Trecker-Fahrten

Bauern-Protest in Münster „weitgehend ohne Probleme“ - Ärger auf der A1

Die Landwirte protestierten am Montag, 8. Januar, in Münster. Mehrere Trecker-Konvois zogen durch die Stadt. Probleme für die Polizei gab es auf der A1.

Update vom 8. Januar, 19.30 Uhr: Die Polizei Münster hat am Abend eine positive Bilanz des Demo-Tages gezogen. Konvois und Sternfahrt seien friedlich verlaufen. „Die Versammlungen verliefen wie geplant und weitgehend ohne Probleme, nur vereinzelt mussten wir Maßnahmen treffen. Die Münsteranerinnen und Münsteraner haben heute im Straßenverkehr Geduld bewiesen“. Insgesamt waren laut Polizei 864 Teilnehmerinnern und Teilnehmer mit 460 Treckern, 155 Autos, 48 Lkw und einem Bagger in Münsters Innenstadt und auf den Einfallstraßen rund um die Stadt unterwegs.

Polizeibeamte erstatteten außerhalb der Versammlungen Strafanzeigen wegen des Verdachts der Nötigung im Straßenverkehr. Mehrere Lkw hatten am Morgen den Verkehr auf der A1 blockiert, indem sie ihre Geschwindigkeit bis auf 15 km/h reduzierten.

Update vom 8. Januar, 16.20 Uhr: Die letzte Treckerdemo des Tages ist in Münster gestartet. Die Landwirte fahren über die Hauptverkehrsachsen sternförmig in Richtung Innenstadt. „Rechnet auf der Route mit Stau“, warnt die Polizei über den Kurznachrichtendienst X. Nach ersten Angaben sind mehrere hundert Fahrzeuge auf dem Weg Richtung Zentrum. Auf den Ringstraßen soll die Innenstadt dann einmal umrundet werden.

Bauern-Protest in Münster: Hunderte Trecker unterwegs in die Innenstadt

Update vom 8. Januar, 9.37 Uhr: Auch in Münster laufen seit den frühen Morgenstunden Trecker-Demos. In ganz NRW finden am Montag Protestaktionen statt, primär in Form von Konvois, die den Verkehr lahmlegen. Wie die Polizei mitteilt, muss in der Innenstadt von Münster mit Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet werden. Vier Trecker-Demos seien geplant. Bis zum Mittag sollte der Innenstadtbereich gemieden werden. Zudem teilte die Polizei gegen 8.30 Uhr mit, dass auf der A1 zwischen Ascheberg und Hiltrup in Fahrtrichtung Bremen mehrere Lkw, die besonders langsam fahren würden, den Verkehr behindern. Inwieweit dies mit dem Bauern-Protesttag zusammenhängt, war zunächst unklar. Viele Spediteure unterstützen die Demonstrationen der Landwirte.

Vier Trecker-Konvois ziehen am Montag durch Münster.

Landwirte protestieren in Münster – Polizei rät, einige Straßen zu umfahren

[Erstmeldung] Münster - Ab dem 8. Januar drohen in mehreren Bereichen in Nordrhein-Westfalen Streiks. Bahnreisende müssen sich auf massive Einschränkungen wegen eines möglichen Streiks der GDL einstellen. Und auch die Prostete der Bauern gehen weiter – am Montag, 8. Januar, wollen sie einen Großteil von NRW lahmlegen. Die Landwirte reagieren auf die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen, insbesondere die Streichung von Steuervergünstigungen für Agrardiesel, mit einer groß angelegten Aktionswoche. So auch in Münster.

Es mangelt grundsätzlich seitens der Politik an Perspektiven zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft. Die Sparpläne der Bundesregierung würden die hiesige Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb noch zusätzlich schwächen“, erklärt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster.

Landwirtschaftlicher Kreisverband plant Sternfahrt durch Münster

„Mit der Aktionswoche wollen wir in der Bevölkerung und gegenüber der Politik auf unsere Sorgen aufmerksam machen und auch dem großen Unmut im Berufsstand Ausdruck verleihen“, heißt es weiter. Den Landwirten sei ein friedlicher und demokratischer Protest wichtig – aber auch zu zeigen „Zu viel ist zu viel“. Ab 16 Uhr plant der Verband daher eine Sternfahrt mit bis zu 240 Treckern, die auf den Ring fahren werden. „Anschließend verlassen die Trecker den Aufzug wieder an den jeweiligen Zufahrtsstraßen gegen 18 Uhr“, so die Polizei Münster.

Das sind die weiteren Protestaktionen in Münster

Wie die Polizei Münster mitteilt, startet der erste Konvoi am Montag gegen 9.15 Uhr aus Münsters Norden. „Bei dem Konvoi werden bis zu 300 Trecker, Pkw, Lkw und andere landforstwirtschaftliche Fahrzeuge erwartet“, heißt es. Mit einer polizeilichen Begleitung fahren die Trecker durch Münster und enden gegen 12 Uhr wieder beim Startpunkt. Der Konvoi werde über die Straßen Steinfurter Straße, Ludgeriplatz, über den Hauptbahnhof und schließlich wieder in Richtung Norden führen.

Eine weitere Fahrt werde circa von 13 bis 15 Uhr ebenfalls aus Münsters Norden starten. Mit erwarteten 100 Fahrzeugen wird der Konvoi dann durch die Stadt in Richtung Berg Fidel fahren, wo eine Mahnwache abgehalten werden soll.

Alle Aufzüge werden von der Polizei begleitet. Damit die erwartbaren Verkehrsbeeinträchtigungen minimiert werden, wird die Polizei verstärkt im Einsatz sein und Verkehrsmaßnahmen durchführen. Dennoch müssen Autofahrer mit vollen Straßen rechnen. Daher rät die Polizei, die Bereiche zu meiden und die großen Straßen sowie die Ringstraßen weiträumig zu umfahren. „Eltern sollten ihre Kinder nach Möglichkeit auf dem Schulweg begleiten, da die Aufzüge aufgrund der Vielzahl an Fahrzeugen lang werden können“, heißt es weiter.

Rubriklistenbild: © Heiko Rebsch/dpa

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