Regisseur aus der Region
Horrorfilm aus dem Münsterland – Er soll das deutsche Kino voran bringen
Detlef Muckel möchte mit dem Film „Our Darkness“ einen Psychothriller im Münsterland drehen. Zuschauer können das sehen – allerdings anders, als man denkt.
Münster - Wer an das Münsterland denkt, denkt nicht unbedongt an Hollywood und große Stars. Doch auch dort gibt es eine Filmszene, die weit über den beliebten Tatort aus Münster hinausgeht. Regisseur und Kameramann Detlef Muckel beispielsweise hat nicht nur seine Filmproduktionsfirma Newfilm Pictures in Greven im Kreis Steinfurt. Er hat unter anderem mit dem Doku-Thriller „Akte Münsterland“ bereits Spielfilme in der Region von NRW gedreht.
Sein neues Projekt ist noch einmal ambitionierter als seine vorhergehenden Filme: Mit „Our Darkness“ soll eine knallharte Genre-Produktion entstehen. Es soll sich um einen Horrorthriller handeln, der zu einem Großteil an einer Location spielen wird und dem Publikum Angst einjagen möchte – also nicht die Art von Film, die man für gewöhnlich mit Kino made in Germany assoziiert. Muckel verspricht, dass das Münsterland eine große Rolle in dem Film spielen wird. Die Zuschauer werden das allerdings eher auf den zweiten Blick mitbekommen.
Horrorfilm aus dem Münsterland soll das deutsche Kino nach vorne bringen
„Dass der Film im Münsterland spielt, wird man nicht sehen“, stellt Detlef Muckel im Gespräch mit wa.de klar. Stattdessen sollen die Örtlichkeiten, die im Film gezeigt werden, eher wie ein Niemandsland wirken. So, als könnten die Geschehnisse überall stattfinden. „Dass der Film im Münsterland gedreht wird, ist für die Geschichte nicht wichtig. Die Geschichte soll ein eigenes Weltbild bekommen“, erläutert der Filmemacher.
Also wird „Our Darkness“ ein Film aus dem Münsterland, dem das gar nicht anzumerken ist? Nicht ganz. Denn Detlef Muckel ist es ein großes Anliegen, das Münsterland als Filmlocation voranzubringen. „Das Münsterland ist jetzt nicht die typische Filmgegend. Man denkt dabei eher an Pferde und Fahrradhelme“, sagt er und bringt die aktuelle Lage von Münster als Ort für großes Kino pointiert auf den Punkt. Um dann zu ergänzen: „Aber Münster ist richtig vielfältig!“
Da durch die Ausrichtung des Psychothrillers nicht gewünscht ist, dass das Münsterland als solches im Film groß zu erkennen ist, nutzt Muckel einen anderen Weg, um die Region durch dieses Projekt zu pushen: „Ich ziehe viele im Münsterland ansässige Firmen in das Fimprojekt mit ein“, erklärt der Regisseur.
So ist etwa die Firma Poolgroup aus Emsdetten für die Beleuchtung zuständig. Im Thriller soll auch der Automatenshop „Herr Anton“ zu erblicken sein. Darüber hinaus werden bestimmte Autos, die mit dem Münsterland in Zusammenhang gebracht werden, ins Bild gerückt. Das heißt: Das Münsterland wird nicht als Setting im Film zu erkennen sein, sich aber durch die Beteiligung und Präsentation von Münsterländer Firmen vor und hinter der Kamera bemerkbar machen.
Filmemacher dreht Horrorfilm im Münsterland: „Ich mag dunkle Geschichten erzählen“
Wichtigster Schauplatz der Handlung wird ein Rastplatz sein. Ein Ort, der aus der Sicht von Detlef Muckel generell schon für Unbehagen bei vielen Menschen sorgen würde. Unbehagen, das durch Story des Films bei den Zuschauern noch einmal deutlich gesteigert werden soll. Denn eine erwachsene Frau und ein blindes Mädchen werden auf eben diesem Rastplatz in einen Überlebenskampf geraten.
„Ich mag dunkle Geschichten erzählen“, sagt Muckel, der selbst Fan von Horrorfilmen ist. Der Film sei auch optisch dunkel gehalten, wird eine bestimmte Bildsprache nutzen. „Es geht gleichzeitig aber auch um die Dunkelheit, die in uns schlummert“, erklärt der Regisseur. Und gibt somit eine Spur, wieso der Film so heißt, wie er heißt: „Our Darkness“ – also „Unsere Dunkelheit“.
Wer nun denkt, zumindest den Rastplatz im fertigen Film wiedererkennen zu können: Fehlanzeige. Denn die Szenerie wird extra für die Dreharbeiten gebaut. Detlef Muckel hat dazu auf einem alten Militärgelände im Münsterland ein Stück angemietet. Dort entsteht der Rastplatz inklusive eines Straßenstücks und eines Toilettenhäuschens.
Kinostart im Herbst 2025: „So etwas gibt es in dieser Art noch nicht in Deutschland“
„Der Film deckt alles ab, was der typische Horrorstreifen haben muss“, verspricht Muckel. „So etwas gibt es in dieser Art noch nicht in Deutschland. Das ist der Grund, weswegen wir diesen Film machen wollen.“ Einen Plan für die Entstehung des Films gibt es auch schon: Das Drehbuch existiert bereits. Der Filmemacher hatte etwa ein Jahr lang an dem Script gearbeitet. Auch erste Castings laufen. „Wenn alles gut läuft, werden wir mit dem Dreh Ende des Sommers 2024 anfangen“, erklärt der Regisseur und gibt einen Überblick über die angestrebte Timeline. „Anfang 2025 folgt dann die Post-Production. Und im Herbst 2025 könnte ‚Our Darkness‘ dann in den Kinos starten.“
Tatsächlich soll der Film nicht nur im Streaming landen oder auf Leinwänden im Münsterland zu sehen sein, sondern bundesweit in den Kinos anlaufen. Denn mit seinem düsteren Genre-Beitrag möchte Detlef Muckel mehr erreichen, als nur dem Publikum spannende Unterhaltung zu bieten. „Wir wollen die Kinowelt in Deutschland, die von Komödien und dem Zweiten Weltkrieg geprägt ist, ein bisschen nach vorne bringen und zeigen: Es geht auch anders“, erklärt der Regisseur.
Die Serie „Haus Kummerveldt“ wurde ebenfalls im Münsterland gedreht. Die Staffel, die gratis online zu sehen ist, wurde für den Grimme-Preis nominiert. Ein Filmemacher aus Unna arbeitet ebenfalls an einem neuen Film. Mit „30 and Wild“ setzt Felix Maxim Eller seinen größten Hit fort, der auf YouTube über 31 Millionen Mal aufgerufen wurde.