Jagd
„Speedweek“ in NRW: Blitzermarathon gegen Raser läuft
Runter vom Gas: Die Polizei macht in der „Speedweek“ Jagd auf Raser. Autofahrer in NRW müssen mehrere Tage lang mit verstärkten Kontrollen rechnen.
Hamm - Bitte recht freundlich! Autofahrer in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern können in dieser Woche mit etwas Glück Fotos von sich machen lassen. Die sind zwar nur schwarz-weiß und auch recht teuer, immerhin muss dafür aber niemand das eigene Fahrzeug verlassen. Das einzige, was Autofahrer tun müssen, ist schneller fahren als erlaubt.
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Bevölkerung | 17,9 Millionen |
| Haupstadt | Düsseldorf |
„Speedweek“ in NRW: Polizei macht tagelang Jagd auf Temposünder
Scherz beiseite: Die Polizei in NRW forciert nach dem Ende der Osterferien ihre Jagd nach Rasern. Verkehrsteilnehmer müssen in der sogenannten Speedweek vom 17. bis 23. April 2023 mit mehr Kontrollen und Radarfallen rechnen. Das Bundesland beteiligt sich an der europaweiten Verkehrsaktion Speedmarathon, wie das europäische Verkehrspolizei-Netzwerk „Roadpol“ mitteilte. Für Autofahrer heißt das: Fuß vom Gas, Auge aufs Tacho.
Groß angelegte Aktionen gegen Raser und Temposünder gab es in der Vergangenheit immer wieder. Der damalige NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ließ am 12. Februar 2012 zum ersten Mal einen „Blitzermarathon“ durchführen. Der war im Vergleich zu dem, was in dieser Woche auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen geschieht, aber nur ein Sprint.
Das NRW-Innenministerium hat die Polizeibehörden in allen Städten und Kreisen gebeten, die ganze Woche über vermehrt vor Schulen, Kitas und Altenheimen zu blitzen. Auch an Unfallschwerpunkten werde die Polizei ihre Radargeräte gegen Raser und zur Verkehrserziehung einsetzen, sagte ein Ministeriumssprecher. Wer sich mit einem Blick aufs Handy vor dem Knöllchen schützen möchte, hat ein Problem, denn das Fahren mit eingeschalteter Blitzer-App ist für alle Insassen verboten – auch wenn es ein Schlupfloch gibt.
„Speedweek“ in NRW: Stärkere Kontrollen vor Schulen, Kitas und Altenheimen
Nicht nur NRW geht die gesamte Woche über verstärkt gegen Raser vor. Diese Bundesländer beteiligen sich am europaweiten „Speedmarathon“:
- Baden-Württemberg
- Brandenburg
- Mecklenburg-Vorpommern
- Niedersachsen
- Nordrhein-Westfalen
- Sachsen
- Schleswig-Holstein
Andere Bundesländer wie Bayern und Hessen haben nur für Freitag einen „Blitzermarathon“ angekündigt.
Es ist übrigens nicht die einzige Blitzerwoche in der EU in diesem Jahr: Im Hochsommer wird eine weitere „Speed Week“ stattfinden. Sie ist für vom 7. bis 13. August geplant. Auch und insbesondere Urlauber müssen gut aufpassen.
„Speedweek“ in NRW: Nächste Kontrollwoche im August
Speedweek, Speedmarathon, Blitzermarathon oder Blitzmarathon – wie auch immer man die Aktion nennen möchte: Das Ziel ist immer dasselbe. Autofahrer sollen ihr Geschwindigkeit auf das erlaubte Maß drosseln und sich an die geltenden Tempolimits halten. Zu schnelles Fahren gehört zu den häufigsten Unfallursachen. In den vergangenen Jahren starben viele Menschen durch Raser und illegale Rennen – 2022 waren es sogar zwölf Tote, ein trauriger Rekordwert.
So alt wie der Blitzermarathon ist auch die Kritik an ihm. Die Wirkung beschränke sich nur auf die Zeit der strikten Überwachung, langfristige Effekte gebe es nicht. Polizeigewerkschafter beklagen zudem den hohen Personaleinsatz.
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