Detailarbeit

Es wird eng für Marius Borg Høiby: Videos mutmaßlicher Opfer in Daten-Safe entdeckt

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby in der dritten Woche: Ermittler präsentieren vor Gericht belastendes Videomaterial aus einer verschlüsselten App.

Oslo – Die Beweislage gegen Marius Borg Høiby (29) verdichtet sich. Vor dem Bezirksgericht in Oslo sagt der pensionierte Kripos-Ermittler Stig Berg Larsen aus. Er präsentiert technische Beweise, die den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) schwer belasten könnten. Es geht um Funde auf dem beschlagnahmten iPhone 15 des Angeklagten.

Marius Borg Høiby steht in seiner dritten Prozesswoche. Ein Experte erklärt, wo er Fotos und Video versteckte.


Die Ermittler stoßen auf eine App namens „PhotoVault“ (bedeutet übersetzt etwa: Foto-Tresor), die Marius Borg Høiby offenbar nutzte, um kompromittierendes Material zu verbergen. „Das ist eine App, mit der man Bilder und Videos hinter einem Passwort verstecken und schützen kann“, erklärt Stig Berg Larsen laut Bild vor Gericht. Die norwegische Zeitung Nettavisen berichtet, dass am 24. März 2024 fünf Videos und drei Bilder in die App übertragen wurden.

Marius Borg Høiby kaufte „PhotoVault“-App kurz nach mutmaßlicher Tat – Ermittler sehen darin belastenden Beweis

Besonders brisant erscheint den Strafverfolgern der Zeitpunkt, zu dem Marius Borg Høiby die App erworben hat. Laut Staatsanwalt Sturla Henriksbø erfolgte der Kauf „weniger als zwei Stunden“, nachdem er Videos angefertigt haben soll. Das war genau an jenem Tag, an dem eine der mutmaßlichen Vergewaltigungen stattgefunden haben soll. Die Anklage wirft dem 29-Jährigen vor, zwei Frauen im Schlaf missbraucht und dabei gefilmt zu haben. Die Frauen wussten nach eigenen Angaben nichts von den Aufnahmen. Die Polizei zeigte sie ihnen erst 2025 bei Vernehmungen.

Im Prozess sagen nun nacheinander die mutmaßlichen Opfer und Marius aus, Experten werden gehört. Die norwegische Zeitung Nettavisen beschreibt, wie die technischen Analysen im Gerichtssaal präsentiert werden. Marius Borg Høiby steht insgesamt 38 Anklagepunkten gegenüber – darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
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Die Verteidigung steht vor einer schwierigen Aufgabe. Neben den Videos auf dem iPhone finden die Ermittler auch belastendes Material auf Marius Borg Høibys MacBook Pro. Der Prozess, der bis Mitte März angesetzt ist, entwickelt sich zu einer schweren Belastungsprobe für die norwegische Königsfamilie. Die App-Käufe und die systematische Verschlüsselung des Materials legen nahe, dass sich der Angeklagte seiner Handlungen bewusst war – ein Umstand, der die Beweislage erheblich verschärft. Verwendete Quellen: nettavisen.no, bild.de

Rubriklistenbild: © Lise Aserudf/dpa

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