Bloß nicht machen!
Experte über Saharastaub in NRW: „Der Endgegner!“ – Fehler beim Fensterputzen macht es schlimmer
Der Himmel über NRW zeigt sich milchig und trüb – Saharastaub ist im Anmarsch. Viele Haushalte greifen jetzt reflexartig zum Putzlappen. Doch genau das kann ein teurer Fehler sein.
Frühlingshoch Jannis beschert Nordrhein-Westfalen aktuell milde Temperaturen und viel Sonnenschein – doch er hat einen ungebetenen Mitreisenden im Gepäck: Saharastaub. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist die Luft derzeit von einem milchig eingefärbten Saharastaub-Schleier durchzogen, der besonders im Westen Deutschlands für einen trüben Himmel sorgt. Wer jetzt seinen Fenstern zu Leibe rücken will, sollte unbedingt aufpassen – denn ein weit verbreiteter Fehler kann irreparable Schäden verursachen.
Saharastaub ist ganz anders als gewöhnlicher Hausstaub. Er besteht aus winzigen mineralischen Sandkörnchen, die Tausende Kilometer aus der nordafrikanischen Wüste bis nach NRW transportiert werden. Rüdiger Elias, Gebäudereiniger aus Bochum, warnt im Gespräch mit wa.de eindringlich: „Ganz wichtig ist, viel Wasser zu benutzen. Beim Saharastaub handelt es sich um scharfkantige Partikel – und die muss man am besten erst mit fließendem Wasser abspülen, bevor sie alles verkratzen.“ Wer die Partikel stattdessen mit einem trockenen Tuch über die Scheibe reibt, riskiert feine Kratzer im Glas – zunächst kaum sichtbar, aber bei tiefstehender Sonne als störende Schlieren sofort bemerkbar und nicht mehr zu entfernen.
Einscheiben-Sicherheitsglas bekommt sofort Kratzer vom Saharastaub
Nicht jedes Fensterglas reagiert gleich empfindlich auf den Wüstenstaub. Festerputz-Experte Elias – er hat 1994 seinen Meister als Gebäudereiniger gemacht – kennt das Problem aus dem Berufsalltag: „Einscheiben-Sicherheitsglas ist da ganz empfindlich. Das ist der Endgegner für jeden Gebäudereiniger. Man darf auf keinen Fall nur mit einem trockenen Lappen hin und her wischen, sondern muss mit ganz viel Flüssigkeit arbeiten, um den Saharastaub von den Scheiben zu entfernen.“ Dieser Glastyp, der häufig in modernen Gebäuden, Balkontüren und Duschen verbaut ist, ist besonders anfällig für Mikrokratzer.
Wer wirklich saubere Fenster will, sollte am besten mit der Reinigung noch etwas warten. Das Frühlingshoch Jannis hält laut Wettervorhersage noch einige Tage an, was bedeutet: Der Saharastaub wird sich weiterhin ablagern. Wer heute putzt, hat morgen wieder dreckige Scheiben. Sinnvoller ist es, das Ende der Staubphase abzuwarten – idealerweise nach dem nächsten Regenfall, der die Luft reinigt und die Scheiben vorspült.
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Das Fensterputzen im Freien bei erhöhter Saharastaub-Belastung ist nicht nur für die Scheiben, sondern auch für empfindliche Menschen ein Risiko. Die feinen Staubpartikel können in die Atemwege gelangen und vor allem bei Allergikern und Asthmatikern Beschwerden auslösen. Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten daher während der aktuellen Staubphase körperliche Anstrengungen im Freien – auch das Fensterputzen von außen – möglichst vermeiden und Fenster und Türen geschlossen halten, bis die Staubwelle abgezogen ist.
Rubriklistenbild: © Rüdiger Elias
