreis Soest vom Deutschen Wetterdienst (DWD) um 13.06 Uhr - also 40 Minuten vor dem Blitzeinschlag - zunächst aufgehoben worden. Dabei handelt es sich um die DWD-Warnstufe 3.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare