ZF in Gelsenkirchen

Zukunft von 200 Jobs bei Automobilzulieferer ungewiss - fehlende Aufträge

Die Zukunft des Automobilzulieferers ZF in Gelsenkirchen ist ungewiss. 200 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs, da Kundenaufträge ausbleiben.

Gelsenkirchen – Dem Autozulieferer ZF fehlen in Gelsenkirchen (NRW) die Aufträge. Die Zukunft von rund 200 Mitarbeitern ist ungewiss. Derzeit finden derzeit Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung statt, berichtet ein ZF-Sprecher gegenüber wa.de. Dabei soll es um die Zukunft des Gelsenkirchener Standortes gehen. Im Jahr 2018 stand der Standort schon einmal vor dem Aus. Wie sich jetzt zeigt, haben die damaligen Gegenmaßnahmen keine Wirkung gezeigt. Zuletzt war bekannt geworden, dass ZF auch in Saarbrücken tausende Stellen abbauen will.

Gelsenkirchen: Autozulieferer ZS fehlen Kundenaufträge – Produktion von Schließung bedroht

Der Standort in Gelsenkirchen sollte wettbewerbsfähiger werden, sagt der ZF-Sprecher von der Hauptverwaltung in Friedrichshafen. Die Firma ist weltweit aktiv und liefert Systeme für Autos, anderen Nutzfahrzeuge und Industrietechnik. „Um den Standort Gelsenkirchen wettbewerbsfähiger zu machen, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen.“ Dazu zählte auch die geplante Ansiedlung einer neuen elektrischen Lkw-Lenkung, die in dort produziert werden sollte.

Die Zukunft von 200 Stellen beim Autozulieferer ZF in Gelsenkirchen ist ungewiss.

Doch die Nachfrage danach war offenbar nicht groß. Für das Produkt konnten keine Kundenaufträge gewonnen werde, sagt der ZF-Sprecher. Weil jetzt auch die laufenden Produkte auslaufen, „fällt die Basis für die Produktion am Standort Gelsenkirchen in den kommenden Monaten weg.“

Der Autozulieferer ZF

► ZF ist ein weltweit aktiver Technologiekonzern und liefert Systeme für Autos, Nutzfahrzeuge und Industrietechnik.

► Im Jahr 2022 arbeiteten bei ZF weltweit rund 165.009 Menschen.

► Das Unternehmen ist in 32 Ländern mit 168 Produktionsstandorten vertreten.

► In Deutschland gibt es unter anderem Werke in Berlin, Düsseldorf, Hannover, Koblenz, Mannheim, Nürnberg und Regensburg.

► Die Hauptverwaltung von ZF in Deutschland sitzt in Friedrichshafen.

(Quelle: ZF)

Rund 350 Menschen arbeiten in dem Werk, wo Lenkungen und Kabelbäume gefertigt werden – davon 200 in der Produktion. Wie es um ihre Zukunft bei ZF steht, ist jetzt völlig unklar. Man führe derzeit mit den zuständigen Arbeitnehmervertretern Gespräche, „wie mit der äußerst schwierigen Situation umzugehen ist.“

ZF-Werk in Gelsenkirchen stand schon einmal vor dem Aus

Schon einmal stand der Standort in Gelsenkirchen in der Schwebe. 2018 wollte ZF die Produktion in Gelsenkirchen, wo es demnächst klimafreundliche Bushaltestellen geben soll, beenden. Damals schaltete sich auch der damalige Oberbürgermeister Frank Baranowski ein und sicherte der Belegschaft seine Unterstützung zu. Auch der Rat der Stadt appellierte an das Unternehmen, von der Schließung Abstand zu nehmen, berichtet die Stadt Gelsenkirchen.

Der Protest hatte Erfolg. Die Unternehmensvertreter und der Betriebsrat einigen sich darauf, den Standort mit einem Technologiezentrum auszubauen. Heute arbeiten dort 150 Menschen. Ihre Arbeitsplätze sind nach bisherigen Informationen nicht bedroht. Wie es jedoch um die Zukunft der Mitarbeiter in der Produktion steht, ist nach jetzigem Stand noch offen. (ebu)

Rubriklistenbild: © Olaf Ziegler/Funke Foto Services/imago

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