Limit soll kommen
EU plant Offensive gegen Bargeld: Obergrenze für Zahlungen im Visier
Brüssel will das Bezahlen mit Bargeld innerhalb der EU einschränken. Ein Limit-Betrag kristallisiert sich heraus. Auch Deutschland wäre betroffen.
München - Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Einer neuen Umfrage zufolge sind Scheine und Münzen für 71 Prozent der Menschen in Deutschland die am häufigsten genutzte Zahlungsmethode. Doch die Beliebtheit könnte bald einen Dämpfer bekommen. Die Europäische Union will den Einsatz beschränken und plant eine Obergrenze für Zahlungen.
Das Thema steht in der EU bereits seit Langem auf der Agenda. Brüssel will mit dem Limit Geldwäsche erschweren. Der EU-Kommission schwebt eine Obergrenze von 10.000 Euro vor. Dieser Betrag ist von den EU-Ländern auch schon gebilligt worden. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser sprach sich für 10.000 Euro als Bargeld-Limit aus. Das Europäische Parlament forderte zuletzt sogar 7000 Euro als Maximum.
Bargeld-Obergrenze in EU: Sie dürfte zwischen 7000 und 10.000 Euro liegen
Die Österreichische Nationalbank (OeNB) geht davon aus, dass sich eine EU-weit geltende Bargeldobergrenze innerhalb dieser Spanne bewegen wird. Es werde wohl zu einem Beschluss kommen, sagte Matthias Schroth, Direktor der Hauptabteilung Bargeld, Beteiligungen und Interne Dienste, laut Parlamentskorrespondenz am Dienstag (5. Dezember) im Finanzausschuss des österreichischen Nationalrats.
EU-Kommission, -Parlament und -Mitglieder müssten sich noch einigen. Wann es den Beschluss gibt, sei laut Schroth offen. Der Rechtswissenschaftler betonte, dass eine Abschaffung des Bargelds nicht zu erwarten sei. In Österreich ist Bargeld noch gefragter als in Deutschland. Laut der Befragung der Management- und Technologieberatung BearingPoint ist für 79 Prozent der Österreicher Cash die am häufigsten genutzte Bezahlmethode.
Von EU beschlossenes Bargeld-Limit müsste auch in Deutschland gelten
Sollten sich die EU-Organe einigen, hätte das für beide deutschsprachigen Länder direkte Folgen. Wird die Regelung gesetzlich fixiert, gilt sie auch in den Mitgliedsländern. Denn EU-Verordnungen haben Vorrang vor nationalem Recht.
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Während eine Obergrenze für Bargeld europaweit verbreitet ist – von 15.000 Euro in Kroatien über 5000 Euro in Italien bis zu 500 Euro in Griechenland –, gibt es eine solche Regelung weder in Österreich noch in Deutschland. In der Bundesrepublik existieren lediglich Bedingungen. So ist etwa ein Händler bei Geschäften ab 10.000 Euro verpflichtet, sich einen Ausweis vorzeigen zu lassen, die Daten zu erfassen und aufzubewahren. Wegen des laxen Umgangs mit Bargeldzahlungen gilt Deutschland als Geldwäsche-Paradies. (mt)
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