NRW-Umweltministerium:

Keine Umweltbelastung durch Hammer Alt-Reaktor

THTR Reaktor Hamm
+
Ein Milliardengrab: der stillgelegte Reaktor in Uentrop.

DÜSSELDORF/HAMM - Im Umfeld des stillgelegten Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR) in Hamm-Uentrop sind in den vergangenen zehn Jahren keine auffälligen Umweltbelastungen festgestellt worden.

Regelmäßige Messungen von Emissionen in Luft, Boden, Pflanzen und Grundwasser haben keine ungewöhnlichen Ergebnisse geliefert, berichtet Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Robert Stein aus Hamm.

Ende November hatte Remmel mitgeteilt, dass Frauen in Hamm und Umgebung überdurchschnittlich häufig an Schilddrüsenkrebs erkrankt sind.

Lesen Sie auch:

Häufung von Schilddrüsen-Krebs: Zusammenhang THTR?

THTR: Milliardengrab von Hamm-Uentrop wird 30

THTR-Umfeld: Cäsium im Boden nachgewiesen

Statt der zu erwartenden 15 wurden hier 20 Fälle unter 150.000 Frauen registriert. Von 2008 bis 2010 gab es demnach eine um 64 Prozent erhöhte Schilddrüsen-Krebsrate.

Eine Strahlenbelastung als Ursache hatte der Minister als „wenig wahrscheinlich“ eingeschätzt, denn bei in Hamm, Ahlen, Beckum, Lippetal und Welver lebenden Männern waren keine Auffälligkeiten diagnostiziert worden. Zudem gebe es keine Besonderheiten in den Altersgruppen, die durch den THTR-Störfall vor 27 Jahren hätten betroffen sein können.

„Denkbar wäre, dass wegen der besonderen Situation vor Ort überdurchschnittlich viele Untersuchungen der Schilddrüse durchgeführt wurden“, untermauert Remmel jetzt die Erklärung, dass verstärkte Kontrollen zu einer Häufung der Fälle geführt haben könnten.

Im Raum Hamm werde der atomrechtlich genehmigte Jahresgrenzwert für die Abgabe der Radionuklide Tritium (H-3) in der Luft um mehr als das Tausendfache unterschritten. - vor

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare