„Haus Kummerveldt“
Serie mit Grimme-Preis ausgezeichnet – sie wurde im Münsterland gedreht
Die Serie „Haus Kummerveldt“ ist gratis online zu sehen. Zuschauer entdecken bekannte Orte des Münsterlands. Nun wurde sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.
Hamm - Historische Stoffe werden gerne in Serien aufgegriffen. Manchmal sehr akkurat, manchmal mit vielen Freiheiten. Und manchmal bieten geschichtliche Ereignisse auch einfach nur eine Inspiration für fiktionale Storys. So einen Fall bietet „Haus Kummerveldt“, deren erste Staffel gratis in der Arte-Mediathek bereitsteht. Die schwarzhumorige Serie wurde nun mit dem Grimme-Preis Spezial 2024 ausgezeichnet. Vor allem Zuschauer aus dem Münsterland (NRW) wird das freuen.
Serie für den Grimme-Preis nominiert – Sie wurde im Münsterland gedreht
Denn neben spannenden und emotionalen Geschichten kommen diese Zuschauer in den Genuss, beliebte und bekannte Orte aus dem Münsterland wiederzuerkennen. Dass diverse Burgen und historische Häuser aus der Gegend in dem Format zu sehen sind, ist auch mehr als nur schmückendes Beiwerk. In der Beschreibung zu der Serie auf der Website muensterland.com wird das Zusammenspiel aus Plot, Kulisse und charismatische Darsteller als wichtiges Element von „Haus Kummerveldt“ hervorgehoben.
Diese bekannten Orte des Münsterlands können Sie in „Haus Kummerveldt“ sehen, wenn Sie die Augen aufhalten:
- Haus Welbergen in Ochtrup
- Burg Hülshoff in Havixbeck
- Haus Rüschhaus in Münster
- Burg Vischering in Lüdinghausen
- Haus Runde in Billerbeck
- Textilwerk Bocholt
Für die einen ist es schön, bekannte Orte wiederzuerkennen. Für andere wiederum könnten die Kulissen eine Anregung für einen Besichtigungstrip durch das Münsterland sein. Denn einen Besuch sind die Drehorte allemal wert. So ist das Haus Welbergen in Ochtrup beispielsweise für seinen besonderen Garten bekannt. Die Burg Hülshoff in Havixbeck wiederum ist ein lohnenswertes Ziel für geschichtsinteressierte Touristen. Denn dort wurde die bekannte Dichterin Annette von Droste-Hülshoff geboren.
„Haus Kummerveldt“ bietet für Ortskenner ein besonderes Erlebnis
Wer sich in der Umgebung auskennt, wird beim Schauen von „Haus Kummerveldt“ auch den ein oder anderen lustigen Moment erleben, der anderen Zuschauern verborgen bleibt. Denn wie so häufig wurde auch hier beim Filmen mit der Magie des Schnitts gezaubert.
So gibt es eine Szene in der Serie, in der Protagonistin Luise durch die Burg Hülshoff geht, um dann plötzlich nach dem Durchschreiten einer Tür im Haus Rüschhaus in Münster zu sein. Dort springt sie aus dem Fenster – und befindet sich auf einmal in der Gräfte der Burg Vischering. Dass Orte, wie sie einem in Filmen und Serien präsentiert werden, so meist nicht in der Realität existieren, ist ein bekannter Fakt. Dennoch ist es für Kenner der Orte im Münsterland amüsant, wenn sie bemerken, wie hier mehrere echte Orte zu einem fiktionalen Ort verbunden werden.
„Haus Kummerveldt“ – Worum geht es?
Im Mittelpunkt der Serie steht die Adelige Luise von Kummerveldt. Entgegen der Gepflogenheiten ist ihr großer Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Ihr Vater lässt dieses freigeistige Handeln der Tochter zu. Doch als dieser stirbt, wird es eng für Luise. Denn Luises Bruder, der nun das Zepter in der Hand hält, ist laut, kaisertreu und liebt Traditionen. Luise sieht nur eine Chance, weiterhin ihren Weg gehen zu können: Sie muss rebellieren.
Bei der Serie handelt es sich um Fiktion. Allerdings ist die Geschichte angelehnt an die Leben von Annette von Droste-Hülshoff, Else Lasker, Schüler und Hedwig Dohm.
Am 14. März 2024 wurde bekannt gebeben, dass „Haus Kummerveldt“ den Grimme-Preis Spezial erhalten hat. In der Begründung der Jury wird die „experimentierfreudige Verknüpfung von Historie, Pop und Politik“ gelobt. Aus über 750 Einsendungen hatte das wurden 64 Produktionen nominiert. Die Verleihung der 14 Grimme-Preise und der 3 Sonderpreise wird am 26. April im Marler Theater stattfinden.
„Haus Kummerveldt“ kann in der Mediathek von Arte geschaut werden – komplett kostenlos. Andere Streaminganbieter machen es den Kunden aktuell komplizierter. So hat Amazon Prime Video beispielsweise zuletzt Werbung für alle Kunden eingeführt, die nicht mehr Geld bezahlen wollen. Dann hat sich herausgestellt, dass das nicht die einzige Einschränkung ist.
Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd / dpa