Häufung von Schilddrüsen-Krebs: Zusammenhang THTR?

Foto: Mroß
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HAMM -   Eine Untersuchung der Krebshäufigkeit im Umfeld des 1989 stillgelegten Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) in Hamm-Uentrop hat keine Anhaltspunkte für strahlungsbedingte Erkrankungen (etwa Leukämie) ergeben. Auffällig ist aber eine Häufung von Schilddrüsen-Karzinomen bei Frauen.

Das Epidemiologische Krebsregister NRW hat ein um 64 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko errechnet. Die Zahl der Krebsfälle ist in der Region um fünf auf jährlich

Ein Milliardengrab: der stillgelegte Reaktor in Uentrop.

etwa 20 angestiegen. Bei Männern in Männern in Hamm, Ahlen, Beckum, Lippetal und Welver wurde keine Veränderung festgestellt.

„Die genauen Ursachen können wir nicht präzise beschreiben“, erläuterte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am Mittwoch in Düsseldorf. Deshalb sollen die Gründe weiter erforscht werden, jetzt auch mit Unterstützung von Bundesinstituten. Es gilt als wahrscheinlich, dass die höhere Zahl von Krebsvorsorgeuntersuchungen und die besseren medizinischen Kontrollgeräte die höhere Zahl von Krebserkrankungen ergeben habe.

Hintergrund des Berichts waren vermehrte Anfragen von Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Das Ministerium hat deshalb vorsorglich eine Auswertung durch das Epidemiologische Krebsregister NRW beauftragt. Der stillgelegte Reaktor in Hamm-Uentrop

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war zuletzt wegen des Verdachts in den Fokus geraten, dass radioaktive PAC-Kügelchen aus dem Reaktor in die Umwelt gelangt waren. Dies bestätigte sich allerdings nicht. Bei den gefundenen Kügelchen handelte es sich nach derzeitigem Stand um kugelförmige Bestandteile von Düngemitteln, die Konverterkalk enthalten.

Zudem hatte sich 1986 innerhalb des THTR ein Zwischenfall ereignet, bei dem Radioaktivität frei gesetzt wurde. Um hinsichtlich der Diskussion um vermutete Krebshäufungen Klarheit zu schaffen, wurden in der aktuellen Auswertung ausgewählte Krebserkrankungen der Bevölkerung aus den Jahren 2008 bis 2010 mit denen eines Referenzgebietes verglichen. Aktuellere Daten liegen derzeit noch nicht vor.

Eine Strahlenbelastung als Ursache der Krebserkrankungen, etwa durch den THTR Hamm, erscheint wenig wahrscheinlich, da keine Auffälligkeit bei Schilddrüsenkrebs der Männer gefunden wurde. Bei Strahlung als Ursache hätte es auch hier eine Krebshäufung geben müssen. Dies ist aber nicht der Fall. Zudem wurden keine Auffälligkeit bei Tumoren sich schnell teilender Zellverbände (blutbildendes System / Leukämien) gefunden, die typischerweise mit Strahlenexposition assoziiert sind. Außerdem wäre, unter der Annahme einer Strahlenbelastung im Zusammenhang mit einem Ereignis beim THTR im Jahr 1986, zu erwarten, dass mögliche Effekte sich im Untersuchungszeitraum in einer erhöhten Zahl von Erkrankungsfällen in jüngeren gegenüber höheren Altersgruppen bemerkbar machen. Die altersspezifischen Analysen bestätigen diesen Verdacht jedoch nicht.

Hintergrund: Krebsregister

Krebsregister sind Einrichtungen zur Erfassung, Speicherung und Interpretation von Informationen zu Krebserkrankungen und davon betroffenen Personen. Das Epidemiologische Krebsregister Nordrhein-Westfalen ist eine gemeinnützige GmbH. Die Aufgabe der gGmbH besteht in der Führung und Vorhaltung des Epidemiologischen Krebsregisters des Landes Nordrhein-Westfalen.- WA

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