Felix Maxim Eller
Über 31 Millionen Aufrufe: Filmemacher aus Unna setzt größten Hit fort
Felix Maxim Eller setzt nach zehn Jahren seinen Spielfilm-Hit fort. Die Komödie soll noch 2024 erscheinen. Wieder wird Unna dabei eine große Rolle spielen.
Unna - Felix Maxim Eller ist schon lange kein Unbekannter mehr. In der Stadt Unna in NRW ohnehin nicht, aber auch allgemein hat er sich in der Filmbranche bereits einen Namen gemacht. Sein Spielfilm-Debüt „Young and Wild“ aus dem Jahr 2014 kann kostenlos auf Youtube geschaut werden – was bislang rund 31 Millionen Menschen auch getan haben. Zehn Jahre nach dem ersten Langfilm des jungen Regisseurs kommt nun die Fortsetzung „30 and Wild“.
„Mehr als nur Lacher“: Filmemacher aus Unna setzt seinen Millionen-Hit fort
Wer an Kinofilme und Unna denkt, hat vermutlich als erstes „Bang Boom Bang“ von Regisseur Peter Thorwarth im Kopf. Die Komödie aus dem Jahr 1999 hat mittlerweile einen so hohen Kultstatus, dass sogar beim Verkauf eines Hauses in Unna offensiv damit geworben worden war, dass das Gebäude an einem der Drehorte steht.
Aber die gemütliche Stadt im Ruhrgebiet, die unter anderem für ihr Lichtkunstmuseum und dem Lindenbier bekannt ist, hat noch wesentlich mehr in Sachen Filmkultur zu bieten. Felix Maxim Eller ist hier wohl der mit Abstand bekannteste Name. Der 31-Jährige hat mit seinem zweiten Spielfilm „All Eyes on You“ den Preis als besten Film gewonnen – nicht etwa bei einem Festival in NRW, sondern beim Red Cedar Film Festival in Wisconsin. Ebenfalls für den düsteren Neo-Noir-Thriller, der schwer in Genre-Grenzen zu packen ist, bekam der Filmemacher beim Romford Film Festival in Großbritannien eine Auszeichnung als bester Regisseur.
In Unna leitet Felix Maxim Eller gemeinsam mit Jan Scharfenberg die Filmproduktionsfirma „Lost Tape“. Außerdem ist er künstlerischer Leiter des „Christian-Tasche-Filmpreises“ in Unna – ein Festival, auf dem Nachwuchs-Filmemacher ihre Kurzfilme präsentieren können. Im Jahr 2024 wird Eller vor allem aber persönlich wieder ein neues Werk präsentieren. In „30 and Wild“ wird die Geschichte von „Young and Wild“ zehn Jahre später fortgesetzt.
„30 and Wild“: Felix Maxim Eller setzt seinen ersten Spielfilm fort
Dass es dazu kam, war eine sehr kurzfristige Idee. Im Frühjahr 2023 kamen Michael Bruch, einer der Hauptdarsteller der Erfolgs-Komödie, und Felix Maxim Eller wegen eines Musikvideo-Drehs wieder zusammen. „Irgendwann haben wir aus Spaß darüber nachgedacht, was wohl zehn Jahre später aus den Charakteren des Films geworden ist“, erzählt der Filmemacher im Gespräch mit wa.de. „Dieser Gedanke hat mich dann nicht mehr losgelassen.“
Innerhalb eines Tages schrieb der Regisseur und Produzent ein 15 Seiten langes Treatment, kontaktierte dann nach und nach die damaligen Darsteller. „Viele der Leute habe ich jahrelang nicht gesprochen“, sagt Eller. „Die sind mittlerweile in ganz Deutschland verstreut.“ Ebenfalls spannend: Viele von ihnen arbeiten mittlerweile als professionelle Schauspieler.
Das wiederum hatte zur Folge, dass für die Dreharbeiten von „30 and Wild“, denen mittlerweile ein 95-seitiges Skript zugrunde lag, nur ein kurzes Zeitfenster zur Verfügung stand. „Wir mussten die ganzen Dreharbeiten in den Sommerferien durchziehen“, sagt der Produzent aus Unna. Letztlich war der Film in 21 Drehtagen im Kasten. Und selbst Schauspieler, die nur kleine Nebenrollen hatten, kehrten für die Fortsetzung zurück.
Zehn Jahre später: „30 and Wild“ wird sich ums Erwachsenwerden drehen
„Das Coole an ‚Young and Wild‘ war ja, dass er keine klassische Teenie-Klamotte war und mit Coming-of-Age-Elementen gespielt hat“, erläutert Eller und ordnet seinen ersten Langfilm von 2014 ein. Und auch mit der Fortsetzung möchte er nicht einfach nur eine Komödie drehen, in der möglichst viele Gags untergebracht werden. „Natürlich wird es viel zu lachen geben, aber der Film geht auch in ernstere Themen rein, die man so vielleicht gar nicht erwartet“, verrät der Filmemacher.
