Abzocke
Achtung, gefährlicher Anruf aus Italien: Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht bei WhatsApp-Chats
Betrüger haben es aktuell auf Arbeitssuchende abgesehen. Ein Fehler sollte dringend vermieden werden – sonst könnten die privaten Daten gefährdet sein.
Frankfurt – Anrufe zu vorgetäuschten Gewinnspielen, Fake-Anrufe im Namen von Behörden oder gefälschte SMS und WhatsApp-Nachrichten – der Telefonbetrug kennt keine Grenzen. Dabei ist das Vorgehen der Täterinnen und Täter immer facettenreicher, die Betrugsfälle gefährlicher, weil sie für die Betroffenen zunehmend schwieriger zu erkennen sind.
Auch wenn sich kriminelle Aktivitäten seit einigen Jahren vermehrt ins Internet verlagert haben, ist der Telefonbetrug weiterhin ein ernsthaftes Problem. Kürzlich erst warnten Firmen vor einer Betrugsmasche per Telefon. Aktuell ist ein neuer Telefonbetrug im Umlauf, der insbesondere Arbeitssuchende ins Visier nimmt, berichtet die Nachrichtenseite Suedtirolnews.it. Was Betroffene niemals tun sollten und wie sich am besten davor schützen können.
Verbraucherschützer warnen vor neuen Telefon-Betrugsmasche
Nach einem Bewerbungsprozess beginnt für viele Arbeitssuchende die schwierigste Phase: das Warten auf die Rückmeldung. Doch den Traum von einem Job nutzen Kriminelle derzeit für ihre betrügerischen Absichten. Denn mit einer raffinierten Methode sollen Betroffene zur Herausgabe von persönlichen Daten gebracht werden.
Dem Bericht zufolge erhalten viele Südtirolerinnen und Südtiroler aktuell Anrufe von einer unbekannten Telefonnummer, meist einer italienischen Handynummer. Wird der Anruf angenommen, wird eine automatische Bandaufnahme abgespielt, in der behauptet wird, ein Lebenslauf sei eingegangen. Um weitere Details zu erhalten, werden die Betroffenen aufgefordert, die Nummer bei WhatsApp hinzuzufügen, um einen Chat zu starten.
Doch hier mahnt die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) zur Vorsicht. Denn mit dem Start des WhatsApp-Chats könnte das Risiko von Viren, Datendiebstahl oder Geldforderungen bestehen. „Kein seriöser Arbeitgeber macht Jobangebote über vorab aufgezeichnete Anrufe oder fordert zur Kommunikation allein über WhatsApp auf“, so die Verbraucherschützer.
Kürzlich warnten Verbraucherschützer auch vor einem Wort, das den Betroffenen bei einem Betrugsanruf teuer zu stehen kommen könnte.
Gefährlicher Anruf: Was Sie über den Lebenslauf-Betrug wissen müssen
Wer den WhatsApp-Chat öffnet, werde demnach an eine angebliche Agentur weitergeleitet, die lukrative Online-Jobs anbietet. In manchen Fällen werde auch ein Link verschickt, der zu Formularen führen soll, die für den Arbeitgeber ausgefüllt werden müssen. Laut Verbraucherschützer sei das eigentliche Ziel jedoch, ihre Opfer dazu zu bringen, immer größere Geldbeträge auf unseriöse Trading-Plattformen zu überweisen. Die VZS rät daher dringend zur Vorsicht und warnt davor, auf unseriöse Angebote über WhatsApp einzugehen.
Der Betrug könne schnell bei Personen auffliegen, die nicht arbeitssuchend sind und sich folglich auch auf keine Stellenausschreibung beworben haben. Für Arbeitssuchende hingegen, die tatsächlich auf eine Rückmeldung warten, könnte die Betrugsmasche durchaus wirksam sein und glaubwürdig klingen, schreibt der italienischen Nachrichtensender Rainews.it.
Lebenslauf-Betrug: So können Sie sich am besten davor schützen
Die Gefahr durch Betrugsversuche über das Telefon wächst. Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) nehmen die telefonischen Betrugsmaschen in Deutschland sogar stetig zu, weshalb regelmäßig vor betrügerischen Anrufen gewarnt wird.
Ein gesundes Misstrauen und Wachsamkeit seien wichtige Voraussetzungen, um sich vor Betrug am Telefon zu schützen. Und damit sich Verbraucher vor dem derzeit kursierenden Lebenslauf-Betrug besser schützen können, gibt die VZS folgende Tipps:
- Verdächtige Anrufe ignorieren und die Nummer sofort blockieren.
- Keine Links anklicken oder WhatsApp-Chats mit unbekannten Personen starten, die Jobangebote versprechen.
- Unternehmen immer auf offiziellen Webseiten überprüfen und misstrauisch sein, wenn Investitionen in nicht regulierte Plattformen verlangt werden.
- Bei Verdacht oder Betrug sofort die Polizei informieren und sich an Verbraucherorganisationen wenden.
Ein neues System in Italien soll es Urlaubern künftig ermöglichen, sich vor Betrug zu schützen – dazu sollten sie eine bestimmte Nummer kennen. In einem Fall wurde jedoch der Besitzer einer Unterkunft Opfer eines Betrugs und durchlebte einen Mieter-Albtraum. (vw)
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