Tochter der Signa-Holding

Sieben NRW-Filialen von SportScheck-Insolvenz betroffen – Experte sieht schwarz

Die Zahlungsunfähigkeit der Signa-Holding hat Auswirkungen auf SportScheck: Das Unternehmen hat Insolvenz beantragt. Wie es mit den NRW-Filialen weiter geht.

Hamm - Jetzt hat auch SportScheck einen Insolvenzantrag gestellt. Der zur Signa-Holding gehörende Sportartikel-Händler mit bundesweit 34 Filialen – sieben davon sind in Nordrhein-Westfalen – und rund 350 Millionen Euro Jahresumsatz teilte am Donnerstag mit, nach dem Insolvenzantrag der Signa-Holding des österreichischen Milliardärs René Benko sei SportScheck zahlungsunfähig.

Sieben NRW-Filialen von SportScheck-Insolvenz betroffen – Experte sieht schwarz

Zwar werde die im Herbst angekündigte Übernahme von SportScheck durch den britisshen Modehändler Frasers Group jetzt „erst einmal nicht vollzogen“, heißt es: „Frasers hält jedoch weiter an seinen Übernahmepläne fest“, teilte das Unternehmen mit. Weitere potenzielle Investoren hätten Interesse an der Übernahme von SportScheck bekundet. Damit sei der Prozess nun wieder offen. „Dies stimmt SportScheck zuversichtlich, einen neuen starken Partner zu finden, der dem Unternehmen langfristig Stabilität zusichert.“

In NRW betreibt SportScheck aktuell sieben Filialen:

  • Aachen
  • Bielefeld
  • Bonn
  • Dortmund
  • Köln
  • Mönchengladbach
  • Münster

Insolvenz von SportScheck hat vorerst keine Auswirkungen auf Kunden in Filialen und Online-Shop

Vorerst heißt es für die Filialen: Die Arbeit dort geht vor dem Endspurt im Weihnachtsgeschäft weiter, es wird keine zunächst Schließungen geben. Gleiches gilt für den Kundenservice sowie den Online-Shop der Sportartikel-Händlers. Kunden müssen sich um ihre Bestellungen demnach keine Sorgen machen.

Die Insolvenz sei bitter, aber auch eine Chance, das Unternehmen mit seinen Vertragspartnern und Gläubigern nachhaltig zu stärken, sagte Geschäftsführer Matthias Rucker. Der Sanierungs- und Investorenprozess solle spätestens im März abgeschlossen werden.

Sieben NRW-Filialen sind von der SportScheck-Insolvenz betroffen.

Ob es tatsächlich zu einer Übernahme und zu einer Rettung kommt, ist offen. Gerrit Heinemann, Handelsexperte der Hochschule Niederrhein, glaubt offenbar nicht daran, dass sich ein Investor für eine Übernahme findet. „Die Aussichten sind düster“, wird er von der Bild zitiert: „Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten macht das keinen Sinn.“

Derweil sprach sich die Gewerkschaft Verdi dafür aus, den Verkauf von SportScheck an Frasers zügig über die Bühne zu bringen. Die zuständige Bundesfachgruppenleiterin Corinna Groß sagte den Funke-Zeitungen: „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen endlich wieder gute Zukunftsaussichten und eine verlässliche Perspektive, die dieser Verkauf bietet. Sie dürfen nicht schon wieder die Zeche zahlen müssen, wenn jemand sich verspekuliert hat.“ (mg/dpa)

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Rubriklistenbild: © Ying Tang/Imago

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