Beitrag zum Klimaschutz
Bushaltestellen in Gelsenkirchen sehen bald völlig anders aus
In Gelsenkirchen sollen Bushaltestellen künftig anders aussehen: Dafür wird unter anderem Begrünung auf den Dächern angebracht.
Gelsenkirchen – Gemeinsam mit anderen Menschen in einen Bus zu steigen, ist schon einmal klimaschonender, als alleine das Auto zu nehmen – doch warum den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht noch ein bisschen klimafreundlicher machen? Das dachte sich wohl auch die Stadt Gelsenkirchen (NRW), die jüngst ankündigte, begrünte Haltestellen im Stadtgebiet auszubauen. Mit einem klaren Ziel: „Im besten Fall lassen sich Fahrgäste und Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Haltestelle durch die Dachbegrünung zu eigenem nachhaltigen Tun inspirieren“, teilt die Stadt mit.
Gelsenkirchen will Haltestellen grüner machen – Luftfilterung und Verbesserung des Mikroklimas
Insgesamt fünf begrünte Haltestellen gibt es bereits in Gelsenkirchen, Nummer sechs und sieben werden aktuell eröffnet. „Die mehrere Quadratmeter großen Dachfläche sorgt nicht nur für einen grünen Farbtupfer auf dem Platz, sondern die Sedumpflanzen bewirken auch eine Luftfilterung und Verbesserung des Mikroklimas durch Rückhaltung von Regenwasser“, heißt es weiter. „Die einfallsreiche Integration begrünbarer Fahrgastunterstände in den städtischen Raum trägt aktiv zur Verbesserung des Stadtklimas bei“, erklärt Gelsenkirchens Stadtbaurat Christoph Heidenreich.
Begrünte Haltestellen in Gelsenkirchen – insgesamt sieben gibt es schon im Stadtgebiet
- An der Haltestelle Kennedyplatz in beiden Fahrtrichtungen (zwei Haltestellen)
- An der Haltestelle Grillostraße in Fahrtrichtung Gelsenkirchen Hbf (eine Haltestelle)
- An der Haltestelle Stadthafen in beiden Fahrtrichtungen (zwei Haltestellen)
- An der Haltestelle Willy-Brand-Allee in beiden Fahrtrichtungen (zwei Haltestellen, werden aktuell gebaut)
Man könne dem Beispiel der grünen Gelsenkirchener Haltestellen auch selbst folgen, indem man „die Hausfassaden begrüne oder Vorgärten entsiegle“, so der Stadtbaurat. So sollen die grünen Haltestellen nicht nur selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten – sondern vor allem Bürgerinnen und Bürger inspirieren, dies auch zu tun. Doch mit den begrünten Haltestellen ist es in Gelsenkirchen noch nicht getan: „Weiteres Beispiel der Nachhaltigkeitsaktivitäten sind die mehr als 21 „Haltestellen-Häuschen“ in Gelsenkirchen, die über eine kleine Solaranlage verfügen, um ihren eigenen Strom für die Beleuchtung zu erzeugen“, teilt die Stadt weiter mit.
Haltestellen in Gelsenkirchen und Bochum begrünt – noch 2023 zwei in Witten geplant
In Gelsenkirchen und Bochum gibt es bislang insgesamt 14 begrünte Wartehallen; noch 2023 sollen zwei in Witten hinzukommen. „Zusammen mit diesen werden im Betriebsgebiet der Bogestra (Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG) bis Ende 2029 rund 40 begrünte Fahrgastunterstände errichtet“, so die Stadt. Die Standorte würden unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien, u.a. Alter und Zustand des bisherigen Unterstands, ausgewählt. Damit nicht nur der ÖPNV, sondern auch die Haltestellen selbst einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Möglicherweise hält die Dachbegrünung Menschen in Gelsenkirchen künftig auch davon ab, Haltestellen hinaufzuklettern. Zuletzt traf die Polizei nämlich in der Gelsenkirchener Altstadt auf einen Mann, der auf dem Dach einer Haltestelle saß und sich einen Streit mit den Beamten lieferte. (mo)
Rubriklistenbild: © Gerd Kaemper, Stadt Gelsenkirchen
