Mehrfach nominiert
Friedensnobelpreis für Trump? Netanjahu zückt Empfehlungsschreiben – „Sie haben ihn verdient“
Donald Trump lechzt seit Jahren nach dem Friedensnobelpreis. Jetzt empfiehlt Israels Ministerpräsident Netanjahu den US-Präsidenten – der zeigt sich gerührt.
Washington, D.C. – Bisher haben nur drei US-Präsidenten während ihrer Amtszeit den Friedensnobelpreis gewonnen: Barack Obama (2009), Woodrow Wilson (1919) und Theodore Roosevelt (1906). Jimmy Carter gewann den Preis von Alfred Nobel erst Jahre nach seiner Amtszeit. Nun könnte ein weiterer US-Präsident mit dem Friedenspreis geehrt werden. Zumindest wurde US-Präsident Donald Trump von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu für den Friedensnobelpreis nominiert.
Von Trump bis Washington: alle US-Präsidenten in der Übersicht




Trump nominiert für Friedensnobelpreis: Netanjahu übergibt Empfehlungsschreiben im Weißen Haus
Bei Netanjahus Besuch im Weißen Haus lobte er in Anwesenheit von Journalisten Trumps „Streben nach Frieden und Sicherheit, das Sie in vielen Ländern, aber jetzt insbesondere im Nahen Osten, anführen“. Trump schmiede „in diesem Moment Frieden, in einem Land, in einer Region nach der anderen“. Dann reichte Netanjahu Trump den Brief, den er an das Nobelpreiskomitee geschickt habe, um den US-Präsidenten für den Friedenspreis zu nominieren.
„Sie haben ihn verdient, und Sie sollten ihn bekommen“, sagte der israelische Regierungschef, der selbst weiter Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen führt. „Wow“, erwiderte Trump. „Gerade von Ihnen ist das sehr bedeutungsvoll.“
Am Dienstag (8. Juli) veröffentlichte Netanjahu das Schreiben, in dem er Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Darin würdigte der israelische Premier laut Bericht der New York Times nicht nur Trumps Bemühungen im aktuellen Konflikt im Nahen Osten. Auch verwies er auf Trumps Rolle bei den Abraham-Abkommen von 2020. Die Abkommen wurden während der ersten Amtszeit des Präsidenten geschlossen und stellten diplomatische Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan her.
Friedensnobelpreis 2025: Nominierung war bis Ende Januar
Nach Maßgabe von Alfred Nobel, dem Stifter des Friedensnobelpreises, soll der Preis an denjenigen vergeben werden, „der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt“ und damit „im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht“ hat.
Wer für die Nobelpreise nominiert wurde, wird von den Nobelinstitutionen in Stockholm und Oslo traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten. Immer wieder kommt es aber vor, dass Nominierungsberechtigte von sich aus preisgeben, wen sie als Kandidaten für einen der Preise empfehlen. Wer in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhält, wird am 10. Oktober bekanntgegeben.
Das norwegische Nobelinstitut registrierte für den Friedensnobelpreis 2025 insgesamt 338 Kandidaten, darunter 244 Einzelpersonen und 94 Organisationen. Nachdem Netanjahu die Nominierung erst jetzt abgesendet hat, wird der Nominierungsvorschlag wohl erst für den Friedensnobelpreis 2026 in Betracht gezogen. Eine gültige Nominierung muss nämlich bis spätestens 31. Januar im Jahr der Ehrung eingereicht werden.
Mehrfache Empfehlung von Trump für Friedensnobelpreis: Ukrainischer Abgeordneter zog Nominierung zurück
Trump war im Laufe der Jahre bereits mehrfach von Anhängern und Abgeordneten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. Der Republikaner Buddy Carter aus dem Repräsentantenhaus sagte zuletzt, er werde Trump als Reaktion auf das Waffenstillstandsabkommen zwischen Iran und Israel für den Friedensnobelpreis nominieren.
Anfang der Woche gab Pakistan bekannt, Trump für den Preis nominiert zu haben. Ihm sei es zu verdanken, dass er im Mai einen schweren Konflikt mit Indien verhindert habe. Der ukrainische Abgeordnete Oleksandr Mereschko, Vorsitzender des Außenausschusses des ukrainischen Parlaments, zog seine Nominierung für Trump inzwischen zurück. Er erklärte gegenüber Newsweek, er habe „jeden Glauben und jede Zuversicht“ verloren, dass Trump den Ukraine-Krieg beendet.
Trump hatte bisher kein Geheimnis daraus gemacht, wie sehr es ihn ärgert, dass er den Preis bisher noch nicht bekommen hat. Über Truth Social hatte der US-Präsident schon verkündet: „Nein, ich werde keinen Friedensnobelpreis bekommen, egal was ich tue, auch nicht in Bezug auf Russland/die Ukraine und Israel/den Iran, was auch immer die Folgen sein mögen, aber die Menschen wissen es, und das ist alles, was für mich zählt.“
Israel-Gaza-Konflikt: Trump will Waffenruhe-Deal bis Ende dieser Woche
Der US-Präsident zeigte sich bei dem Treffen mit Netanjahu im Weißen Haus zuversichtlich, dass es zu einer Einigung zwischen Israel und der Hamas über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln kommt. „Sie wollen ein Treffen und sie wollen diese Waffenruhe“, sagte er. „Ich glaube nicht, dass es eine Blockade gibt. Ich denke, dass die Dinge sehr gut vorankommen“, antwortete Trump auf die Frage, was eine Einigung verhindere. Die Times of Israel berichtete aus diplomatischen Kreisen, Trump wolle bis Ende dieser Woche einen Waffenruhe-Deal erreichen. Ein weiterer Grund für einen Friedensnobelpreis?
Auch Trumps Sonderbeauftragter für den Nahen Osten, Steve Witkoff, sagte, es gebe die Gelegenheit, eine Einigung schnell zu erzielen. Nach Angaben des Weißen Hauses reist er diese Woche erneut in die katarische Hauptstadt Doha, um an den indirekten Gesprächen über einen Deal für eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung von Geiseln teilzunehmen. (dpa/lw)
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