„Echter Friedensstifter“

Friedensnobelpreis für Trump? Pakistan will US-Präsidenten nominieren

Pakistan will Trump für den Friedensnobelpreis nominieren – als „Anerkennung“ für seine Diplomatie im Kaschmir-Konflikt. Die indische Regierung sät Zweifel.

Islamabad – Die pakistanische Regierung empfiehlt offiziell US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis 2026. Die Meldung wurde am Samstag (21. Juni) seitens der pakistanischen Regierung via X bekanntgegeben, und wird in dem pakistanischen Medium Dawn als weiteres Zeichen für die verbesserten bilateralen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gefeiert.

Die Regierung in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad will damit Trumps „entscheidendes diplomatisches Eingreifen und seine wegweisende Führung“ während der jüngsten Krise zwischen Indien und Pakistan würdigen.

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Nominierung für Friedensnobelpreis: Pakistan nennt Trump „echten Friedensstifter“

Die Nominierung Trumps für den Friedensnobelpreis 2026, wird auf dem X-Kanal Pakistans ausführlich begründet. Der Präsident habe durch „robustes diplomatisches Engagement“ – sowohl in Islamabad als auch in Neu-Delhi – „große strategische Weitsicht und herausragende Staatskunst“ bewiesen.

Der 79-Jährige habe einen Waffenstillstand gesichert, wodurch ein „breiterer Konflikt zwischen den beiden Nuklearmächten, der katastrophale Folgen gehabt hätte“, verhindert werden konnte. Donald Trump habe die sich „rasch verschlechternden Situation deeskaliert“ und sich letztendlich als „echter Friedensstifter“ hervorgetan.

Der Kaschmir-Konflikt: Fragliche Vermittlung Trumps

Erst im April entzündete sich der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt zwischen Indien und Pakistan erneut. Damals hatte ein Terroranschlag im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs den Ausschlag gegeben. Die indische Regierung machte Pakistan dafür verantwortlich – dort wurde jegliche Beteiligung bestritten. Im Mai kam es zu Gefechten und Luftangriffen, wobei indische Raketen in der Nähe pakistanischer Atomstützpunkte einschlugen.

Pakistan beschreibt dies als „grundlose und rechtswidrige indische Aggression“ und reagierte mit „Operation Bunyanum Marsoos“, einer „gemessenen, entschlossenen und präzisen militärischen Antwort“, um sein „grundlegendes Recht auf Selbstverteidigung“ auszuüben. Seit dem 10. Mai gilt eine Waffenruhe. Der US-Präsident Donald Trump hat wiederholt behauptet, die nuklear bewaffneten südasiatischen Nachbarn hätten der Waffenruhe nur zugestimmt, da die USA diese vermittelt hätten.

Könnte US-Präsident Donald Trump der nächste Friedensnobelpreisträger werden? Zumindest, wenn es nach Pakistan geht.

Die indische Regierung widerspricht der Darstellung einer US-Vermittlung entschieden. Premierminister Narendra Modi betonte in einem kürzlichen Gespräch mit Trump, dass der Waffenstillstand durch Gespräche zwischen den Militärs der beiden Länder – und nicht durch US-Vermittlung erreicht worden sei.

Friedensnobelpreis: Donald Trump reagiert auf Nominierung durch Pakistan

Donald Trump reagierte bereits auf seine Nominierung. Kurz nach der Bekanntgabe beklagte er sich auf seiner Plattform Truth Social: Er werde vom norwegischen Nobelkomitee für seine Vermittlerrolle in Konflikten wie zwischen Indien und Pakistan sowie Serbien und Kosovo übersehen. Weiter schrieb er, er werde niemals einen Friedensnobelpreis bekommen, „egal was ich mache“. Dabei listete er auch die jüngste Eskalation im Kaschmir-Konflikt als einen von ihm beendeten Konflikt auf.

Wie sehr Trump den Friedensnobelpreis verliehen haben möchte, war bereits im Februar spürbar: Während eines Treffens im Oval Office mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, betonte Trump seine Fähigkeit „schnell Kriege zu beenden“. Er sei überzeugt, dass er den Friedensnobelpreis verdient habe.

Trump trat bereits im Wahlkampf als „Friedensstifter“ auf, und versprach, den Ukraine-Krieg schnell beenden wollen. Nun – fünf Monate nach Beginn seiner Präsidentschaft – dauert dieser noch immer an, und auch Israel befindet sich im Krieg mit dem Iran.

Wie wird der Friedensnobelpreis verliehen?

Der Friedensnobelpreis wird seit 1901 vom Nobelkomitee in Stockholm verliehen. Vorschlagsberechtigt sind beispielsweise Abgeordnete nationaler Parlamente, die Entscheidung trifft das Nobelkomitee jedoch eigenständig.

Der letzte US-Präsident, der die Auszeichnung verliehen bekam, war Barack Obama. Trump kritisierte seinen ersten Vorgänger im Wahlkampf. Der heute 63-Jährige erhielt den Preis 2009, nur kurz nach seinem Amtsantritt. Trump folgerte, Obama sei der Ehre nicht würdig gewesen. (ko)

Rubriklistenbild: © Manuel Balce Ceneta/dpa/ Javad Parsa/picture alliance/dpa/NTB (montage)

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