Betrug!

Anruf von niederländischer Nummer – Gehen Sie nicht ran

Wenn eine Nummer aus den Niederlanden auf Ihrem Telefon oder Handy erscheint, ist es empfehlenswert, nicht zu antworten. Es könnten unerwartete Kosten entstehen.

Hamm - Das Telefon klingelt, auf dem Display erscheint eine Nummer mit der Vorwahl der Niederlande. Komisch, mag man sich denken. Man kennt doch eigentlich niemanden aus dem NRW-Nachbarland. Doch die Niederländer gelten als sympathische Zeitgenossen, was soll da schiefgehen? Aber Achtung: Die Vorwahl +31 steht derzeit im Fokus einer Welle von Spam-Anrufen, die auf Betrug ausgerichtet sind, wie beispielsweise anhand diverser Meldungen im Online-Forum gutefrage.net zu sehen ist. Wer abhebt oder gar zurückruft, läuft Gefahr, in eine Kostenfalle zu tappen.

Anruf von niederländischer Nummer – Sie sollten auf keinen Fall abheben

Viele der Anrufe aus den Niederlanden sind sogenannte Ping-Anrufe, wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage erläutert. Dabei klingelt das Telefon nur einmal, um Sie zu einem Rückruf zu verleiten. Rufen Sie zurück, können Gebühren von bis zu 3 Euro pro Minute entstehen – meist für Bandansagen, die absichtlich in die Länge gezogen werden. Eine dreiste Masche, die dafür sorgt, dass Ihnen das Geld aus den Taschen gezogen wird.

In anderen Fällen handelt es sich um automatisierte Bandansagen, die vorgeben, von bekannten Unternehmen wie PayPal oder Amazon zu stammen. Es wird behauptet, es gäbe ein Problem mit Ihrem Konto oder eine unautorisierte Zahlung. Ziel der Betrüger ist es, persönliche Daten oder Kontoinformationen zu stehlen. Hier gilt: Verraten Sie auf keinen Fall sensible Daten in einem solchen Telefonat. Die großen Onlinehändler und Bezahldienste betonen, dass die Kunden für gewöhnlich in solchen Fällen nicht telefonisch kontaktiert und nach persönlichen Daten gefragt werden würden.

Unter anderem folgende Nummern mit niederländischer Vorwahl sind in letzter Zeit aufgefallen und Teil diverser Warnungen von Cleverdial, Spam Calls und der Bundesnetzagentur:

+31 6 12539230Wird mit Gewinnspielbetrug in Verbindung gebracht.
+31 6 17780892Bekannt für Abo-Fallen.
+31 6 13471518Ebenfalls im Zusammenhang mit Kostenfallen gemeldet.
+31 6 13812655Verdacht auf betrügerische Absichten.
+31 6 49017617Meldungen über betrügerische Anrufe.
+31 6 49330120Bekannt für Spam-Anrufe.
+31 6 45854141Wird mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung gebracht.
+31 6 49341517Verdacht auf Kostenfallen.
+31 6 47901046Meldungen über betrügerische Anrufe.
+31 6 12082316Bekannt für Spam-Anrufe.

Ähnliche Anrufe gibt es auch aus anderen Ländern wie Großbritannien (+44) oder Polen (+48), doch niederländische Nummern stehen aktuell im Fokus.

Wie Sie sich schützen können:

  • Nicht abheben: Wenn Sie keine Kontakte in den Niederlanden haben, ignorieren Sie solche Anrufe.
  • Kein Rückruf: Rufen Sie auf keinen Fall zurück, auch wenn die Nummer seriös wirkt.
  • Nummern sperren: Blockieren Sie verdächtige Nummern in Ihrem Smartphone oder Router. Viele Router, wie die Fritzbox, erlauben das Sperren ganzer Vorwahlbereiche.
  • Informieren und melden: Verdächtige Nummern können Sie bei der Bundesnetzagentur melden. Diese führt Listen bekannter Spam-Nummern.

Niederländische Nummer erscheint auf dem Display: Es gibt verschiedene Betrugsmaschen

Neben den bereits genannten Ping-Anrufen und dem Daten-Diebstahl durch automatisierte Ansagen gibt es weitere Betrugsmaschen, die häufig genutzt werden. Eine davon sind WhatsApp-Nachrichten, die nach einem verpassten Anruf gesendet werden. In diesen Nachrichten wird oft dazu aufgefordert, eine Nummer zu speichern oder auf einen Link zu klicken – ein Versuch, persönliche Daten abzugreifen.

Auch direkte Anrufe, bei denen ein Gespräch mit einem Betrüger stattfindet, sind gängige Methoden. Dabei werden persönliche Fragen gestellt, wie etwa „Können Sie mich hören?“. Ein einfaches „Ja“ kann von den Betrügern manipuliert werden, um fiktive Verträge oder Abonnements zu erstellen. Darüber hinaus gibt es die Masche, vermeintliche Jobangebote anzubieten, oder zu behaupten, dass persönliche Dokumente missbraucht wurden, um Vertrauen zu gewinnen und sensible Informationen zu erlangen. Jede dieser Strategien zielt darauf ab, die Betroffenen finanziell oder datentechnisch zu schädigen.

Gerade vor Weihnachten häufen sich Betrugsversuche. Viele Menschen bestellen online, was die Betrüger nutzen, um Vertrauen zu erwecken – etwa mit Ansagen zu angeblichen Paketproblemen oder Zahlungen. Die Hektik der Feiertage erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass jemand unvorsichtig abhebt oder zurückruft.

Immer häufiger werden Menschen auch Opfer von Betrug bei Investitionen in Kryptowährungen. Die Polizei hat Tipps, wie Sie auf die Masche nicht hereinfallen. Cyberkriminelle haben es darüber hinaus auf Nutzer von ELSTER abgesehen. Ein falscher Klick kann zu Datenklau und finanziellen Schäden führen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Westend61

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