Peter Schrimpf zu Gast

RAG-Chef diskutiert Grubenwasserprojekt mit IGBCE Oberaden

Am Teufenanzeiger im Museumshof haben sich RAG Vorstandsvorsitzender Peter Schrimpf (v.l.), der IGBCE-Chef Oberaden, Volker Wagner, Werner Grigo und Joachim Löchte von der RAG zum
+
Am Teufenanzeiger im Museumshof haben sich RAG Vorstandsvorsitzender Peter Schrimpf (v.l.), der IGBCE-Chef Oberaden, Volker Wagner, Werner Grigo und Joachim Löchte von der RAG zum

Hoher Besuch bei der IGBCE Oberaden: Der RAG-Vorstandsvorsitzende kam, um über die Grubenwasserpläne zu informieren. Starke Kritiker gibt‘s da nicht. Die Botschaft ist eher symbolisch: Die RAG stellt sich Gesprächen, weil der öffentliche Diskurs bald zunehmen wird.

Bergkamen – Auf der Schwelle zum Wasserrechtsverfahren und dem damit verbundenen öffentlichen Diskurs über die Grubenwassereinleitung in die Lippe sucht die RAG das Gespräch mit relevanten Gruppen. Dafür steht der Besuch von höchster Stelle bei der IGBCE Oberaden: Vorstandsvorsitzender Peter Schrimpf gab dem Vorsitzenden Volker Wagner und seinen Mannen am Donnerstag im Stadtmuseum die Ehre.

Einer von hier: RAG-Chef Peter Schrimpf (r.) zeigte schon bei der Maikundgebung in Bergkamen nähe zu den Kumpeln, mit denen er einst ins Bergwerk einfuhr.

„Ich sehe uns in der Informationspflicht“, sagte der RAG-Chef im anschließenden Gespräch. Schon aus persönlicher Verbundenheit sei er zu den Ex-Kumpeln gekommen. Der Bergingenieur begann seine Laufbahn in Hamm auf Zeche Radbod, wechselte zu Heinrich-Robert und machte den Verbund mit Monopol und Haus Aden zum Bergwerk Ost mit.

„Wir stehen Interessierten immer zur Verfügung“

Keine Frage, dass Volker Wagner sich mit der Ortsgruppe geehrt fühlte durch den hohen Besuch zur Information über das Projekt. Dabei soll es nicht bleiben. Die Fachleute Werner Grigo und Joachim Löchte nutzten den Auftritt, um für weiteren Austausch zu werben. Für eine öffentliche Info-Veranstaltung sehe er nach den Erfahrungen im Saarland keinen Bedarf, sagte Schrimpf. „Wir stehen aber Interessierten immer zur Verfügung.“

Neulich erst Gespräch mit „Saubere Lippe“ e.V.

So hatte Grigo, verantwortlich für das Genehmigungsmanagement, kürzlich erst den Verein „Saubere Lippe“ als Kritiker zu Gast. Beide Seiten sprechen von einem konstruktiven Dialog über teils gegensätzliche Vorstellungen, der fortgesetzt werde.

Bergrechtsverfahren läuft, Wasserrechtsantrag folgt

Der bergrechtliche Antrag, das Grubenwasser nicht mehr zwingend bei -600 Metern mit dem noch zu bauenden Hebewerk abzuleiten, sondern kontrolliert bis -380 Meter steigen zu lassen, liegt dem Bergamt vor. Zur Sache geht es aber im wasserrechtlichen Verfahren, das die RAG bald beantragen wird. Dabei ist zu beurteilen, wie die Einleitung des Grubenwassers mit seinen schädlichen Inhalten nach Maßgabe der gesetzlichen Grenzwerte mit dem Öko-System Lippe in Einklang gebracht werden kann.

Umweltverträglichkeitsprüfung und Monitoring

Der Fluss ist dafür seit 2021 von der Einleitstelle im Heil bis zur Mündung begutachtet worden. Die RAG kontrolliert und berechnet laufend, wie sich Wassermengen und Schadstofffrachten in den Bauen entwickeln, um Modelle zu entwickeln. Zuletzt die Schichtung der Wässer durch eine Teilförderung ab Herbst 2026 zur Reduzierung der Eisen- und Salzfracht.

RAG hält sich bei der Wasserbehandlung bedeckt

Aber der Vorstand bleibt bei der Frage nach den Behandlungsanlagen zurückhaltend, obwohl Szenarien und Anlagenpläne längst vorbereitet sind. „So ein Planungsauftrag kostet uns siebenstellige Beträge“, betonte Schrimpf. Kurzum: Aus wirtschaftlichen Gründen wartet die RAG ab, was das NRW-Umweltministerium am Ende an Auflagen zur Grubenwasserbehandlung verlangt. „Ich sehe da aber kein Problem, das nicht lösbar wäre.“

Wie viel Ermessen zwischen Grenzwert und Rechenmodell?

Auf die Ermessensspielräume kommt es dem Vorstand an. Die Rechenmodelle bewegten sich teils an der Kante dessen, was die Grenzwerte zulassen, erläuterte Grigo. Im Verfahren wird es daher auch darum gehen, ob die RAG vom ersten Tag an bei der Einleitung alle Normen erreicht oder einzelne befristet überschreiten darf, weil bestimmte schädliche Einträge nur begrenzt bei Beginn auftreten. Im „First Flush“, so heißt das, also konzentrierter sind, auf Dauer aber unter kritischen Grenzen liegen.

Viel Stoff für weitere Gespräche also.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare