Trotz guter Prognose
Galeria Karstadt Kaufhof beantragt erneut Insolvenz
Deutschlands letzter verbliebene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hat erneut Insolvenz angemeldet. Wie es jetzt weiter gehen soll.
Update vom 9. Januar, 11.41 Uhr: Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) hat beim Amtsgericht Essen einen Insolvenzantrag gestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Demnach sucht Galeria einen neuen Eigentümer. Gespräche mit potenziellen Investoren seien bereits angelaufen. Die Fortführung von Galeria sei das Ziel.
„Galerias operativer Erfolg wird durch die Rahmenbedingungen der alten Eigentümerstruktur belastet. Wir sehen in dem heutigen Tag ausdrücklich einen Befreiungsschlag“, wird Galeria-Chef Olivier van den Bossche zitiert. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die Insolvenzen der Signa-Gruppe schädigen Galeria massiv, behindern das laufende Geschäft und schränken durch hohe Mieten und teure Dienstleistungen die künftige Entwicklungsmöglichkeit stark ein.“
Für Galeria Karstadt Kaufhof ist es bereits die dritte Insolvenz innerhalb von weniger als vier Jahren. Vorausgegangen war die Schieflage des Mutterkonzerns Signa. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Unternehmen aus der Handels- und Immobiliengruppe des österreichischen Unternehmers René Benko Insolvenz angemeldet - darunter die Signa Retail Selection AG, zu der GKK gehört. Sie hatte Ende November angekündigt, ihr Geschäft geordnet abzuwickeln, was einen Verkauf von GKK bedeutet.
Galeria Karstadt Kaufhof droht die nächste Insolvenz
[Erstmeldung vom 8. Januar] Hamm - Ist Galeria Karstadt Kaufhof schon wieder in der Krise oder immer noch? Die Lage beim letzten verbliebenen deutschen Warenhaus-Giganten ist unübersichtlich. Jetzt droht dem finanziell schwer angeschlagenen Konzern die dritte Insolvenz innerhalb von drei Jahren. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll ein entsprechender Antrag noch in dieser Woche am Amtsgericht Essen gestellt werden. Das Unternehmen selbst hält sich bedeckt.
| Unternehmen | Galeria Karstadt Kaufhof |
| Gründung | 2018 |
| Sitz | Essen |
Galeria Karstadt Kaufhof droht dritte Insolvenz nach 2020 und 2022
Die vergangenen Jahre haben schwere Spuren im Filialnetz hinterlassen. Aktuell gibt es in Deutschland nur noch knapp 100 Niederlassungen von Galeria Karstadt Kaufhof. Im Zuge der beiden Insolvenzen 2020 und 2022 – jeweils in Eigenregie – wurden zahlreiche Warenhäuser geschlossen, darunter viele in Nordrhein-Westfalen. Tausende Beschäftigte verloren ihren Job. Für den später geretteten Standort Dortmund interessierte sich zwischenzeitlich auch die Modekette Aachener, deren Muttergesellschaft mittlerweile selbst Insolvenz beantragt hat. Mitte Januar schließt die Kaufhof-Filiale in Wuppertal. Bis zuletzt hatte sich die Stadt um eine Rettung bemüht.
Die aktuellen Probleme haben weniger mit Galeria Karstadt Kaufhof selbst zu tun. Das Weihnachtsgeschäft etwa lief gut, die Prognosen für das Geschäftsjahr 2023/24 machen Hoffnung. Im Zentrum steht diesmal die Signa-Firmengruppe, zu der Galeria gehört. Die Holding hatte sich im Zuge des letzten Insolvenzverfahrens verpflichtet, dem Karstadt-Kaufhof-Konzern 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, ist aber selbst schwer angeschlagen. Für mehrere Signa-Unternehmen wurden bereits Insolvenzanträge gestellt. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die dringend benötigten Millionen noch an Galeria Karstadt Kaufhof fließen.
Galeria Karstadt Kaufhof vor Insolvenz? Probleme mit dem Signa-Mutterkonzern
Was eine neuerliche Insolvenz von Galeria Karstadt Kaufhof für die rund 12.000 Vollzeit-Beschäftigten und die verbliebenen Standorte bedeutet, ist noch nicht abzusehen. Der Galeria-Betriebsrat hält die Kaufhauskette trotz der Turbulenzen jedenfalls für zukunftsfähig. „Dass nun die Kerngesellschaften der Signa-Gruppe insolvent sind, bedeutet, dass wir uns von der Signa-Gruppe und ihren Interessen befreien können“, sagte Betriebsratschef Jürgen Ettl. Finde sich ein neuer Eigentümer, der „ebenso wie wir ein Interesse daran hat, dass es Galeria gut geht, ist das Unternehmen zukunftsfähig“.
Wirtschaftliche Probleme, wohin man schaut: In den vergangenen Wochen und Monaten mussten viele und ganz unterschiedliche Unternehmen den bitteren Gang in die Insolvenz antreten - vom Schmiernippel-Weltmarktführer Umeta aus Bielefeld über die St. Vincenz-Kliniken Paderborn oder den Telefon-Riesen Gigaset aus Bocholt. Ein Hersteller von Luxusküchen aus dem Münsterland ging kurz vor Weihnachten zum vierten Mal binnen acht Jahren in die Insolvenz.
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