Stichtag 13. September 1983
THTR: Milliardengrab von Hamm-Uentrop wird 30
HAMM - Es sollte ein technologischer Meilenstein der Energiewirtschaft werden, doch das Unterfangen geriet zum gigantischen Fehlschlag: Vor 30 Jahren erfolgte im Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) des Kraftwerkes Uentrop-Schmehausen erstmals eine kontrollierte Kernspaltung.
Die Ursprünge des ehrgeizigen Projektes reichen bis in die 1960er Jahre zurück und mündeten zunächst in der Gründung der „Hochtemperaturkraftwerk GmbH, Hamm“ (HKG), einem Konsortium unter maßgeblicher Beteiligung der VEW (Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen).
Es sah die Errichtung eines gasgekühlten Hochtemperaturreaktors mit einer von 300 Megawatt vor. Der Reaktor sollte nicht mit den herkömmlichen Brennstäben bestückt werden, sondern mit tennisballähnlichen, graphitummantelten Kugeln. Dieser Prototyp einer neuen Generation von Atomkraftwerken versprach eine Verminderung der Unfall- und Strahlungsrisiken im Vergleich zu den bestehenden Leichtwasserreaktoren und dazu einen höheren Wirkungsgrad.
Im Herbst 1988 kam das Ende des Kraftwerksbetriebes. Ausschlaggebend war, dass anlässlich einer Routinekontrolle festgestellt wurde, dass 35 von 3000 Bolzen eines Heißgaskanals schadhaft waren. Zunächst wurde ein befristeter Auslaufbetrieb ins Auge gefasst, doch ein rentablen Betrieb des Meilers konnte definitiv nicht mehr erreicht werden. Und so beschlossen Mitte August 1989 die Beteiligten (Bund, Land, Betreiber), den Thorium-Hochtemperaturreaktor von Hamm-Uentrop endgültig stillzulegen...
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