Trauriger Abschied im Tierheim

Hund Felix stirbt nach Happy End: „Wollte wohl, dass er gefährlicher aussieht“

Felix starb nach schwerer Krankheit, nur wenige Wochen nach seinem Happy End auf einer Pflegestelle.
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Felix starb nach schwerer Krankheit, nur wenige Wochen nach seinem Happy End auf einer Pflegestelle.

Es kam nicht eine einzige Anfrage: Mehr als vier Jahre verbrachte Hund Felix im Tierheim. Jetzt ist er gestorben. Nur wenige Wochen, nachdem er sein Happy End gefunden hatte.

Detmold – Es ist das immer wiederkehrende Leid der schwarzen Hunde: Sie landen im Tierheim, oft ohne jemals eine einzige Anfrage zu bekommen. So ist es auch Shar Pei-Mix Felix passiert. Seit 2020 lebte der Rüde im Tierheim in Detmold (NRW). Am 14. Februar musste er plötzlich nach schwerer Krankheit erlöst werden. Das Tragische: Er durfte gerade erst auf eine Pflegestelle ziehen.

Hund Felix stirbt kurz nach Happy End – „Vorbesitzer wollte wohl, dass er gefährlicher aussieht“

Auf der Facebook-Seite gedachte das Tierheim Detmold dem Rüden mit einem emotionalen Nachruf und beschrieb ihn als „imponierende Persönlichkeit“. „Felix kam Ende Mai 2020 mit seiner Freundin Reha, einer Herdenschutzhündin, zu uns ins Tierheim. Die beiden waren bereits unzertrennlich, als wir sie von einem befreundeten deutschen Tierschutzverein übernommen haben“, sagt Maria Toman, Sprecherin des Tierheims, im Gespräch mit wa.de.

Schon damals habe man gesehen, dass dem Rüden in seinem vorherigen Zuhause übel mitgespielt worden sein musste. „Er kam aus schlechter Haltung. Der Vorbesitzer wollte offensichtlich, dass er gefährlicher aussieht und hat ihm die Ohren kupiert“, erzählt Toman. Dabei war Felix alles andere als gefährlich, sondern ein souveräner und in sich ruhender Zeitgenosse, dessen Respekt man sich zuerst verdienen musste.

Felix im Tierheim: Ein kluger und besonnener Hund

Das sei absolut rassetypisch für einen Shar Pei, die als besonders wachsame und kluge Hunde gelten. Zwar sei der zurückhaltende Rüde Fremden zunächst reserviert begegnet, jedoch nach einiger Zeit aufgetaut. Bei seinen Bezugspersonen galt er als „Alberkopp“, mit dem man viel Spaß haben konnte. „Er ist bei uns richtig aufgeblüht und hat den Kontakt zu Menschen genossen“, so Toman.

Trotzdem bekam er auch nach Jahren in Detmold nicht eine einzige Anfrage von Adoptanten. 2021 verlor er auch seine beste Freundin: Hündin Reha, die selbst nie ein Zuhause fand, musste eingeschläfert werden. Ein herber Rückschlag für Felix. „Er hat stark um sie getrauert, das konnte man deutlich spüren“, sagt Toman.

Nach Jahren im Tierheim: Happy End dauerte nur wenige Wochen

Am Ende gab es für den betagten Rüden zumindest ein halbes Happy End: Eine der Mitarbeiterinnen des Tierheims verliebte sich in den sanften Riesen und bot ihm einen Pflegestellenplatz auf Lebenszeit bei sich Zuhause an. Dort freundete er sich mit ihrer jungen Hündin an und konnte den Anschluss zur Familie genießen.

Doch das Glück währte nur rund sieben Wochen: Felix begann zu humpeln. Bei einer Routine-Untersuchung stellten die Tierärzte eine weit fortgeschrittene Knochenkrebserkrankung bei ihm fest. Eine Diagnose ohne Hoffnung. In den Armen seiner Pflegemama schlief er am Valentinstag friedlich ein. Eine traurige Zeit für das gesamte Tierheim-Team, denn allen war der Hund, der eine so lange Zeit bei ihnen gewesen war, ans Herz gewachsen.

Angst vor schwarzen Hunden: Von Märchen geschürt?

Felix Schicksal teilen viele Hunde. Dass vor allem Listenhunde davon betroffen sind, ist weithin bekannt. Doch woher kommt die irrationale Angst der Menschen vor der dunklen Fellfarbe der Tiere? „Wenn wir schwarze Hunde blond anstreichen würden, ständen viele Menschen mit glänzenden Augen vor ihnen. Das Märchen des bösen schwarzen Wolfs ist leider im Unterbewusstsein vieler Menschen noch präsent, deshalb lösen vor allem schwarze Hunde bei den Leuten Unbehagen aus“, erklärt Toman.

Doch Felix hatte unzählige Paten, die ihn finanziell unterstützten, die geschulten Gassigänger auf Spaziergängen mit ihm begleiteten und ihm Geschenke vorbeibrachten. Mit seiner imposanten Art konnte er sogar eine ganze Schulklasse von sich begeistern. Sie sponserte und besuchte ihn im Tierheim, um ihn im Außengehege bei der Interaktion mit den Mitarbeitern zu beobachten.

Angst vor Hunden: Aufklärung ist wichtig

Mit Führungen versucht das Tierheim, dem Mythos der schwarzen Hunde entgegenzutreten und mit Vorurteilen aufzuräumen, die auch das Leben von Listenhunden in Deutschland noch immer negativ beeinflussen. „Wir möchten den Kindern schon früh einen Bezug zu diesen Tieren geben und zeigen, dass viele Vorurteile gar nicht stimmen“, erklärt Maria Toman.

Bulldogge Gangster hatte eine lange Krankengeschichte. Seit dem Tod des Hundes quält seine Besitzer die Frage, ob ihn ein spezialisierter Notdienst hätte retten können. Von Dalmatiner „Loki“ fehlt jede Spur. Als Silvester die ersten Böller explodierten, rannte der Hund weg. Die Suchexpertin hat einen schlimmen Verdacht.

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