Schockierender Fund
„Unbegreiflich“: Michele im Altpapier gefunden - sein Hilfeschrei hat ihn gerettet
Michele überlebte den drohenden Tod nur knapp. Seine verzweifelten Schreie aus der Mülltonne wurden zum Glück von seinem Retter gehört.
Hagen – Verzweifelt und mit letzter Kraft rief er um Hilfe. Das Schreien war kaum zu überhören. Es war nicht nur die Angst in der Dunkelheit, sondern auch der Hunger, der ihn quälte. Doch ein aufmerksamer Mitarbeiter einer Dortmunder Recycling-Firma wunderte sich über die ungewöhnlichen Geräusche. Es wartete eine unschöne Überraschung – jedoch mit einem Happy End.
Michele im Altpapier entsorgt - Sein Hilfeschrei hat ihn gerettet
Aufgrund der Geräusche öffnete er den Container und suchte zwischen Zeitungen und Verpackungen, bis er einen unscheinbaren Karton fand, der komische Töne von sich gab. Er traute seinen Augen nicht: Ein Katzen-Baby, kaum älter als zehn Tage, schrie um sein Leben. Es war hungrig, aber unversehrt.
Nicht nur der Mitarbeiter der Recycling-Firma Meyer war fassungslos, sondern auch der Tierschutzverein Hagen und Umgebung, der nach dem Fund direkt kontaktiert wurde: „Unbegreiflich“, fand das die Tierschützerin Birgit Ganskow. In der Vergangenheit habe es wenig Fälle gegeben, wo jemand versucht hat, lebendige Tiere im Müllcontainer zu entsorgen. „Daneben hat man mal Tiere ausgesetzt“, weiß sie. Wie viele Tiere im Müll landen, kann man aber nicht sagen: „Die Dunkelziffer kennt man aber eben nicht.“
Ganskow versteht nicht, wieso versucht wird, sich auf diese Weise dem Tier zu entledigen. Schließlich gäbe es auch Tierschutzvereine, mit deren Hilfe man eine bessere Lösung hätte finden können. Viele wollen die Hilfe aber wohl nicht annehmen. „Natürlich wäre es am besten, wenn alle Katzen kastriert wären. Dann wäre das auch nicht passiert.“ Zumindest ist das Jungtier nun in Sicherheit.
Hunger an der Flasche gestillt
Als die kleine Katze in der Obhut der Tierschützer war, ging es als Erstes in die Pflegestelle. Dort sollte erst einmal der unbändige Hunger des nur 195 Gramm schweren Tieres gestillt werden. „Sie ist noch ein Flaschenkind.“ Damit er zu einem gesunden Kater heranwächst, wird er nun alle 90 Minuten gefüttert.
Einen Namen bekam der Kater auch schon Michele (gesprochen: Mi-keh-leh). „Das stammt vom hebräischen Michael ab und bedeutet „Wer ist wie Gott?“, erklärt der Verein auf seiner Facebookseite. Was mit dem gefundenen Kater passiert, steht jetzt schon fest. Er soll demnächst an ein anderes Katzen-Baby gewöhnt werden. „Die werden dann zusammen vermittelt. Das dauert aber mindestens noch zehn Wochen.“
Pflege der Kitten geht ins Geld
Denn aktuell hat der Tierschutzverein viele Katzen, die wie Michele gefunden und aufgepäppelt werden. Das ist gut für die Tiere, geht aber ins Geld: „Insbesondere hochwertiges Kittenfutter und die nötigen Tierarztbesuche belasten unser Budget stark.“ Rund 7000 Euro Tierarztkosten kämen am Ende des Monats zusammen, berichtet Ganskow, die für jede Hilfe dankbar ist.
„Auch, wenn es zum Beispiel Handtücher sind. Aber am meisten hilft dem Verein Geld. Und das kommt nicht zum Einsatz, damit wir uns neue Schuhe kaufen.“ Vor allem das hochwertige Kittenfutter, das für die Aufzucht zum Einsatz kommt, belaste das Budget stark. Schließlich sollen die geretteten Katzen-Babys nicht nur überleben, sondern auch groß und gesund werden.
Rubriklistenbild: © Tierschutzverein Hagen


