Kriminalität bekämpfen
EU kündigt neue Bargeld-Maßnahme ein - strenge Regelung beschlossen
Die EU führt eine Obergrenze für Bargeld-Zahlungen ein. Diese Maßnahme könnte vor allem bei größeren Anschaffungen Auswirkungen haben.
Frankfurt – In der heutigen Zeit bevorzugen zahlreiche Leute die Bezahlung mit EC- oder Kreditkarte, während die Beliebtheit von Bargeld in Deutschland stetig abnimmt. Und doch hörten noch immer viele Menschen ihr Erspartes zu Hause. Oft aus Skepsis Banken gegenüber.
Die Europäische Union (EU) wird nun eine härtere Bargeld-Regelung einführen, die insbesondere bei größeren Einkäufen Auswirkungen haben könnte.
Die EU beabsichtigt, mit dieser neuen Vorschrift die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung voranzutreiben. Es wird eine sogenannte Bargeld-Obergrenze eingeführt, die EU-weit Anwendung findet. Diese Obergrenze wird auf 10.000 Euro festgesetzt, wie die EU-Kommission in einer Mitteilung am Donnerstag (18. Januar) mitteilte. Darüber hinaus haben die Mitgliedsländer die Option, ein niedrigeres Limit festzulegen oder bestehende Grenzen beizubehalten.
Neue EU-Regelung: Bargeldzahlungen nur noch bis 10.000 Euro
Für Bargeld-Transaktionen zwischen 3000 und 10.000 Euro ist nach der neuen Regelung ein Identitätsnachweis und ein Nachweis über die Herkunft des Geldes erforderlich. Diese Daten müssen von Händlern und Instituten erfasst und gespeichert werden. In Deutschland galt diese Regel bisher erst ab 10.000 Euro.
„Mit der vorläufigen Einigung über eine Verordnung zur Bekämpfung der Geldwäsche werden die betreffenden Vorschriften erstmals EU-weit vollständig harmonisiert und potenzielle Schlupflöcher geschlossen, die von Kriminellen genutzt werden, um über das Finanzsystem illegal erworbene Gelder zu waschen oder terroristische Aktivitäten zu finanzieren“, so die Kommission.
Neue Bargeld-Grenze der EU – obwohl Deutschland kritisch ist
Bis die neue Regelung wirksam wird, gibt es keine Beschränkung für Barzahlungen. Deutschland hatte sich vor der Einigung kritisch zu einer Obergrenze geäußert. In anderen Ländern gibt es jedoch bereits Obergrenzen für Barzahlungen. In Belgien beträgt die Obergrenze beispielsweise 3000 Euro, in Italien 5000 Euro.
Des Weiteren werden Luxusgüterhändler, Anbieter von Krypto-Vermögenswerten und Profifußballvereine verpflichtet, ab bestimmten Beträgen ihre Kunden zu überprüfen und verdächtige Aktivitäten zu melden. Die neue EU-Regelung beschränkt sich jedoch nicht nur auf Verbraucherkäufe, sondern gilt auch für Zahlungen zwischen zwei Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Für Verbraucher bleibt der Besitz von Bargeld weiterhin unbegrenzt möglich. Es wird sogar empfohlen, insbesondere für Notfälle etwas Bargeld zu Hause zu haben.
Bargeld-Obergrenze soll „Ein Ende für das Geldwäscheparadies Deutschland“ sein
Die Grünen hatten nach dem Urteil im Cum-Ex-Steuerskandal im Frühjahr 2023 strengere Regeln für Barzahlungen gefordert. „Ein Ende für das Geldwäscheparadies Deutschland geht nur mit einer Bargeldobergrenze“, äußerte der Bundestagsabgeordnete Bruno Hönel damals. Das von Christian Lindner (FDP) geleitete Bundesfinanzministerium hatte bis zuletzt Bedenken geäußert.
„Bargeld muss als Alternative zum digitalen Zahlungsverkehr erhalten bleiben“, berichtete das Handelsblatt aus dem Ministerium. Die Gesetzgebung der EU-Kommission muss nur noch formell verabschiedet werden. Es könnte jedoch noch eine Weile dauern, bis die Obergrenze tatsächlich in Kraft tritt. Nach Angaben des Parlaments sollen die neuen Regeln grundsätzlich drei Jahre nach Inkrafttreten gelten. Nach einer Reihe von Automatensprengungen hat eine Bank auf Bargeld-Pavillons gesetzt, während eine Sparkasse nun kein Bargeld mehr akzeptieren will.
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