Königshaus-Drama

Brisanter Prozess gegen Marius Borg Høiby gestartet: Bis zu 16 Jahre Haft drohen

Der 29-jährige Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, steht wegen 38 Anklagepunkten vor Gericht. Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer.

Dramatische Stunden für die norwegische Kronprinzenfamilie: Nur zwei Tage vor Prozessbeginn wurde Marius Borg Høiby (29) am Sonntagabend festgenommen. Wie die norwegische Nachrichtenseite Nettavisen berichtet, wird dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoß gegen ein Besuchsverbot vorgeworfen. Das Osloer Gericht ordnete daraufhin Untersuchungshaft bis zum 2. März an – wegen Wiederholungsgefahr.

Trotzdem begann der Prozess wie geplant. Laut Bild-Informationen ist der Sohn von Mette-Marit im Gericht angekommen und die Verhandlung hat begonnen. Marius sitzt zwischen seinen Verteidigern und macht einen nervösen Eindruck. Als er sich erhebt und man seine Personalien aufnimmt, kann der Sohn von Mette-Marit bei der Frage nach seinem Beruf keine verständliche Antwort geben. Die Anklage umfasst 38 Punkte und man liest sie ihm jetzt vor. Er schaut zu Boden. In seiner Hand hält Marius offenbar einen Rosenkranz. Marius bekennt sich zu den Anschuldigungen nicht schuldig (Vergewaltigungen), teilweise schuldig (z. B. rücksichtsloses Verhalten, Verstoß gegen Straßenverkehrsordnung), aber auch schuldig (z. B. schweres Drogenvergehen, Fahren ohne Fahrerlaubnis). Foto- und Filmaufnahmen sind im Gerichtssaal nicht gestattet.

Die Familie lässt Marius Borg Høiby in dieser schweren Zeit nicht allein. Wie die norwegische Zeitung Dagbladet meldet, untersuchten Ärzte den 29-Jährigen am Montag in einem Krankenhaus auf Østlandet medizinisch. Wie die Zeitschrift Se og Hør vermutet, ging es Marius schlecht. Doch er wurde für prozesstauglich erklärt. Die Untersuchungen erfolgten im Zusammenhang mit den schweren Anschuldigungen gegen ihn. Während seines Krankenhausaufenthalts erhielt Marius Borg Høiby Besuch von seiner Mutter Kronprinzessin Mette-Marit, seinem Stiefvater Kronprinz Haakon (52) und seiner Halbschwester Prinzessin Ingrid Alexandra (22). Fotos zeigen die Kronprinzenfamilie beim Gespräch vor der Klinik.

Marius Borg Høiby macht zur Stunde erste Aussagen vor dem Osloer Bezirksgericht

Die Vorwürfe gegen Marius Borg Høiby wiegen schwer. Die Anklage umfasst insgesamt 38 Punkte, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen sowie körperliche und psychische Misshandlung mehrerer Ex-Freundinnen. Die Verhandlungen sind bis zum 19. März angelegt. Dem Stiefsohn des Kronprinzen drohen bis zu 16 Jahre Haft. Die schwerwiegendsten Vorwürfe bestreitet Marius Borg Høiby nach Angaben seiner Verteidiger. Ob Marius’ Anwalt Berufung gegen die Haft einlegt, die bis zum 2. März angesetzt ist, ist noch nicht klar.

Kronprinz Haakon hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass die Familie dem Gerichtsprozess fernbleiben werde. Wie der norwegische TV-Sender NRK berichtet, erklärte der Thronfolger wörtlich: „Angesichts der aktuellen Situation ist das die beste Lösung. Aber wir werden den Fall so gut wie möglich über die Medien verfolgen und Marius in dieser Zeit begleiten.“ Kronprinzessin Mette-Marit plane für die kommenden Wochen eine private Reise und werde sich während des Prozesses nicht in der Nähe aufhalten, so die britische Tageszeitung The Guardian.

Der Krankenhausbesuch der gesamten Familie zeigt: Trotz der schweren Vorwürfe steht die Kronprinzenfamilie zu Marius Borg Høiby. Die Bilder vom Montag dokumentieren einen seltenen Moment des familiären Zusammenhalts in einer der schwierigsten Phasen, die das norwegische Königshaus je durchleben musste. Trotz allem betonte Kronprinz Haakon vor der Presse: „Wir lieben ihn, natürlich. Er ist ein fester Bestandteil unserer Familie.“ Verwendete Quellen: nettavisen.no, bild.de, vg.no, dagbladet.no, seher.no, theguardian.com, Instagram

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/NTB | Lise Åserud & Bernard Rubsamen/dpa

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