Influenza auf dem Vormarsch

Wird Medizin wegen Grippewelle knapp? So steht es um die Medikamenten-Versorgung in NRW

Die Grippewelle verschont auch NRW nicht. Aber sieht es mit der Medikamenten-Versorgung aus? Ein Facharzt und das Ministerium klären auf.

Hamm - Die aktuelle Grippewelle trifft Deutschland mit ungewöhnlicher Wucht. Viele Menschen klagen über die Symptome wie Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen und Husten. Während sich das Robert Koch-Institut bereits in der 48. Kalenderwoche 2025 veranlasst sah, offiziell den Beginn der Grippesaison zu verkünden, verbringen viele Menschen mit Grippesymptomen ihre Zeit im Bett – oder schicken jemanden in die Apotheke, um etwas zu besorgen, das ihre Symptome lindert.

Aktuell gibt es viele Grippe-Fälle in NRW. (Symbolbild)

Die Anzahl der meldepflichtigen Influenza-Fälle in Deutschland, die beim RKI eingegangen sind, ist in der zweiten Januar-Woche auf mehr als 20.000 gestiegen. In der Woche zuvor lag diese noch bei knapp 15.000. Müssen Betroffene demnach vielleicht sogar eine schlechte Medikamentenversorgung fürchten?

Medizin-Versorgung in NRW: Facharzt und Ministerium äußern sich zur aktuellen Lage

Dr. med. Prosper Rodewyk, Facharzt für Innere Medizin aus Dortmund, spricht im Gespräch mit wa.de über die aktuelle Lage. Der Facharzt erklärt, dass die Grippewelle NRW gerade sehr einnimmt. Allerdings könne man ursächlich bei einer Grippe (Influenza) nicht viel tun, so der Mediziner. Wer Grippe-Symptome hat, greife in der Regel zu Nasenspray, Paracetamol oder Aspirin. „Es kam aber noch kein Patient, der sagte, das sei nicht lieferbar“, so der Experte. In einigen seltenen Fällen werden antivirale Medikamente verschrieben, so der Experte. Ansonsten könne man ursächlich bei einer Grippe nicht viel machen. Wer an Influenza erkrankt, sollte vor allem Bettruhe einhalten und viel trinken.

Auch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen äußert sich auf Nachfrage von wa.de zur aktuellen Grippewelle und einer möglichen Knappheit von Medikamenten. „Die Behandlung der Influenza (Grippe) erfolgt in erster Linie symptomatisch. Relevant sind hierbei vor allem fiebersenkende Arzneimittel wie Ibuprofen und Paracetamol“, so Pressesprecherin Charlotte Dymek. Nur in seltenen Fällen werden antivirale Arzneimittel (zum Beispiel Oseltamivir) verabreicht, heißt es.

Grippewelle: „Versorgungslage aktuell nicht eingeschränkt“

Die Sprecherin des Ministeriums erklärt weiter, dass die Versorgung mit Arzneimitteln über die Landesgrenzen hinweg erfolge und Lieferengpässe damit nicht regional begrenzt seien. „Die Beobachtung der Versorgungslage mit Arzneimitteln ist daher auf Bundesebene beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn angesiedelt. Nach hiesigem Kenntnisstand ist die Versorgungslage mit den oben dargestellten Arzneimitteln aktuell nicht eingeschränkt und soll laut BfArM prognostisch diesen Winter stabil bleiben“, so Dymek.

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Und wie schützt man sich also am besten? Die Grippe-Impfung stellt die effektivste vorbeugende Maßnahme dar, um sich vor einer Grippe und besonders vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, erklärt die Sprecherin weiter. Der vollständige Impfschutz entwickelt sich innerhalb von 10 bis 14 Tagen nach der Immunisierung. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Grippe-Impfung idealerweise bereits in den Herbstmonaten. „Dennoch lohnt sich eine Impfung auch im neuen Jahr noch. Denn wie lange eine Grippewelle andauert ist nicht vorhersehbar“, so Dymek weiter.

Nach aktuellem Kenntnisstand des Ministeriums seien Grippe-Impfstoffe derzeit verfügbar. Für die laufende Grippesaison seien bislang etwa 19,3 Millionen Impfstoffdosen für den deutschen Markt zugelassen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat zur Vermeidung von Lieferengpässen beim Hochdosis-Vakzin Efluelda eine italienisch beschriftete Version dieses Impfstoffs für die Verwendung in Deutschland freigegeben, erklärt Dymek.

Übrigens: Der Impfstoff gegen Grippe hat Probleme mit der neuen Virusvariante. Experten erklären, warum der Impfstoff diesmal nicht perfekt passt und was jetzt schützt.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago

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