Zwei Filialen auf engstem Raum
Neue Sorgen nach Galeria-Insolvenz: Zwei Filialen in Münster „auf Dauer wenig sinnvoll“
In Münster gibt es zwei Häuser von Galeria Karstadt Kaufhof auf engstem Raum. Mit der aktuellen Insolvenz des Unternehmens kehrt die Angst vor Schließungen zurück.
Münster - Der 13. März 2023 war ein schlechter Tag für viele Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof. An jenem Tag veröffentlichte der insolvente Warenhauskonzern eine Liste, welche Standorte geschlossen werden sollen. Die Hälfte der Filialen in Nordrhein-Westfalen war betroffen, darunter auch jene in Bielefeld und Paderborn. In Münster dagegen herrschte erstaunte Erleichterung, denn gleich beide Häuser überstanden den Kahlschlag.
- Was? Galeria Karstadt Kaufhof
- Wo? Innenstadt von Münster
- Standorte: Salzstraße, Ludgeristraße
Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof: Was wird aus dem Doppelstandort Münster?
Nur zehn Monate ist das her, doch die Sorgen im früheren Karstadt (Salzstraße) und im einstigen Kaufhof (Ludgeristraße), die sich in der Münsteraner Innenstadt in direkter Nachbarschaft befinden, sind zu Beginn der Woche schlagartig zurückgekehrt. Am 9. Januar 2024 stellte Galeria Karstadt Kaufhof erneut einen Antrag auf Insolvenz – es ist bereits die dritte in weniger als vier Jahren für den letzten verbliebenen Warenhausgiganten in Deutschland. Die Kette sucht nun einen neuen Eigentümer. Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits angelaufen, hieß es. Ziel sei die Fortführung von Galeria.
Aber geht es auch mit meiner Filiale weiter? Diese Frage stellen sich bundesweit aktuell gut 12.500 Festangestellte, die Galeria noch hat. In Dortmund geht wieder die Angst vor einem Aus für den traditionellen Karstadt-Standort am Westenhellweg um. Und das gilt in besonderem Maße für die rund 200 Beschäftigten in Münster.
Hat der Doppelstandort Münster eine Zukunft? Tobias Buller-Langhorst, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Münster-Münsterland, hat Zweifel. „Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass einer der Standorte geschlossen wird“, sagt er im Gespräch mit wa.de. „Zwei Häuser sozusagen vis-à-vis mit fast demselben Warenbestand – das ergibt ökonomisch auf Dauer wenig Sinn.“ Er habe sich bei der Rettung im Frühjahr 2023 für die Beschäftigten gefreut, sei aber auch überrascht gewesen, so Buller-Langhorst.
Mögliche Galeria-Schließung in Münster – „es darf keine Denkverbote geben“
Sollte ein Standort in Münster gestrichen werden, stellen sich zwei Fragen: Welcher? Und wie wird der große Leerstand in zentraler Lage gefüllt? In puncto Nachfolge wehrt sich Buller-Langhorst gegen Überlegungen, den Platz für ein Parkhaus, E-Bike-Ladestationen oder Fahrräder zu nutzen. „Die Innenstadt lebt von Frequenz und nicht von abgestellten Fahrzeugen“, sagt er.
Handel im Erdgeschoss und Wohnen darüber sei denkbar. Grundsätzlich dürfe es für den Fall der Fälle aber keine Denkverbote geben. „Man kann auch mal darüber nachdenken, bei Luxus-Anbietern anzufragen - Gucci, Prada, Louis Vuitton“, so Buller-Langhorst. Eines dürfe es aber auf keinen Fall geben: Leerstand. Die Attraktivität der Innenstadt hängt maßgeblich von Geschäften ab. „Eine gewisse Stabilität muss der Handel bieten.“ Noch ist allerdings auch denkbar, dass beide Galeria-Standorte weiter existieren.
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