Neben der Komik spiele Melancholie auch eine wichtige Rolle bei „30 and Wild“. Wie schon bei Ellers zwei vorherigen Spielfilmen werden auch hier die Grenzen zwischen den Genres fließend sein. „Auf der einen Seite sollte sich der neue Film ähnlich anfühlen wie der Vorgänger, auf der anderen Seite gibt es viel Neues zu erzählen“, sagt Eller. „Die Themen, die einen jetzt beschäftigen, sind ja ganz andere als früher.“ Letztlich sollen komische und ernste Elemente sich aber gegenseitig befruchten – durch die ernste Auseinandersetzung mit einigen Themen sollen laut Filmemacher die komischen Momente umso besser funktionieren.
Und was für einen Nachfolger von „Young and Wild“ natürlich auch ein absolutes Muss ist: Die Handlung spielt in Unna. Und das sollen Zuschauer, die die Stadt kennen, auch deutlich merken. „Wir haben uns Orte in Unna herausgesucht, die uns persönlich etwas bedeuten und haben die in den Fokus gerückt“, erzählt der 31-Jährige. „In einer anderen Stadt hätten wir den Film auch gar nicht drehen können“, ergänzt er und lobt die Unterstützung für sein Projekt innerhalb der Stadt, die von ganz verschiedenen Institutionen kam.
Das Budget der Fortsetzung beträgt rund 100.000 Euro. Damit zählt der Film noch immer als Independent-Produktion, zumal er ohne Filmförderung umgesetzt wurde. Dennoch stand mit der Summe wesentlich mehr Geld zur Verfügung als beim Erstling. „Damals hatten wir 4000 Euro“, erinnert sich Felix Maxim Eller und fügt lachend hinzu: „Und die haben wir mehr oder weniger nur in Form von Bier an die Beteiligten ausgezahlt.“
„30 and Wild“ soll 2024 erscheinen – Wie und wo, steht noch nicht fest
Eine erste Rohfassung von „30 and Wild“ gibt es bereits. Um Ostern herum soll es eine Fassung geben, die dem finalen Produkt bereits sehr nahe kommt. „Mit dieser Fassung stellen wir uns dann Verleihern, Sendern und Streaming-Anbietern vor“, erklärt Felix Maxim Eller den weiteren Ablauf. Und, so die Hoffnung des Filmemachers, im Sommer 2024 soll seine dritte Arbeit in Spielfilmlänge endlich für alle Zuschauer das Licht der Welt erblicken.
Auf welche Weise das allerdings geschehen wird, ist noch nicht bekannt. „Ich glaube, dass der Film auf einer guten Streaming-Plattform gut aufgehoben ist“, meint Eller. Dort wäre der Vorteil, dass der Film einem passenden Publikum per Algorithmus vorgeschlagen wird. So konnte bereits Ellers zweiter Film „All Eyes on You“, seit er für Abonnenten des Streaming-Dienstes Amazon Prime Video gratis abrufbar ist, ein größeres Publikum erreichen. Und die rund 31 Millionen Youtube-Zugriffe auf „Young and Wild“ zeigen ja ebenfalls, welch Potenzial in einer Online-Auswertung steckt.
„30 and Wild“ – darum soll es gehen:
Anwaltssohn Frederik und Fitness-Streamer Tim kehren nach zehn Jahren wieder in ihre Heimatstadt Unna zurück, um den 30. Geburtstag ihres Freundes Dennis zu feiern. Doch irgendwie läuft alles anders: Tim jagt seiner verflossenen Jugendliebe hinter, Dennis hat gar keine Lust zu feiern und Frederik versucht, seinen Bankrott zu verheimlichen. Dann trifft das Trio auch noch auf die „Betonierten Rosenbeeten“. Die verschrobene Rockband möchte unbedingt den lokalen Bandcontest gewinnen. Ein chaotisches Wochenende steht den drei Freunden bevor.
Für Kunden wiederum ist die Welt des Streamings keine leichte mehr. Die verschiedenen Anbieter verwirren viele Nutzer mit immer neuen Abo-Modellen. So verschwand beim Streaming-Service Netflix für Neukunden die beliebte Option „Basis Abo“ bereits im Herbst 2023. Bestandskunden, die diese Variante jedoch schon zuvor gebucht hatten, durften sie bislang behalten. Das könnte sich aber bald ändern.

