Zahlungsunfähig

Fast 100 Jahre Familienbetrieb: Weltmarktführer aus Bielefeld ist insolvent

Ein fast 100 Jahre alter Familienbetrieb ist pleite. Der Weltmarktführer für Schmiernippel aus Bielefeld hat Insolvenz angemeldet. Was nun geschieht.

Bielefeld - Weil die Auftragseingänge zuletzt stark rückläufig waren, ist das Traditionsunternehmen Umeta aus Bielefeld in Schieflage geraten. Der Weltmarktführer für Schmiernippel hat einen Insolvenzantrag gestellt. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger. Der zeigt sich im Gespräch mit wa.de über die Zukunft des Betriebs zuversichtlich.

Fast 100 Jahre Familienbetrieb: Weltmarktführer aus Bielefeld ist insolvent

Hinter Umeta steckt ein fast 100 Jahre altes Familienunternehmen. Die Firma stellt unter anderem Schmiernippel für Maschinen und Anlagen her und ist nach eigenen Angaben in diesem Bereich Weltmarktführer. Laut Streitbörger seien die Auftragseingänge bei dem Traditionsbetrieb zuletzt aber stark rückläufig gewesen.

Umeta geriet daraufhin in Schieflage. „Der Geschäftsführer Frank Maser hat wirklich alles versucht, um die Insolvenz abzuwenden“, erklärt Streitbörger. Er habe sogar eigenständig einen befreundeten Unternehmensberater mit ins Boot geholt. Leider vergeblich. „Letztlich fehlte einfach das Geld.“ So hätten etwa die Löhne und Gehälter für November nicht mehr bezahlt werden können.

Gründung vor 97 Jahren

Das Unternehmen Umeta wurde im Jahr 1926 von Hermann Ulrichskötter in Gütersloh (NRW) gegründet. 47 Jahre später wurde der Standort nach Bielefeld verlagert. Im Jahr 1993 trat Frank Maser in dritter Generation in die Geschäftsleitung des Unternehmens ein. Im selben Jahr gründete Umeta eine Niederlassung in den USA. Erst 2022 schaffte die Firma neue Produktionsautomaten und Waschroboter an.

Weltmarktführer ist insolvent: „Die sind so leicht nicht ersetzbar“

Die sind laut Streitbörger nun zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur abgedeckt. Die Produktion bei Umeta gehe erst einmal weiter. „In der Zeit kann ich das Unternehmen auf festere Beine stellen“, so der Insolvenzverwalter, der sich recht zuversichtlich zeigt. „Das Unternehmen hat ein besonderes Produkt. Es ist ein winziges Teil, was aber überall gebraucht wird. Die sind so leicht nicht ersetzbar.“

Außerdem, betont Streitbörger, habe es seit Veröffentlichung des Insolvenzverfahrens „noch keine einzige Auftragsstornierung“ gegeben. Dies sei ein gutes Zeichen und zeige, „dass die Produkte begehrt sind“.

Ein Schmiernippel sorgt dafür, dass Maschinen und Anlagen in Bewegung bleiben. Es handelt sich um eine Art Verschluss, über den eine Lagerstelle mittels Fettpresse mit Schmierstoff versorgt werden kann.

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Rubriklistenbild: © Friso Gentsch

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