Woran das liegt
Saharastaub legt sich über NRW – Wetter sorgt für besonderes Phänomen
Über NRW liegt Saharastaub in der Luft. Eine Südwestströmung trägt die Partikel aus Nordafrika heran. Der DWD rechnet in den nächsten Tagen mit mehr Dunst.
Wer dieser Tage in NRW in den Himmel schaut, reibt sich vielleicht verwundert die Augen: Die Sonne scheint, doch der Himmel wirkt stellenweise milchig und trüb. Der Grund dafür kommt aus weit mehr als 4000 Kilometern Entfernung – aus der Sahara. Dieses Phänomen dürfte uns auch noch die nächsten Tage beschäftigen. Schuld daran ist das Wetter.
Was gerade über dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und dem Rest von NRW zu beobachten ist, hat einen Namen: Saharastaub. Feine Sandpartikel aus der nordafrikanischen Wüste haben sich auf den Weg nach Mitteleuropa gemacht und können den Frühlingshimmel über Städten wie Dortmund, Essen, Duisburg und Köln trüben. Das Phänomen klingt exotisch – ist aber physikalisch klar erklärbar.
„Nicht mehr so astrein sonnig“: DWD warnt vor Saharastaub-Dunst in NRW
Verantwortlich für den Saharastaub über Deutschland ist eine stabile Süd- bis Südwestströmung, die warme Luftmassen aus Südeuropa nach Norden lenkt. In mehreren Kilometern Höhe – typischerweise zwischen zwei und sieben Kilometern – transportiert sie dabei feine Sandpartikel aus der Sahara bis nach Mitteleuropa. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wird der Staub durch ein Tiefdruckgebiet über Spanien aufgewirbelt und in die Atmosphäre eingetragen, von wo aus ihn die Luftströme bis nach Nordrhein-Westfalen tragen. Was man am Boden sieht: Der sonst kräftig blaue Märzhimmel erscheint weißlich, weil das Sonnenlicht durch die feinen Partikel gestreut wird.
Das aktuelle Ereignis ist kein Zufall. Laut DWD treten Saharastaub-Ereignisse in Mitteleuropa primär im Frühjahr und Sommer auf, wenn bestimmte Großwetterlagen die Luftströmungen aus Nordafrika begünstigen. So wie es aktuell bei uns der Fall ist. „Die nächsten Tage werden nicht mehr so astrein sonnig wie aktuell“, sagte Diplom-Meteorologe Marco Manitta vom DWD im Gespräch mit wa.de. Der Grund: „Viel Saharastaub ist auf dem Weg zu uns – er liegt zurzeit über Frankreich und kommt ab Freitag auch im Westen Deutschlands an.“ Die Folge seien „kaum Wolken, aber ein sehr milchiger, eingetrübter Himmel“. Das könnte laut dem Wetter-Experten zudem dafür sorgen, dass die Temperaturen etwas gedämpft sind.
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Das Saharastaub-Phänomen hat aber auch eine ästhetische Seite: Bei tiefstehender Sonne können die Partikel für spektakuläre orange-rote Sonnenuntergänge sorgen. Doch die feinen Körnchen setzen sich eben auch auf allem ab, was im Freien steht – Autos, Gartenmöbel und Fensterscheiben bekommen eine deutlich sichtbare Staubschicht. Mit einem richtig gelben Himmel oder Blutregen sei laut DWD aktuell nicht zu rechnen, da die Konzentration des Saharastaubs in den Luftströmen nur leicht erhöht sei.
Gesundheitlich gilt Saharastaub nicht als toxisch. Allerdings enthält er größere Mengen kleiner, lungengängiger Partikel unter 2,5 Mikrometer Durchmesser, die bei längerer Exposition vor allem bei Menschen mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu Beschwerden führen können. Wer also empfindlich reagiert, sollte körperliche Anstrengungen im Freien in diesen Tagen reduzieren. Der Spuk ist übrigens nicht von Dauer: Sobald Regen einsetzt, wird der Staub aus der Luft gewaschen – und der Frühlingshimmel über NRW erstrahlt wieder in klarem Blau .
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