Mitarbeiterin schwer verletzt
Tiger-Angriff in NRW: Drohen dem Tier Konsequenzen? Tierpark-Chef äußert sich
In einem Tierpark in Nordrhein-Westfalen ist eine 33 Jahre alte Pflegerin von einem Tiger schwer verletzt worden. Ihr Chef äußert sich zu den Konsequenzen des Vorfalls.
Update vom 13. Mai, 15.40 Uhr: Für den Tiger selbst wird der Vorfall nach wa.de-Informationen keine Konsequenzen haben. Tierpark-Chef Christoph Nadermann stellt gegenüber unserer Redaktion klar: „Er wird nicht erschossen, nicht getötet. Trauriges menschliches Versagen ist schuld an der Situation, das Tier hat lediglich spielerisch und instinktiv gehandelt.“ Demnach hätte die betroffene Mitarbeiterin zuvor einen „traurigen Anruf“ erhalten, der sie „extrem aufgewühlt“ habe.
Er wollte den Vorfall nun gemeinsam intern mit seinen Mitarbeitenden und den Behörden aufarbeiten.
Tiger greift Pflegerin (33) in NRW an: Tierpark-Chef schildert die schreckliche Szene vor Ort
Update vom 13. Mai, 9.43 Uhr: Der Schock am Montag muss groß gewesen sein, als plötzlich laute Schreie einer Tierpflegerin aus dem Tigergehege zu hören waren. „Ich war selbst zufälligerweise vor dem Gehege und habe das gesehen“, wird Tierpark-Chef Christoph Nadermann beim WDR zu den Vorfällen zitiert. Nach seinen Angaben habe der Angriff „etwa vier bis fünf Sekunden gedauert“.
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Tiger greift Pflegerin (33) in NRW-Tierpark an: „Habe das selbst gesehen“
Das Tier habe sich demnach „selbst sehr erschrocken über diese Situation“ und sei – vermutlich – aufgrund des lauten Geschreis weggelaufen. „Die Tierpflegerin konnte selber das Gehege verlassen und die Tür verschließen“, erklärt Nadermann, der sich nach dem Angriff auch nachdenklich zeigte: „Ich stelle mir die Frage, ob alle Sicherheitsmaßnahmen angewandt worden sind. Nein, können sie nicht – sonst hätte das nicht passieren können.“
Der Vorfall dürfte jetzt intern aufgearbeitet werden. Dem Tier würden Nadermann zufolge keine Konsequenzen drohen.
Tiger greift Pflegerin (33) in NRW-Tierpark an – Rettungshubschrauber im Einsatz
[Erstmeldung] Delbrück/Hamm – Eine Tierpflegerin wurde im Tierpark Nadermann in Delbrück im Kreis Paderborn von einem Tiger angegriffen und schwer verletzt. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage von wa.de.
„Der Vorfall hat sich heute Vormittag ereignet“, bestätigte die Sprecherin der Polizei am Montag, 12. Mai. Mutmaßlich hätte sich die Tierpflegerin zuvor nicht davon überzeugt, eine Zwischentür zu schließen, als sie gerade das Außengehege säubern wollte. „Das Tier hat ihr in die Schulter gebissen, glücklicherweise aber recht schnell von ihr abgelassen“, erklärte die Polizeisprecherin.
Weitere Mitarbeiter seien zur Hilfe geeilt und hätten den Notruf gewählt. „Die 33-Jährige wurde dabei schwer, aber nicht lebensbedrohlich, verletzt. Ein angeforderter Rettungshubschrauber hat sie in ein Krankenhaus geflogen“, so die Sprecherin der Polizei. Das Amt für Arbeitsschutz sei von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. „Von unserer Seite ist der Fall aber abgeschlossen“, sagte die Sprecherin der Polizei.
Tierpark hat auf Tiger-Angriff noch nicht reagiert
Eine Reaktion des Tierparks auf den Vorfall steht bislang noch aus. Eine Mitarbeiterin wollte sich auf wa.de-Nachfrage dazu nicht äußern. Mit einem offiziellen Statement der Verantwortlichen dürfte im Laufe des Tages zu rechnen sein. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Tierpark so in den Schlagzeilen auftaucht.
Bereits Ende 2023 waren in Delbrück zwei Geparden ausgebüxt und hatten Meerschweinchen totgebissen. Offenbar handelte es sich damals um eine Art Trainingsunfall aufgrund einer Unachtsamkeit seitens des Zoo-Personals.
Zu einem tödlichen Unfall mit einem Tiger war es vor über zehn Jahren in NRW gekommen: 2013 starb ein Pfleger im Allwetterzoo in Münster durch einen Biss ins Genick – auch er soll damals vergessen haben, eine Tür zu schließen.
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