Von Skaugum in die Zelle
Warten auf das Urteil: So sieht Marius Borg Høibys Alltag im Gefängnis aus
Während das Urteil noch aussteht, lebt Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft – und der Alltag hinter Gittern ist streng geregelt.
Seit dem 2. Februar sitzt Marius Borg Høiby (29), Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit (52) und Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52), in Untersuchungshaft. Das Osloer Gefängnis im Stadtteil Grønland – mit 243 Plätzen eine der größten Justizanstalten Norwegens – ist seitdem sein Zuhause. Das Urteil im Strafverfahren gegen ihn, das sich über sieben Wochen erstreckte, lässt noch auf sich warten. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten.
Den Antrag auf Entlassung aus der Haft lehnte das Berufungsgericht Ende März ab – und begründete das unmissverständlich. Wie die norwegische Lokalzeitung Budstikka berichtet, sieht das Gericht bei Marius Borg Høiby eine Wiederholungsgefahr: Es bestehe das Risiko weiterer Verstöße gegen das Kontaktverbot gegenüber einer der sechs Geschädigten, der sogenannten „Frogner-Frau“. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Petar Sekulic, erklärte gegenüber dem norwegischen Nachrichtenportal VG: „Wir nehmen die Entscheidung zur Kenntnis.“
Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft – wie der Alltag im Osloer Gefängnis geregelt ist
Doch wie sieht der Alltag von Marius Borg Høiby hinter Gittern konkret aus? Das österreichische Portal oe24 berichtet, dass neue Insassen des Osloer Gefängnisses zunächst in Abteilung B kommen, wo eine umfassende Ersterfassung stattfindet. Jeder erhält ein sogenanntes Ankunftspaket mit Bettwäsche, Handtüchern, Unterwäsche, Zahnbürste sowie Stift und Papier. Das norwegische Strafvollzugssystem folgt dabei konsequent dem „Normalitätsprinzip“: Die Kluft zwischen Freiheit und Haft soll so gering wie möglich gehalten werden.
Da Marius Borg Høiby in Untersuchungshaft sitzt, gilt für ihn keine Arbeitspflicht. Das Angebot der fünf Werkstätten – von Holzverarbeitung über Keramik bis zu Schmiedearbeiten – steht ihm jedoch offen. Laut den offiziellen Angaben des Gefängnisses, das von der norwegischen Strafvollzugsbehörde betrieben wird, dürfen Insassen persönliche Gegenstände wie eine Akustikgitarre, Bücher oder ungerahmte Fotos in ihrer Zelle aufbewahren. Besuche sind möglich, erfordern jedoch eine polizeiliche Sicherheitsüberprüfung, die bis zu drei Wochen dauern kann.
Wer ist wer im norwegischen Königshaus? Das sind die Mitglieder der royalen Familie




Telefonieren ist auf 30 Minuten pro Woche begrenzt, und in der Gefängniskantine darf wöchentlich für bis zu 800 Kronen (rund 70 Euro) eingekauft werden. Wie lange Mette-Marits Sohn noch auf das Urteil warten muss, ist offen. Laut Berufungsgericht dürfte die Entscheidung im Juni fallen. Nach dem Prozessende haben diese drei Royals Marius Borg Høiby bereits im Gefängnis besucht. Verwendete Quellen: oslofengsel.no, budstikka.no, oe24.at
Rubriklistenbild: © Bernard Rubsamen/Imago
