Ungewohnte Schlichtheit

Marius Borg Høiby in Haft: So sieht das Osloer Gefängnis von innen aus

Zwei Besuche pro Woche, ein Willkommenspaket und Tischlerunterricht – das Leben im Osloer Gefängnis hat feste Regeln. Marius Borg Høiby sitzt dort ein.

Seit dem 19. März 2026 ist das Verfahren gegen Marius Borg Høiby (29) abgeschlossen – zumindest was die Verhandlung betrifft. Das Urteil gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Stiefvater Kronprinz Haakon (52) wird erst für Juni erwartet. Bis dahin bleibt der junge Mann in Untersuchungshaft. Er musste sich wegen 40 Anklagepunkten – darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen – vor dem Osloer Bezirksgericht verantworten. Grund für die Haft ist die laut Gericht „hohe Rückfallgefahr“. Wie das spanische Magazin ¡Hola! berichtet, verbringt Marius Borg Høiby seine Tage in Norwegens größter Haftanstalt, dem Osloer Zentralgefängnis – mit Platz für 244 Insassen und 216 Mitarbeitende.

Für Marius Borg Høiby (li.) gibt es derzeit keine Empfänge: Er sitzt im Osloer Gefängnis ein. Rechts im Bild: der Zellentrakt.

Wer dort einzieht, bekommt zunächst ein standardisiertes Begrüßungspaket: Bettzeug, Handtücher, Grundausstattung an Kleidung, Schreibmaterial und sogar einen Briefumschlag mit frankierter Rückseite. Mitgebracht werden darf nur wenig – eine begrenzte Auswahl an eigener Kleidung, Fotos ohne Rahmen, bis zu 20 Original-CDs und ein tragbarer CD-Player. Geld lässt sich über eine Kontonummer einzahlen, mit der die Häftlinge dann im anstaltsinternen Laden einkaufen. Das Gefängnis liegt keine dreißig Minuten Fahrzeit von der offiziellen Residenz des Kronprinzenpaares in Asker entfernt – ein Detail, das die Situation für die Familie noch greifbarer macht.

Marius Borg Høiby im Osloer Gefängnis: Besuche, Tischlerei und ein Leben mit festen Regeln

Besuche sind genau geregelt, wie ¡Hola! weiter ausführt: Sie müssen zwei Wochen im Voraus angemeldet werden, dauern anderthalb Stunden und können mit maximal drei Erwachsenen stattfinden – aber höchstens zweimal pro Woche. Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit haben diese Möglichkeit bereits mehrfach genutzt, einmal auch gemeinsam mit Prinz Sverre Magnus (20). In der Besuchszone gibt es eine kleine Gemeinschaftsküche für Tee oder Kaffee. Was strikt verboten ist, hält das offizielle Besuchsformular der Anstalt fest: „Häftlinge dürfen keine Geschenke, Tabakwaren oder ähnliche Artikel erhalten. Erlaubt sind lediglich Zeitungen oder Zeitschriften sowie Fotos ohne Rahmen.“

Marius’ mutmaßliche Gefängniszelle wirkt überraschend hell und wohnlich – fast wie ein kleines Studentenzimmer. Sie ist schlicht, aber funktional eingerichtet: Ein Einzelbett aus hellem Kiefernholz, ein offenes Holzregal, ein kleiner Schreibtisch mit Lampe und Fernseher sowie ein Mini-Kühlschrank darunter bilden die Grundausstattung. Der einzige Farbtupfer ist ein rot-karierter Vorhang vor dem vergitterten Fenster, durch das natürliches Tageslicht fällt – die Gitter sind das deutlichste Merkmal, das den Raum als Gefängniszelle kennzeichnet. Insgesamt ist die Zelle zwar einfach und wenig persönlich, aber doch human gestaltet.

Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie

König Harald im Mai 2024 im Palast in Oslo.
Königin Sonja bei der Hochzeit ihrer Tochter Prinzessin Märtha Louise am 31. August 2024 in Geiranger.
Kronprinz Haakon am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
Kronprinzessin Mette-Marit am norwegischen Nationalfeiertag 2024 auf Gut Skaugum.
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Das norwegische Gefängnissystem setzt traditionell auf Resozialisierung. So bietet auch die Osloer Anstalt ihren Insassen verschiedene Arbeitsprogramme an – darunter Tischlerei, Wäscherei, Bibliotheksarbeit und Reinigung. Die Tischlerwerkstatt ist dabei besonders gefragt: Möbel und ähnliche Produkte können sogar über eine eigene Website bestellt werden. Während des Prozesses sah sich das norwegische Königshaus mit einer zweiten Krise konfrontiert, wie u. a. das britische People-Magazin Hello! berichtet: E-Mails von Kronprinzessin Mette-Marit tauchten in den Epstein-Akten auf, woraufhin der Palast Schadensbegrenzung betreiben musste.

Die Staatsanwaltschaft fordert für Marius Borg Høiby eine Haftstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten, die Verteidigung plädierte im Falle eines Schuldspruchs für fünf Jahre. Wie lange Marius Borg Høiby in Haft bleibt, wird sich noch entscheiden. Verwendete Quellen: hola.com, hellomagazine.com, oslofengsel.no

Rubriklistenbild: © Lise Aserud/NTB/dpa & flickr.com/photos/kriminalomsorgen

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